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schlüße hin, die er durch die Magier über die „Zeit des Erscheinens des Sternes“ erhalten, gegen die unschuldigen Kinder a bimatu et infra habe wüthen tönnen.

N.

Pius V. und Ivan der Schreckliche. Der hl. Papst der fatholischen Reformation war zugleich der Vertheidiger des christlichen Abendlandes gegen den Halbmond. Die glorreiche Frucht seiner Bmühungen ist bekannt. Weniger liegen bis ießt die Einzelheiten der Vorbereitung jener Allianz offen, die zum Sieg von Lepanto führte. Ueber die Beziehungen, welche" Pius V. bei dieser Gelegenheit auch mit dem russischen Reiche anzuknüpfen suchte, erhalten wir in einer kurzen Arbeit von P. Paul Pierling S. J. auf Grund von vaticanischen Archivstücken einige neue Aufichlüsse (Revue des quest. hist. 1. Avril 1882 p. 571-583.) Wenngleich die weitausschauenden Pläne des Papstes mit dem Moscovitenreiche sich nicht realisiren ließen, so geben sie doch Zeugniß von der Thatfraft und Begeisterung, mit welcher Pius V. im Interesse der Religion alle Hebel der Vertheidigung in Bewegung zu legen suchte. Am heiligen Štuhle hegte man seit Julius Ill. eine eigenthümlich günstige Meinung von Rußland. Sie wurde hervorgebracht durch die Aussagen und das Auftreten von Johann Steinberg in Rom seit 1550 Kanzler in Moskau, welcher ohne genügend autorisirt zu sein, ja ohne daß Ivan IV. („der Schreckliche“) davon wußte, sogar eine Union der russischen mit der fatholischen Kirche in Aussicht stellte. Rarl V. hatte dem Steinberg ein Schreiben nach Rom mitgegeben und Pius IV. unter dem Widerstreben des Polenkönigs zweimal eine Gesandtschaft nach Moskau versucht. Man muß diese römischen Hoffnungen berück= sichtigen, sonst würde man allerdings die Schritte Pius V. befremdlich finden müssen. Die unedirten Instructionen des Papstes an den polnischen Nuntius Vincenzo del Portico, aus welchen Pierling referirt und die er hoffentlich im Druce veröffentlichen wird, enthalten den Auftrag für denselben, sich nach vorgängiger näherer Information nach Moskau zu begeben, um persönlich mit dem Cjar zu verhandeln; nicht bloß unter Julius III., sondern schon unter Paul III. seien Zeugen der freundlichen Gesinnung des Czaren gegen den heiligen Stuhl amtlich in Rom aufgetreten; der Nuntius solle sich über die Autorisation derselben und über die Fortdauer dieser Stimmung vergewissern; gegebenen Falles werde der Papst das größte Entgegenkommen an den Tag legen; nachdrüdlich und eingehend solle er dann von der Türkengefahr zu ihm sprechen und von den Vortheilen, welche der Christenheit und dem Czar die Betheiligung an einer großen Unternehmung wider den gemeinsamen Feind bringen werde; insbesondere sei eine friegerische Erpedition für April oder Mai des fommenden Jahres (1571) zu erwirken. Diese Instructionen waren begleitet von einem Schreiben Pius V. an Jvan IV. vom 9. August 1570. Darin war die Kriegsangelegenheit in den Vordergrund gestellt, aber auch die Unionsgeneigtheit, von der der Papst vers

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nommen habe, mit belobenden und einladenden Worten erwähnt. (Theiner Mon. hist. Pol. II, DCCXCVI.). Leider hatte sich der Charakter Zvans inzwischen dem Nuntius nur zu deutlich enthüllt. Seine despotische Schreckensherrschaft führte für Rußland eine der traurigsten Perioden herbei, die es je erlebt hat, und öffnete dem spätern Autofratorwesen der moskovitischen Herrscher die Bahn. Der Czar war für die hohen Gedanken des Heiligen auf dem Stuhl Petri unzugänglich. Der Nuntius legte den Stand der Dinge dem Papste dar. Sigmund August von Polen aber schrieb damals an Hosius in Rom, es sei schwerer einen Griechen oder einen Ruthenen zu bekehren als einen Juden, obgleich die Verhärtung der Kinder Abrahams sprichwörtlich sei. Die Antwort Pius V. enthielt die Zurücknahme der früheren Anweisungen; mit einer so grausamen und barbarischen Nation wolle er feine Verbindungen anknüpfen.

In demselben Augenblicke, wo die katholischen Völker die rettende Macht des Papstthums, seine Bedeutung für Civilisation und Freiheit erfuhren, bot das schismatische Reich der Russen ein grelles Schauspiel der Erfüllung jener Worte Gregor IX. dar, worin dieser den Schisa matikern des Ostens vorhält, daß an die Stelle der verleugneten päpstlichen Suprematie ein unerträglicher Despotismus weltlicher Herrscher trete.

