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flohenen in Frieden und Gunst aufnehme, sie auf keinerlei Weise zu verlegen oder in Ausübung ihres Amtes zu hindern verspreche, in Zukunft der Kirche seines Reiches die Freiheit der Wahlen gewährleiste, und endlich Allen, den kirchlichen Bersonen oder auch Laien, den um der Kirche willen zugefügten Schaden, nach vors ausgegangener Schäßung, vollständig vergüte.') - So ward denn am 13. Mai zu Dover, im Beisein vieler (das heißt eben wohl aller beim Heere anwesender) Grafen, Barone und einer großen Volksmenge, der Ausgleich zwischen R. Johann und Pandulph als hiefür Bevollmächtigtem des apostolischen Stuhles auf Grund der vom Bapste vorgeschriebenen forma pacis abgeschlossen, vom Könige unter eidlicher Beihilfe von vier Baronen beschworen, und die die einzelnen Artikel dieser forma wörtlich wiedergebenden Erklärungen des Königs behufs öffentlicher Publication ausgefertigt und unterzeichnet. 2) Ausdrücklich berichtet Parisius die einmüthige Zustimmung Aller. :)

Von einer Unterwerfung des Königs unter die päpstliche Lehenshoheit ist bis hieher, was wir gefliffentlich constatiren möchten, weder in irgend einem urkundlichen Documente, noch in irgend einem Chronisten, selbst nicht bei Parisius, auch nur mit einem einzigen Worte die Rede. Wohl aber reihete sie sich jet unmittelbar an. Nachdem nämlich der 14. Mai in eifriger und geheimer Berathung Johanns mit seinen Räthen und dem päpstlichen Gesandten) vergangen war, erfolgte am 15. Mai, gerade eine Woche vor dem Vorabende des pimmelfahrtsfestes die Resignation des Königs auf die Krone der beiden Reiche England und Frland zu Gunsten des Papstes in die Hände Pandulphs, der damals des Bapstes Stelle vertrat.

Ueber diesen Act ist in dem nächsten (Schluß-)Artikel zu handeln.

2) Das sind die vielgenannten pacis et-reconciliationis leges. Cf. Rymer

I, 165; Raynald. a. 1213 n. 73–79.; Paris. maj. 541; Annales

Burtonenses 217; Ep. XV, 234. -) Nach Parisius schwur der König mit großem innerlichen Widerstreben,

nach Coventry inspiratus, ut creditur, ab eo, in cujus manu corda

sunt regum. Man vergleiche insbesondere Paris. min. II, 135. 8) Paris. maj. 541 ss.; min. II, 135; Coventry 209. 4) Bandulph bekleidete damals noch nicht eigentliche Legatenwürde.

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Der allgemeine Wesensbegriff der sieben Baben des hl. Beiftes nad der theologischen Summa des hl. Thomas.

Bon a. M. Bodewig, S. J.
Zweiter Artikel.

9,1 jie

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III. Die eigene Ansicht des hl. Thomas. (Fortfeßung.)

Die vier bisher entwidelten speculativen Lehrpunkte, nämlich die Existenz der zwei Bewegungsprincipien im Menschen, das Gefeß der $roportion zwischen Bewegbarem und Beweger, den Begriff der Vollkommenheit des Bewegbaren, und die Nothwendigkeit einer höhern Volkoinmenheit des Bewegbaren zur vollkommenen Proportion mit dem höhern Beweger, wendet Thomas jeßt an auf den zur Untersuchung vorliegenden Gegenstand und gelangt fo zur Löfung der Frage: Worin besteht der präcise Unterschied zwischen den Tugenden und den Gaben.

Es ergibt sich ihm aus jenen Erwägungeni, daß die Tuz genden sich auf das erste oder innere Bewegungsprincip der menschlichen Facultäten, nämlich den durch die Vernunft dirigirten Willen, beziehen, während die Gaben in Berbindung stehen mit sem zweiten oder äußern Beweger der Potenzen des Menschen, nämlich mit Gott; denn wie die Tugenden, so lautet das Resultat unseres þeiligen, die einzelnen Vermögen des Menschen in die vollkom= mene Proportion zu der Bewegung durch den eigenen Vernunftwillen verseßen, jo bringen die Saben dieselben Geisteskräfte des Menschen in die vollkommene Disposition für jene höhere Art von Bewegung, welche als Inspiration von Gott verursacht wird. „Mani

festum est autem, quod virtutes humanae perficiunt hominem, secundum quod homo natus est moveri per rationem in his, quae interius vel exterius agit. Oportet igitur inesse homini altiores perfectiones, secundum quas sit dispositus ad hoc, quod divinitus moveatur. Et istae perfectiones vocantur dona, non solum quia infunduntur a Deo, sed quia secundum ea homo disponitur, ut efficiatur prompte mobilis ab inspiratione Divina“.

