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Die erste und zweite Meinung stüßt sich besonders auf folgende Gründe. 1. Die Absolutionsgewalt wird unmittelbar im Namen Christi ausgeübt und nicht im Namen der Kirche oder des Papstes; mithin überträgt auch Christus selbst die ganze Gewalt und Alles, wenigstens was zu ihr von Seiten des Beichtvaters gehört, mag es sacramentale oder richterliche Gewalt sein: was aber unmittelbar von Christus selbst übertragen wird, vollzieht sich einzig und allein in der Priesterweihe, bei der der Consecrator eingestans denermaßen nur instrumentale Ursache ist. 2. Bei der Priesterweihe wird durch die Worte: „Accipe Spiritum sanctum: quorum remiseris peccata, remittuntur eis et quorum retinueris, retenta sunt“ die Vollmacht Sünden zu vergeben oder zu behalten entweder übertragen, oder als schon übertragen angedeutet : nun aber drücken diese Worte dem Trienter Concil gemäß (Siß. 14 Cap. 3 und 5) eine richterliche Gewalt aus; also wird schon bei der Priesterweihe die richterliche Gewalt mitgetheilt. 3. Diese Erklärung scheint ihre Bestätigung zu finden in den Worten des Trienter Concils a. a. D. Cap. 7: „Verumtamen pie admodum, ne hac ipsa occassione aliquis pereat, in Ecclesia Dei semper custoditum fuit, ut nulla sit reservatio in articulo mortis, atque ideo omnes sacerdotes quoslibet poenitentes a quibusvis peccatis et censuris absolvere possunt:“ also weil das Unterbinden der Gewalt seitens der Kirche, nach Art einer Reservation, aufhört, deßhalb fann in Todesgefahr Jeder, der nur gültig geweiht ist, absolviren; mithin hat jeder Priester vermöge der Weihe diese richterliche oder Absolutionsgewalt.

Bevor wir uns auf die Würdigung dieser Gründe einlassen, welche unseres Erachtens die Sache nicht beweisen, wird es zur Klärung der Frage dienlich sein, auf eine doppelte Art von Jurisdictionsgewalt aufmerksam zu machen, welche in der Kirche vor

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est, quae per aliquam consecrationem confertur... talis potestas secundum suam essentiam remanet in homine, quamdiu vivit, sive in schisma, sive in haeresin labatur ... Potestas autem jurisdictionis est, quae ex simplici injunctione hominis confertur; et talis potestas non immobiliter adhaeret: unde in schismaticis et haereticis non manet: unde non possunt nec absolvere, nec excommunicare, nec indulgentias facere, aut aliquid hujusmodi; quod si fecerint, nihil est actum.

handen ist und durch die kirchlichen Obern übertragen wird. gibt nämlich eine Befugnis, bei welcher nicht bloß die Uebertragung der Vollmacht ein Act firchlicher Gerechtsame ist, sondern auch die Vollmacht selber, die übertragen wird, firchlichen Rechts, von der Kirche geschaffen und normirt ist; es gibt aber auch eine andere Art von Befugniß, deren Uebertragung freilich zu den Gerechtsamen der Kirche gehört, deren Inhalt aber oder Gegenstand unmittelbar göttlichen Rechtes ist. Beispiele machen dies klarer. Wir haben eine Gewalt unmittelbar göttlichen Rechtes, wenn ein Gelübde gelöst, eine noch nicht vollzogene Ehe getrennt wird, wenn der Papst ex cathedra oder ein allgemeines Concil eine Glaubenswahrheit definirt. In all diesen Sachen übt die Kirche oder das betreffende kirchliche Organ nur eine potestas vicaria aus: es wird unmittelbar im Namen Gottes und Christi gehandelt. Das ist so wahr, daß, um bei leßtem Beispiele stehen zu bleiben, nach erfolgter Glaubens definition der Papst ebenso gut zur innern gläubigen Annahme der definirten Lehre gehalten ist, wie der leßte Gläubige, und daß er eben so gewiß eine Sünde der Häresie begeben würde, wollte er einer solchen Definition seine Zustimmung verjagen. Ganz anders ist es mit den Dingen, die unmittelbar kirchlichen Rechtes sind, z. B. der Verhängung und Lösung kirchlicher Censuren, der Dispens von kirchlichen Ehehindernissen u. s. w. In diesen Fällen handelt die Kirche, wenigstens ihr höchster Oberer, nicht potestate vicaria, sondern potestate propria: denn wenn auch Christus das unsichtbare Haupt der Kirche ist, und der Papst in diesem Sinne vicarius Christi genannt wird; so ist er doch sammt den übrigen kirchlichen Obern mit wahrer und eigener Gewalt betraut; Christus hat eben nicht alle Rechtsverhältnisse anordnen wollen, sondern nach Weise menschlich organisirter Gesellschaft dem sichtbaren Haupte dieser Gesellschaft die Volgewalt übertragen, nach Gutbefinden die Verhältnisse, die Er selbst nicht fixirt hat, zu ordnen. In diesen Dingen haben wir also eine Bes fungniß, die unmittelbar kirchlichen Rechtes, und nur mittelbar göttlichen Rechtes ist, in etwas schärferer, doch nicht in absolut verschiedener Weise, wie auch die staatlichen Befugniße mittelbar göttlichen Rechtes sind.