P. Pierling hat inzwischen seine früher auf diesen Blättern (1877, 659) besprochenen Studien über die Beziehung Roms zu Rußland zur Zeit des f. g. falschen Demetrius erweitert und als eigenes Wert erscheinen lassen. (Rome et Demetrius d'après des documents nouveaux avec pièces justificatives et facsimile, Paris 1878 Leroux). Dem Kreise seiner Specialarbeiten über rustische Kirchengeschichte gehört auch die jüngst von ihm herausgegebene Schrift an La Sorbonne et la Russie (1717-1747). Paris. Leroux. 1882. G.

Ein eigenhändig geschriebener Predigtcodex des sel. Canisius wird in der sog. Kapellenbibliothek zu Altötting aufbewahrt. Er ents hält furzgefaßte Sfizzen zu einem Cyklus von Advents-, Weihnachtss und Fastenpredigten, von dem Seligen zu seinem eigenen Gebrauche niedergeschrieben und hie und da in späterer Zeit, wo er sich der

Sammlung wieder bedient zu haben scheint, von ihm mit gealterter Hand ergänzt und erweitert. Dieses ehrfurchtweckende Erbstück des großen Rämpfers der deutschen Kirche (man könnte eines seiner geistigen Schwerter in ihm sehen) gestattet einen hochinteressanten Einblick in die Art seiner Vorbereitung für die Kanzelvorträge und in die ruhigweise und zu allen Zeiten nachahmungswerthe Methode, mit der er durch das öffentliche Wort dem Umsichgreifen der Glaubensneuerungen seines Jahrhunderts entgegenarbeitete. Dem Verfasser seiner Biographie, P. Florian Rieß, war die Handschrift nicht unbekannt; er scheint ihr nur aus Rüdsicht auf die Kürze und weil ihm andere verwandte Manujcripte näher zu Gebote standen, in seiner schönen Charakteristik des Seligen als Predigers fein besonderes Augenmerk zugewendet zu haben. Die Altöttinger Skizzen sind lateinisch und scheinen den Tagen der mühsamen Ranzelarbeit selbst, der sie dienten, entwachsen; ihre häufig ganz lakonische Fassung gegen Ende und der hin und wieder abgebrochene Schluß lassen erkennen, wie sehr die Zeit ihres Urhebers in Anspruch genommen war. Sonst offenbaren sie im Allgemeinen große Sorgfalt und Genauigkeit. Der Fleiß geht z. B. in der Aventpredigt am Thomastage bis zur Notirung des Wortes Transitio am Rande der Stelle, wo der Gedankengang von dem Feste zu dem Thema des Cyklus überleitet. Defter sind deutsche Schlagwörter eingestreut und heifele Stellen mit den auf der Kanzel zu brauchenden deutschen Auss drücken genau aufgeschrieben. Am Kande vorkommende Wörter merken wiederholt die Gleichnisse an, deren sich der Prediger bedienen wollte, 3. B. ,die Ziegel auf dem Dach." Wann und wo diese Vorträge gehalten wurden, ergibt sich aus der Ueberschrift der Neujahrspredigt: De xenio novi anni 1565, worin Canisius seinen Zuhöreren als Neujahrsgabe , anknüpfend an den damaligen falten Winter, Feuer der Liebe zu Gott und zum Nächsten wünscht. Er weilte 1564–65 in Augsburg, wo er längere Zeit die Domfanzel inne hatte und rühmlichst dem drohenden Abfalle der ganzen Stadt zu dem Protestantismus eutgegenwirfte. Die Zustände des Auditoriums spiegeln sich zum Theile im Inhalt der Reden. Der Selige muß die Verlesung des Fastenhirtenbriefes mit einem Unterrichte über die kirchliche Gewalt und die Jurisdiction des Bischofs einleiten; er predigt über den freien Willen des Gerechtfertigten und des Menschen im Stande der Sünde, über die katholischen Grundsäße bei Auslegung der Schrift und über die Erbschuld (von lekterer erklärt er Maria ausgenommen), über die Todsünde und über die läßliche Sünde, überall mit der Klarheit des Katecheten, mit Kraft und versöhnender Milde zugleich die wahre Lehre gegenüber dem Protestantismus darlegend.

Der Werth dieser Skizzen scheint aber darin zu gipfeln, daß fie zeigen, wie der Selige mit aller Macht eine sittliche Reform durch Abstellung der Laster, insbesondere der Fleischessünden, in der von der Neuerung berührten Stadt anzubahnen suchte; damit glaubte er die Treue gegen die alte Kirche hauptsächlich befestigen, dem Abfall steuern zu können. Eine ganze Reihe von Predigten in der Fastenzeit hat Ueberschriften wie de luxuria, de fornicatione, de adulterio, de remediis contra transgressionem VI. praecepti u. s. w. Einmal handelt Canisius auch De differentia catholicorum et sectariorum circa VI. praeceptum (fol. 141). Notizen seiner Hand für praktische Beispiele und Anwendungen zu vorstehenden mit aller Unerschrodenheit behandelten Themata jeben sich sogar bis auf die innere Seite des Buchdeckels fort. – 3m Advent fommen auf die Woche durchschnittlich drei Predigten, in der Fastenzeit vier (Sonntag, Montag, Mittwoch und Freitag). Für die Zeit vom 2. Sonntag nach Epiphanie bis zum Sonntag Quinquagesima finden sich keine Skizzen vor. 6.