Wir wollen nun die einzelnen Theile dieser Lehre genauer untersuchen.

Der erste Saß enthält die Anwendung der gewonnenen Erkenntnisse auf die Natur und Bestimmung der Tugenden.

Der Heilige redet hier von den „Virtutes humanae". Es ist dies ein in der Summa geläufiger Ausdruck, über dessen Ursprung und Bedeutung uns 1. 2. qu. 55. volle Belehrung gibt. Dort werden nämlich im Corpus und in der fünften Objection des Artikels 1 den ,virtutes naturales“, welche die den unvernünftigen Wesen innewohnenden Kräfte sind, die „virtutes humanae" gegenübergestellt und als die habituellen Vollkommenheiten jener Botenzen erklärt, welche speciell dem Menschen eigen find.

Ganz in demselben Sinne wird der Ausdruck an mehreren andern Stellen derselben Quästion gefaßt; und in der folgenden Quästion 56 begegnen wir in Art. 4 obj. 1 noch der ausdrücklichen Erklärung: „Sed nunc loquimur de virtute, secundum quod est propria homini: sic enim dicitur virtus humana". Schon aus diesen Erklärungen sind wir berechtigt, von vorneherein zu schließen, daß der Uusdruck , virtutes humanae“ im Sinne des hl. Thomas ganz allgemein allé Tugenden umfaßt, deren der Mensch fähig ist. (bi,

Einen positiven Beweis für die Richtigkeit dieser Folgerung gewährt unter anderem die Quästion 56 in ihren sechs Artikeln. Gegenstand dieser Quästion ist die Frage nach dem Subjecte der Tugenden. Im ersten Artikel wird diese Frage im Allgemeinen behandelt und die bezügliche Lehre findet am Ende des Corpus ihren Ausdruck in dem Schlußlaße: „Unde virtus humana est in potentia animae' sicut in subjecto". Es ist also erklärtermaßen die „virtus humana“ Gegenstand der Untersuchungen dieser Quäftion, und als deren allgemeines Subject werden hier die specifisch menschlichen Seelenvermögen bezeichnet. Dieses allgemeine

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Subject der virtus humana wird nun in den folgenden Artikeln genauer specificirt, indem im Einzelnen nachgewiesen wird, welche besondere Seelenpotenzen die Specialsubjecte der verschiedenen Tugendclassen bilden. Unter diesen Tugendclaffen erscheinen aber nicht bloß neben den moralischen, welche schlechthin und im strengsten Sinne Tugenden genannt werden, auch die intellectuellen, obschon diese nur in einem gewissen weitern Sinne Tugenden heißen; sondern es werden neben den natürlichen auch die übernatürlichen, und unter leßtern speciell die theologischen Tugenden namentlich aufgeführt, wie z. B. im Artikel 3 der übernatürliche Glaube, und im Artikel 6 die übernatürliche Charitas. Mithin fallen nach der Auffassung des Aquinaten alle Tugendclassen ohne irgend eine Ausnahme unter die Bezeichnung „virtutes humanae“.

Wenn also an unserer Stelle der heilige Lehrer diese Bez nennung anwendet, verbindet er mit ihr auch den gewöhnlichen Sinn, und was er hier von den „virtutes humanae" aussagt, will er folglich von allen Tugendclassen ohne Ausnahme verstanden wissen. Das wird durch den Zusammenhang selbst bestätigt. Denn als die Aufgabe des Artikels wird wiederholt angegeben, die Gaben auf genügende Weise von der Gesammtheit aller Tugenden zu unterscheiden; aus dieser Gesammtheit' werden noch besonders mit ihren Namen hervorgehoben: die theologischen im Urgumentum, der Glaube und die Charitas im Corpus, die eingegossenen am Anfange des Corpus und in der Lösung der dritten Schwierigkeit. Es ist also klar, daß auch hier mit ,virtutes humanae“ die Ge sammtheit aller im Menschen möglichen Tugenden gemeint ist.

