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schweren kirchlichen Strafen belegte, oder uns gar aus der Kirchengemeinschaft auszustoßen wagte?

Fa; denn wir dürfen uns durch nichts, weder durch Versprechungen, noch durch Drohungen, zum Abfall von dem geoffenbarten Glauben verführen lassen. Die kirchlichen Strafen, oder die Ausschließung aus der Kirchengemeinschaft würden in diesem Falle vor Gott keine Geltung haben. 15. 3ft es denn denkbar, daß ein Bapst oder Bischof durch firchliche

Gewaltmaßregeln die Gläubigen zur Annahme einer dem überlieferten Glauben widersprechenden Lehre zwingen sollte?

Ja; denn auch ein Papst oder Bischof kann als fehlerhafter und fündiger Mensch vom Glauben abfallen und sein Umt zur Verbreitung einer falschen Lehre mißbrauchen.

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9. Wem tommt also die Unfehlbarkeit in der christ - katholischen

Lehre zu ?

Der Gesammtheit der in der Kirche befindlichen Christgläubigen. 10. Was geschieht deshalb, wenn 3rrung oder Glaubenszweifel der

Kirche Gefahr zu bringen drohen?

Es wird alsdann der alte, unveränderte, in Schrift und Tradition enthaltene Glaube von neuem festgestellt. 11. Wie wird eine solche Feststellung vorgenommen?

Es versammeln sich die Bischöfe der Christenheit und geben als Vertreter der einzelnen Diözesen Zeugniß von dem auch bei ihnen bestehenden Glauben, wodurch alsdann offenbar wird, welches die in der ganzen Kirche verbreitete Lehre ist. 12. Wie nennt man eine solche Versammlung der Bischöfe ?

Eine allgemeine Kirchenversammlung oder ein ökumenisches Konzil. 13. Welche Eigenschaft schreiben wir den Entscheidungen eines rechtlich

abgehaltenen Konzils zu ?

Die Eigenschaft der Unfehlbarkeit. 14. Warum schreiben wir den Entscheidungen eines solchen Konzils

die Unfehlbarkeit zu ?

Weil wir darin das Zeugniß der gesammten christkatholischen Kirche erblicken. 15. Welche Beschaffenheiten muß ein rechtlich abgehaltene ökumeni

sches Konzil befigen?

Es muß sein 1) allgemein; 2) frei; 3) wahrhaftig. 16. Was heißt: das Konzil muß allgemein sein?

Es muß in seinen Bischöfen die ganze Kirche darstellen und in seinen Entscheidungen den Glauben der ganzen Kirche wiedergeben. 17. Warum muß das Konzil allgemein sein?

Weil nur der gesammten Kirche die Unfehlbarkeit in der Lehre gegeben ist. 18. Was heißt: das Konzil muß frei sein?

Es darf bei den Berathungen und Entscheidungen der

Bischöfe weber ein äußerer Zwang stattfinden, noch dürfen dieselben in irgend einer unrechtmäßigen Art beengt oder beeinflußt werden. 19. Warum muß das Ronzil frei sein ?

Weil ohne Freiheit in den Berathungen und Entscheidungen die Bischöfe nicht wirklich Zeugniß für den alten überlieferten Glauben ablegen. 20. Was heißt: das Konzil muß wahrhaftig sein?

Es muß sorgfältig den in der Kirche bestehenden Glauben erforschen und gewissenhaft von demselben Zeugniß geben. 21. Warum muß das Konzil wahrhaftig sein ?

Weil nur bei sorgfältiger Erforschung und gewissenhafter Darlegung der Lehre festgestellt werden kann, was seit jeher in der ganzen Kirche geglaubt worden ist. 22. Was hätten wir demnach von einer Bersammlnng von Bischö

fen zu halten, welcher eine von den genannten Beschaffenheiten eine rechtmäßigen Konzile fehlte?

Wir dürften eine solche Versammlung nicht als ein öfumenisches Konzil betrachten und könnten ihren Glaubensentscheidungen nicht den Beistand des heiligen Geistes, also auch nicht die Eigenschaft der Unfehlbarkeit, zuschreiben. 23. Sind im Laufe der Zeit solche Versammlungen schon abgehal

ten worden ?

Fa. Die bekanntesten davon sind die Versammlung zu Rimini im Jahre 359, auf welcher die 600 versammelten Bischöfe die gegen Schrift und Tradition verstoßende Arianische Jrrlehre unterschrieben; ferner die Versammlung zu Ephesus, auch das Räuberkoncil genannt, im Jahre 449, und die neueste Versammlung zu Rom, das Vatikanische Konzil genannt, vom 8. December 1869 bis zum 18. Juli 1870. 24. Warum ist das soger innte vatikanische Ronzil kein rechtmäßiges,

ökumenisches Konzil?

Weil dieser Versammlung alle drei Beschaffenheiten abgehen, welche zu einem öfumenischen Konzil erforderlich sind. 25. Inwiefern war denn dieses Konzil nicht allgemein ?

seßung des Konzils die Kirche nicht wahrhaft auf demselben vertreten war, und 2) seine Entscheidungen nur durch die Abstimmung eines Theiles der Bischöfe, troß des Widerspruches der anderen, zu stande gekommen sind. 26. 3nwiefern war diefes Ronzit nicht frei?

Infofern als nach dem ausdrücklichen Zeugnisse vieler Bischöfe einte freie Berathung nicht stattgefunden hat, und der Papst mit seinen Sardinälen alle Mittel angewandt haben, um die Aufstellung von Lehren durchzuseßen, welche die päpstliche Macht und das päpstliche Ansehen ichrankenlos ausdehnen. 27. 3nwiefern war dieses Ronzil nicht wahrhaftig?

Insofern als auf demselben 1) nach dem ausdrücklichen Zeugnisse vieler Bischöfe eine sorgfältige Erforschung der Kirchlichen Glaubenslehre nicht vorgenommen worden ist; 2) manche Bischöfe, wie es nicht mehr bezweifelt werden kann, nicht ihrer Ueberzeugung gemäß abgestimmt haben, sondern aus Furcht vor dem Papste für die Lehren eingetreten sind, zu deren Durchsegung dieser das Konzil berufen hatte. 28. Was haben wir denngemäß von dem sog. vatitanischen Konzil

zu halten?

Wir dürfen diese Versammlung nicht als ein ökumenisches Stonzil anerkennen und müssen den Beschlüssen desselben, sofern ste von der alten Lehre abweichen, unsere Zustimmung derweigern.

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