Wo nun eine Befugniß erster Urt auftritt, handelt Jeder, welcher zu handeln befugt ist, unmittelbar im Namen Christi; bei den Befugnißen zweiter Art handelt der eigentliche kirchliche Obere in eigenem Namen, der delegirte im Namen des Delegirenden, also regelmäßig im Namen seines Bischofs oder des Papstes, mittelbar freilich im Namen Christi, weil die Kirche mit ihrer ganzen Organisation Christi Werk ist. Daß bei den Befugnissen zweiter Art ihr Besiß und ihre Erlangung von der Willensäußerung des Papstes abhängt, ist selbstverständlich. Wie es von ihm abhängt, jene Rechtsbefugnisse zu schaffen, so auch, dieselben irgend Jes manden zu übertragen, oder zu nehmen. Allein auch bei Befugnissen ersterer Art ist deren Besitz von der Uebertragung und Willensäußerung des kirchlichen Obern, schließlich des Papstes abhängig. Daher müssen wir die Consequenz des ersten Argumentes für die Meinung, welche von uns hier bekämpft wird, verneinen. Dem Bapst allein gibt Christus selbst ale Jurisdictionsgewalt, sowohl diejenige, welche unmittelbar göttlichen Rechtes ist, als auch diejenige, welche unmittelbar kirchlichen Rechtes ist: alle Andern hingegen erhalten oder behalten jegliche Jurisdictionsgewalt durch die Zustimmung des Papstes. Thm allein hat Christus ja in Petrus die allgemeine Sorge für die Kirche als pevennirendes Amt anvertraut, und wenn er auch das bischöfliche Amt als Institution angeordnet hat, so liegt es doch im Belieben des Papstes, nicht zwar alle Bischofsiße abzuschaffen, aber doch ihren Umkreis zu bestimmen, zu begränzen, zu verändern, einzelne Vollmachten zu reguliren.

Wir gestehen also gerne ein, daß bei der Sündenvergebung im Bußgericht eine Vollmacht ausgeübt wird, welche nicht bloß nach ihrer sacramentalen, sondern auch nach ihrer richterlichen Seite hin unmittelbar im Namen Christi vollzogen wird; allein das hindert gar nicht, daß diese Befugniß unmittelbar vom kirchlichen Obern nach Gutbefinden widerruflich übertragen wird, und daß fie eine von der Weihegewalt ganz verschiedene und ablösbare Gewalt ist. Auch die Vollmacht, Gelübde zu lösen, zu verändern, geschieht unmittelbar im Namen Christi – fann ja doch selbst der Bapst nur im Namen Christi, nicht in seinem eigenen Namen diese Lösung vornehmen; trokdem muß diese Vollmacht vom Papste Andern übertragen werden, und ist durch dessen einfache Willenserklärung widerrufbar. Hiermit ist zugleich auch die eine Schwierigkeit gelöst, oder vielmehr die baltlosigkeit des einen Grundes dargethan, welcher die Meinung erhärten soll, als müsse die Jurisdictionsgewalt

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im Bußgericht unmittelbar von Christus bei der Priesterweihe übertragen werden.

Ein positiver Grund, welcher die Ablösbarkeit der betreffenden Jurisdictionsgewalt von der sacramentalen Weihegewalt darthut, dürfte darin gefunden werden, daß jene beiden Gewalten factisch getrennt sich vorfinden können. Ob bei demjenigen, der die Weihegewalt befißt, die Jurisdictionsgemalt jemals fehle, ist freilich der fragliche Punkt: darauf können wir also nicht recurriren. Allein wir glauben beweisen zu können, daß Femand die richterliche Seite der Gewalt der Sündenbergebung haben kann, ohne die sacramentale oder Weihegewalt zu besigen. Es ist sehr wohl denkbar, daß Jemand Bischof ja selbst Papst werde, bevor er die priesterliche Weihe empfangen hat: damit besäße er aber die volle bischöfliche, resp. päpstliche Jurisdictionsgewalt vor der priesterlichen Weihe. Gehört dazu nicht auch die Jurisdictionsgewalt in foro interno ? Geseßt, es käme in jener Zeit ein Reservatfal im Beichtstuhle vor, und zwar zur Vereinfachung der Sache, ein vollständig in foro interno abzumachender Reservatfall

