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bestand aus Lanze und Schwert, Bogen und Pfeilen, auch Schleudern, und zum Schuße diente der Schild. Helm und Panzer trugen nur die Oberbefehlshaber und der König. Reiterei nnd Streitwagen fehlten, und David benüşte auch die gebotene Gelegenheit nicht, solche zu erwerben. Der Verf. schreibt dies dem Gottvertrauen des Königs zu; aber es wäre möglich, daß ihm diese Kampfmittel in dem gebirgigen Lande schwer benügbar schienen.

Im Folgenden wendet sich die Rede den religiösen Verhältnissen zu, in welchen David eine neue Ordnung schuf, wie sie dem Gottesreiche auf Erden entsprechend schien. Es wird die Uebertragung der Bundeslade nach dem Sion geschildert (Entstehung der Psalmen 101 und 24) und dann die Organisation des Priester- und Levitenthums sowie die religiöse Poesie und Musit betrachtet. Einen Tempel aber zu bauen, wie Davið es wollte, war ihm nicht mehr gegönnt, und zwar deßwegen, weil er „viel Blut vergossen hatte“, wie er selbst dem Salomon jagte. Eine Darlegung der Staats - Verfassung und Verwaltung unter David bildet den Schluß des inhaltreichen Capitels.

Das 4. Capitel berichtet unter der Ueberschrift: Des Königs und des Reiches Schuld und Sühne (S. 209–254) von den Schattenseiten im Leben Davids, welche auch ichon vorher, wo nöthig, erwähnt worden waren. Jeßt wird ausführlich erzählt von dem Frevel an Bethsabee und Urias und von der Blutschande und dem Brudermord in der königlichen Familie. Die Empörung Absalons und deren Ausgang findet eine ebenso getreue Schilderung und Beurtheilung, wie die bestrafte Volkszählung. Wenn auch in dem Charakter des großen Königs nicht alles unsern Erwartungen entspricht, so darf man doch auch nicht zu hart über ihn urtheilen. Wie kann in einem so kampfreichen Leben und in Mitte von so viel Rohbeit, Bosheit und Tide ein völlig fleckenloser Charakter heranreifen? Sittliche Gebrechen der Vorzeit dürfen nicht mit unserm Maßstabe gemessen, wollen vielmehr aus den damaligen Verhältnissen beurtheilt werden. Man bedenke, daß vor Christus überhaupt die Menschheit viel tiefer stand; das gehobene sittliche Gefühl der Gegenwart beruht, soweit es noch vorhanden ist, nur auf dem Christenthum; auch die Ungläubigen leben immerhin in einer christlichen Atmosphäre. Zudem hat David nicht bloß gefehlt, sondern auch bereut und schwer gebüßt. Zeitschrift für tath. Theologie. VI. Jahrgang.

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Das 5. Capitel (S. 255-268) ist dem Lebensabende Davids geweiht und schließt mit einem Rück- und Ausblicke.

Das Buch des Dr. Weiß ist jedem Theologen, besonders dem Eyegeten, dann aber Fedem, der sich für die wahrheitsgetreue Darstellung der Geschichte Davids und Israels interessirt, warm zu empfehlen. Auch Papier umd Druck sind vorzüglich. iii

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Jakob und Ejau, Typif und Kasuistik. Eine historisch - dogmatische Untersuchung von P. Petrus Hößl O. S. F., Lektor der Theologie im Franziskanerkloster München. Mit Genehmigung der Provinzobern. München. Druck und Verlag von Ernst Stahl. 1881. VI. und 64 S. 8o.

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Wer bist du, mein Sohn ? - fragt Sjaat Gen. 27, 18 feinen Sohn Jakob. Und Jakob antwortet: „Ich bin Ejau, dein Erstgeborener", Log Fakob ?

Wie sollte eine bejahende Antwort sich umgehen lassen? Fakob sagte bewußt die Unwahrheit, in der Absicht, seinen Vater zu täuschen. Bei Augustin Contra mendacium nr. 26 wird die Lüge definirt als falsa significatio cum voluntate fallendi. Thomas S. Th. II, 2. qu. 110 art. I. in corp. sagt: ratio mendacii sumitur a formali falsitate, ex hoc scilicet quod aliquis habet voluntatem falsum enuntiandi.