Abbandlungen.

Die vorgeblidhen Beweise gegen die Chriftlichkeit

Conftantins des Broken.

Von Professor Hartmann Grisar S. J.

Die Kritik versucht sich in neuerer Zeit mit eigenthümlicher Emsigkeit an dem Charakterbilde des ersten christlichen Kaisers. Was für ein Interesse hiebei auf Seiten mancher Schriftsteller, die sich sonst einer objectiven Haltung rühmen, maßgebend ist, braucht nicht erst gesagt zu werden. Aber befremdlich ist die Erscheinung, daß eine Auffassung des Kaisers, welche der überlieferten und doch sicher nicht blindlings bis auf unsere Tage angenommenen Ansicht so ziemlich contradictorisch gegenübertritt, vielfache Zustimmung findet. Wenigstens in der afatholischen Literatur widerfährt Constantin dem Großen mehr und mehr das Schicksal, als Nichtchrist hingestellt zu werden. Jakob Burckhardt in Basel hat jüngst in der zweiten Auflage seiner Zeit Constantins des Großen“ die schon von Anderen vor ihm hervorgesuchten Beweise für heidnische Denkart des Kaisers in blendender und bestechender Form aufs neue zusammen gestellt. Er schreibt dem Herrscher sogar „völlige Unabhängigkeit von allem christlichen Empfinden" zu und will in ihm höchstens ,,einen toleranten Monotheismus" anerkennen (S. 448 f.). Nicht ganz so weit geht Theodor Brieger zu Marburg in einem 1880 erschienenen Schriftchen : Constantin als Religionspolitiker ; aber auch sein Constantin huldigt nur einer Art christlicher „Superstition," ohne daß diese „seine anfänglich heidnischen Vorstellungen jemals überwand, geschweige denn verdrängte (12). Ich habe schon im vorigen befte dieser Zeitschrift in einer beiden Arbeiten gewidmeten Besprechung (S. 554 ff.) den wissenschaftlichen Standpunkt und Gehalt derselben im Allgemeinen zu charakterisiren versucht. Es wurde auch bereits an einigen Beispielen, die ich Burckhardt entnahm, der Werth der Beweisführung, mit der man das gedachte Resultat erzielt, ans Licht gestellt.

Es ist hier meine Absicht, die sämmtlichen historischen Belege, welche von einer vermeintlich heidnischen Richtung Constantins in der Zeit von den Vorgängen von 312 und 313 bis zu seinem Tode Zeugniß geben sollen, einer Prüfung zu unterziehen. Sie scheinen mir eine genügende Kritik von Seiten der katholischen Geschichtsforschung noch nicht gefunden zu haben. Und doch haben wir noch lange keinen Grund, uns von dem durch die Gegner occupirten Terrain cheu zurückzuziehen und uns mit der Berufung auf die gute, fichere Ueberlieferung gegenüber den Neuerungen zu begnügen. Was mit imponirender Kedheit auftritt erweist sich allzu oft als unverantwortlicher Leichtsinn. Ich schicke voraus, daß ich in dieser Erörterung ganz auf diejenigen Beweise verzichte, welche sich gegen die Annahme heidnischer Denkweise in Constantin aus der Gesammtgeschichte feines Auftretens zu Gunsten des Christenthums und aus feierlichen Bezeugungen, die aus seinem Munde vorliegen, führen lassen ; von den leşteren wurde übrigens früher schon eine Anzahl namhaft gemacht (S. 557) Es sollen direct und ausschließlich die von Burdhardt, Brieger, Keim, Beugnot, Marquardt, Wintersheim Dahn u. A. geltend gemachten Spuren von beidenthum in dem „, bekehrten“ Constantin auf ihre Verlässigkeit geprüft werden. Der Aufschub der Taufe von seiner Seite bis zum Todesbett, der allgemein anerkannt ist, darf hiehei ebenso außer Verhandlung bleiben wie die Frage nach jenen schwarzen Flecken im Leben des Kaisers, welche wohl seinen moralischen Charakter herabzudrücken, nicht aber die Annahme von seiner christlichen Ueberzeugung umzustoßen im Stande wären. Ferner sei schon hier bemerkt, daß ganz gewiß Niemand in den ersten Jahren nach dem Maxentiusfiege eine gleich große Abkehr von heidnischen Vorstellungen und Formen in Constantin suchen wird, wie man sie in seiner späteren Lebenszeit auf Grund seines öffentlichen Auftreteus, wenn es nicht komödienhafte Täuschung gewesen, zu erwarten berechtigt ist; man

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