. Ueber diesen Reservatfall hat ja im eigentlichen und vollen Sinne nur der betreffende Obere, also hier der noch nicht geweihte Bischof oder Papst Jurisdiction; also hat hier Jemand, der noch nicht Priester ist, die jurisdictionelle Seite der Gewalt der Sündenvergebung. In Wirklichkeit tritt dies in al den Fällen ein, wenn jemand vor der Priesterweihe in ein Amt, welchem die Seelsorge annex ist, eingewiesen wurde ; in angeführtem Falle ist es nur beweisbarer und mehr in die Uugen springend. Wohl könnte zur wirklichen Sündenvergebung nicht geschritten werden ohne die Dazwischenkunft eines zu delegirenden Priesters; allein das beweist nicht, daß die Gewalt des delegirenden Obern nicht auch die Jurisdiction in foro interno sei, vielmehr beweist dies gerade, daß fie es sei; die delegirte Gewalt fann der Gewalt des Delegirenden nicht heterogen sein.

Ferner möchte gegen die andere Ansicht, welche die Weihe: gewalt mit der Jurisdictionsgewalt im sacramentalen Forum identificirt, die Lehre über die Lossprechung von läßlichen Sünden schwer ins Gewicht fallen. Ist nämlich diese Ansicht wahr, besteht folgerichtig die firchliche Gewalt nur darin, die von Christus verliehene Macht nach Art der Reservation zu unterbinden; so möchte man mit Recht fragen (wie Elbel es nach dem oben gegebenen Citate wirklich thut): Ist das betreffs läßlicher Sünden möglich ? Läßliche Sünden gehören ja nicht als nothwendige Materie vor das Forum des Bußgerichts; wie wäre es denn da, noch praktisch vernünftig, auch bei diesen eine Reservation eintreten zu lassen, und zwar für die Gesammtheit des christlichen Volkes ? Daß aber alle einfachen Priester ohne kirchliche Jurisdiction von läßlichen Sünden absolviren können, hätte nach früherer Praxis noch wohl mit einem Schein von Wahrscheinlichkeit behauptet werden können; nach dem Decret Innocenz XI. ,,de quotidiana communione" ist es aber mindestens sehr gewagt, auch nur mehr die Gültigkeit solcher Absolution seitens eines nicht speciell jurisdictionirten Pristers zu behaupten.

Ueberhaupt muß die hier bekämpfte Ansicht einer unmittelbar bei der Weihe ertheilten Jurisdictiosgewalt so lange zurüdgewiesen werden, bis sie mit zwingenden Gründen erwiesen ist. Ihrem Begriff nach liegen beide Gewalten auseinander; ihre formalen Wirkungen sind heterogen; mithin muß so lange an einer verschiedenen Art der Mittheilung dieser Gewalten festgehalten werden, bis das Gegentheil sicher bewiesen ist. Sind aber etwa die noch zur Prüfung rückständigen Beweismomente durchschlagend ? Wir wollen sehen!

Hinsichtlich des Beweises aus der Priesterweihe wollen wir die für jene Ansicht denkbar günstigste Erklärungsweise annehmen, als ob nämlich die angeführten Worte: Accipe spiritum S. etc. wirklich die partielle Form des Sacramentes seien, wodurch dem Ordinirten der sacramentale Priestercharacter ergänzt und die potestas in corpus Christi verum durch die Zugabe der potestas in corpus Christi mysticum erweitert werde. Allein daraus folgt keineswegs, daß eine eigentliche Jurisdictionsgewalt in Kraft dieser Worte jedem Priester ertheilt werde. Mag immerhin angenommen werden, daß Christus durch jene Worte seinen Aposteln die Jurisdictictionsgewalt fürs innere Forum unmittelbar verliehen habe – obgleich auch das von Suarez a. a. D. sect. 3 p. 31 bestritten wird deren Stellung war eine Ausnahmsstellung, darum erhielten sie eine Universaljurisdiction in foro interno und externo, deren sie nicht entkleidet werden konnten, welche aber auf ihre Nachfolger nicht überging; für ihre Nachfolger, sei es in der hischöflichen, sei es in der bloß priesterlichen Würde, muß nothwendig

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