Was lehrt der Heilige nun von dieser Gesammt heit aller Tugenden? Er erklärt fie für jene habituellen Volkommenheiten, welche dem Menschen die gehörige Dispos fition für das innere Bewegungsprincip, den eigenen Vernunftwillen, verleihen und ihn folgerichtig für die Vernunft vollkommen beweglich inachen.

Die hier aufgestellte Lehre ist durchaus keine willkürliche oder abgerissene Behauptung, welche dem Aquinaten erst hier plößlich in den Sinn gekommen wäre; durchaus nicht, es ist vielmehr eine der wesentlichsten Grund anschauungen oder vielleicht sogar die hauptsächlichste und leitende Idee seines ganzen Tractates über die Tugenden. Dieser Tractat, mit Einschluß der Abhandlung über

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die Habitus im allgemeinen, beginnt mit Quästion 49 und endet erst mit Quästion 67, und in diesen Quästionen wird jener Gedanke in verschiedener Form sehr oft ausgesprochen, bewiesen, entfaltet, in feinen Consequenzen und nothwendigen Vorausseßungen dargelegt.

Wir können hier natürlich die systematische Lehre des hl. Thomas über die Tugenden nicht auseinanderseßen, wollen aber doch in möglichster Kürze an einige seiner Hauptideen erinnern, wie sie ausführlich in dem angegebenen Theile der Prima Secundae und vorzüglich in der Quästion 55 ausgeführt sind.

Der Mensch seßt menschliche Acte durch den Gebrauch seiner menschlichen Kräfte. Die fpecifischen Kräfte des Menschen sind aber, im Gegensaße zu den Kräften der Naturwesen, nicht 'für bestimmte Acte oder Handlungen determinirt; fie können vielmehr auf sehr verschiedene, ja auf gerade entgegengeseßte Weise gebraucht werden. Der Wille kann dieses, aber auch jenes wollen, und sogar nach Belieben von allem Wollen sich enthalten. Der Verstand ist fähig, diese und jene Wahrheit zu erkennen, durch Schlußfolgerungen unendlich viele Urtheile zu fällen, unendlich viele Kenntnisse zu erwerben, und je nach der richtigen oder verkehrten Verbindung von Ideen auch Falsches für wahr anzusehen. Selbst die sinnlichen Begehrungsvers mögen im Menschen sind nicht so enge determinirt' wie im Thiere; denn sie folgen freilich wie beim Thiere dem äußern Impulse, können aber auch dem Befehle der Vernunft gehorchen.

Damit nun die menschlichen Kräfte troß ihrer natürlichen Unbestimmtheit mit Boukommenheit und also mit Fertigkeit und Beständigkeit gerade die richtigen Acte seßen, also immer gut handeln, ist erforderlich, daß sie durch hinzugefügte bleibende Eigenschaften zu den guten Acten beständig determinirt seien. Und diese habituellen guten Eigenschaften der menschlichen Kräfte werden eben Tugenden genannt. Gute und rechte Handlungen find aber für den Menschen, der ein vernünftiges Wesen ist, nur jene, welche in voller Uebereinstimmung stehen mit den Vorschriften und Forderungen der richtigen Vernunft, die wiederum von einem doppelten Lichte, dem der natürlichen Erkenntniß und dem der übernatürlichen Offenbarung, erleuchtet wird. Da nun die Tugenden, die verschiedenen Fähigkeiten des Menschen zu den bezüglichen rechten Meten determiniren, jo haben sie nach dem Gesagten eine doppelte Wirkung: erstens 'vervollkommnen sie die Potenzen, denen sie inhäriren, in sich selbst, weil sie ja deren Fähigkeit für richtiges Wirken erhöhen; zweitens bringen sie die Potenzen in das richtige Verhältniß zur Vernunft, weil sie dieselben für die Vernunft voltommen bewegbar machen.

Dies sind einige der Hauptgedanken des hl. Thomas über das Wesen und die Natur der Tugenden.

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