Nichtsdestoweniger spricht Augustin sowohl wie Thomas die angeführte Leußerung Jakobs von dem Vorwurfe der Lüge frei; der Erstere a. d. O. nr. 24 mit den Worten: Jacob quod matre fecit auctore ut patrem fallere videretur, si diligenter et fideliter attendatur, non est mendacium sed mysterium; und Thomas a. a. D. art. 3 ad 3 ganz ähnlich: Jacob vero mystice dixit se esse Esau primogenitum Isaac, quia videlicet primogenita illius de iure ei debebantur. Usus autem est hoc modo loquendi per spiritum prophetiae ad designandum mysterium, quia videlicet minor populas, scilicet gentilium, substituendus erat in locum primogeniti, scilicet in locum Judaeorum.

In der That stellt die hl. Schrift felbst es außer Zweifel. daß durch die Ertheilung des Primogenitursegens an Jakob, mit Umgebung Esaus, der in der Fülle der Seiten fich vollziehende Uebergang der göttlichen Gnadenwahl von dem Fudenvolte auf die Heidenvölker typisch vorgebildet, faktisch ausgesprochen wurde (vgl. insbesondere Gen. 25, 23. Mal. 1, 2-3. Röm. 9, 10-13). Damit ist jedoch noch keineswegs auch chon für die Art und Weise, wie Fakøb den Segen der Erstgeburt erlangte, ein positiv -ordinativer Akt der göttlichen Weltregierung postulirt. Jakobs Handlungsweise entspringt nicht einer göttlichen Inspiration, sie untersteht vielmehr jener göttlichen Providenz, welche, auch negativ-permissiv fich verhaltend, menschliches Thun ihren Absichten dienstbar zu machen versteht. Augustins Paradoxon non est mendacium, sed mysterium wird der historischen Wirklichkeit nicht gerecht, und die Erinnerung an Jakobs rechtlichen Anspruch auf den Primogenitursegen reicht zur Rechtfertigung seiner Handlungsweise nicht aus.

Dies in Kürze die Auffassung, welche Herr P. Petrus Foßl in dem angezeigten Schriftchen des Weiteren ausführt und des Nähern begründet. Er faßt sie zum Schlusse des Vorworts in den Saß zusammen: ,,Das erklärende Licht, in welches die Typit unsere Thatsache stellt, muß sich in etwas in den Schatten, worin die Masuistik sie auffaßt, theilen, auf daß hieraus eine objektive Wirkung entstehe".

Das interessante Schriftchen hebt an mit einer einläßlichen Erörterung der Ansicht Augustins (S. 1-15), entwickelt dann, auf Grund sehr sorgfältiger Sammlung und in recht gefälliger Gruppirung des Stoffes, die Geschichte der Auslegung des Gen. 27 erzählten Auftretens Jakobs: von den ersten Anfängen christlicher Exegese bis hinab zu Deligich, furß und Anobel (S. 15-53) und schließt mit einer Darlegung der Ansicht des Verfassers (S. 54-64).

Der Stern dieser Ansicht, wie ich ihn vorhin ffizzirte, wird nach der lichtvollen Exposition fößls wohl nicht viel Widerspruch finden.

Auffallend war mir, daß Augustins Begriffsbestimmung der Lüge nur im Vorübergehen angeführt (S. 10), und nicht vielmehr, namentlich in ihrem Gegensaße zu der Definition des hl. Thomas, eingehender gewürdigt wird.

Der von Alphonsus Tostatus, Mercerus u. A. bekämpfte R. Salomp ist nicht Rimchi", wie Hößl S. 52 annehmen möchte, sondern Raschi d. i. R. Salomo Jjaafi, der klassische Commentator des Judenthums, gest. 1105. Ginen regeten von Ruf unter dem

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Namen Salomo Kimchi kennt die Geschichte der jüdischen Schriftauslegung nicht. Raschi hingegen glaubt allerdings die Worte Gen. 27, 19: ich bin) Ejau, dein Erstgeborener - erklären" zu dürfen: „ich bin es, der dir (das Verlangte) bringt; Esau aber ist dein Erstgeborener“... Und zu Gen. 27, 24, wo Fjaat fragt: bist du mein Sohn Esau? und Jakob antwortet: ich (bin es) bemerkt Raschi: „er hat nicht gesagt: ich bin Esau, sondern: ich". S. die neue Ausgabe des Pentateuch - Commentares Kafchi's von A. Berliner (Berlin 1866), S. 48. Hößl glaubt: „der feltjam wissenschaftliche Vertheidigungsversuch der Rabbinen dürfte sich wohl nur am natürlichsten aus dem Vorhandensein einer typischen Tradition auch im Judenthume erklären lassen". Aber wie sollte diese jüdische Typit lauten? Doch gewiß nicht auf dereinstige Verwerfung der Kinder Ffrael und Erwählung der Gojim? Raschi will lediglich den Ahnherrn des auserwählten Volfes gegen den Schein der Lüge sicher stellen.

Auf die Correetur des Druckes ist, namentlich in den Anmerkungen, nicht viel Sorgfalt verwendet worden. S. 55 Anm. 2 bleibt sogar die Ausfüllung eines ausdrücklichen Citates dem freundlichen Leser überlassen („Vgl. oben S." - es soll heißen: S.10-11).

München.

Bardenhewer.

et.

Carmina Veteris Testamenti Metrice. Notas criticas dissertationem de re metrica Hebraeorum adjecit Dr. Gustavus Bickell. Innsbruck. Wagner'sche Universitätsbuchhandlung 1882. S. 238.

Seitdem Herr Profeffor Bidell in seiner Schrift „Metrices biblicae regulae exemplis illustratae“ den ersten Versuch machte, uns die althebräische Metrik in ihrer ursprünglichen Anlage vorzuführen, war er unermüdlich thätig, denselben Gegenstand noch weiter und genauer zu erforschen, So erschien bald darauf sein „Supplementum metrices biblicae"; dann kamen in Folge der inzwischen erwachten Polemik einige Artikel in der Zeitschrift der deutschen morgenländischen Gesellschaft (1879, S. 701; 1880, S. 557; 1881, S. 451), unter welchen sich besonders der leßte auszeichnet durch die kurze, klare Zusammenfassung der Resultate, und der ganzen Unschauungsweise überhaupt. Gelegentlich wurde dieselbe

Frage auch in dieser theologischen Zeitschrift selbst berührt (1878, S. 791; 1880, S. 555) bei den Recensionen des Rohling'ichen „Spruchbuches“, und der Schrift des P. Gietmann S. J. „De re metrica Hebraeorum“. Das Ergebniß, zu dem Verr Bickell hiebei mit stets wachsender Klarheit geführt wurde, war dieses: Die hl. Boesie der Hebräer hat nicht bloß das natürliche Element jeder Boesie, nämlich die gehobene Redeweise, hat nicht bloß den ihr To ganz eigenthümlichen Parallelismus : sondern sie kennt auch die künstliche Form des Vers- und Strophenbaus, wobei zugleich eine wirklich so zu nennende Metrik zu Tage tritt. Dieser fünstlerische Aufbau ist aber nicht zu verstehen nach der etwas bequemen Anschauung einer „freieren Bewegung", wonach die hl. Dichter Strophen und Verse desselben Gedichtes bald fürzer bald länger gestaltet hätten, sondern er ist ein durchaus regelmäßiger, streng geseßlicher, der sich bei allen poetischen Stücken, selbst im gegenwärtigen masoretischen Texte noch erkennen, und bei der ungeheuren Mehrzahl derselben auch mit Sicherheit nachweisen und feststellen läßt. Die hebräische Metrif, sagt Herr Bickel), beruht auf denselben Grundlagen, wie die syrische und die aus dieser entstandene christlichgriechische; nämlich auf Sylbenzählung, Nichtberücksichtigung der Quantität, regelmäßigen Wechsel betonter Sylben mit unbetonten, Identität des metrischen und grammatischen Accentes, Zusammenfaller der Verszeilen (orixou) mit den Sinnesabschnitten und Vereinigung gleichartiger oder ungleichartiger Stichen zu gleichmäßig wiederkehrenden Strophen."

Die Zuverlässigkeit dieser Entdeckung wird durch die neueste Publikation, die wir hier zur Anzeige bringen, wie uns scheint, außer allen Zweifel geseßt. Verschiedene Kleinigkeiten, die man in den früheren Abhandlungen mit Recht beanstanden konnte, find in diesem Werke verbessert, aber Stern und Wesen des metrischen Systems blieb, und hat durch Aufzeigung der Consequenz, mit der es sich allgemein durchführen läßt, eine glänzende Bestätigung erhalten. Alle Stücke des A. T., die anerkanntermaßen ächt poetisches Gepräge tragen, und nicht etwa bloß vorübergehend dichterisch gefärbt sind, sind sorgfältig geprüft und 'metrisch transscribirt worden. Jedem šîr oder mašal geht das Strophenschema voraus, in welchem

1) ZDMG 1881, S. 416.

Vgl. Carmina V. T. metrice S. 219.

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