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Theologiestudierenden bestellt, ,ut ad minus tres scolares pauperes audientes theologiam, si doctor in theologia Vercellis fuerit, eligat, quorum quilibet singulis dominicis percipiat quindecim panes sicalis“ etc. Für das ganze Testament werden aber als Erecutoren aufgestellt: D. Vercellinus Archidiaconus Vercell., Abbas S. Andreae, Abbas de Lucedio, Prior fratrum Praed. et frater Otto Canonicus S. Andreae. Aljo selbst hier wird das „, berühmte" Kloster St. Stephan und dessen ausgezeichneter Abt Johann Gersen übergangen. Allein dieser Abt erscheint doch wenigstens als Zeuge unter den Unterschriften des Testamentes? AIS „Consul“ der fleinen Stadt Vercelli und Abt des , berühmtesten“ Selosters alldort fonnte er doch wol nicht übergangen werden. Aber nein, das Testament schließt: „In hujus autem ordinationis vel testamenti robur ... sigillum meum apponi huic scripto et aliorum apponi feci sigilla, sc. D. Vercellini archidiaconi, D. Salientis thesaurarii, Abbatis S. Andreae, Magistri Nicolai de Sala et aliorum.“ Mögen die Gersenisten Gersen unter , et aliorum“ suchen, ich suche ihn nicht mehr.

Während aus diesem Testamente klar hervorgeht, daß 1234 der Abt von St. Andreas, welcher kein anderer war als Thoma: Gallus, in Vercelli in höchstem Ansehen stand, was überraschend zu unserer frühern Untersuchung stimmt, zeigt sich nicht weniger klar aus demselben Documente, daß das Siloster St. Stephan damals ziemlich darniederliegen mußte; das Testament erwähnt desselben nur wie der anderen dii minorum gentium. Ich vermute mit allem Grunde, es sei damals ebenso der Reformation bedürftig gewesen, wie in jener Zeit die meisten Benedictinerklöster Italiens, besonders der Lombardei, was ich in meinem größern Werke, insoweit einschlägig, zumeist aus den Vaticanischen Regesten nach: weisen werde.

Das Resultat lautet also: Bis zu den italienischen Imitatiohii. aus dem 15. Jh. existiert kein Document, aus welchem hervorgienge, es habe jemals einen Johann Gersen gegeben, und unter diesen Hli. bezeichnet ihn nur der späte Coder Aronensis als Abbas, 1)

) Auch im Coder Tubingensis Toll stehen: Joannis Gersen abbatis.

Allein Wolfegruber jpricht S. 152 davon, als wäre die Ueberschrift „ein Zufügsel einer spätern Hand". (S. 152). Ich kenne die Hj. nicht. Prof. Funk zu Tübingen nennt das F. 1433 als Datum, welches in dieser Handschrift vorkomme und fügt ebenfalls bei: „Diese Handschrift ist streng genommen aus dem Spiel zu lassen, weil die Ueberschrift:

und feine als Benedictinerabt. Es existiert überhaupt kein Document darüber, daß ein Johann Gersen in der ersten Hälfte des 13. Ihs. dem Kloster St. Stephan in Vercelli als Abt vorgestanden habe.

Zu bedauern ist, daß man in Piemont der Existenz des „Abtes von St. Stephan Johann Gersen" eine firchliche Weihe gab, eine Weihe, die höchst wahrscheinlich einem Phantome galt. Solche Dinge sind in unserer kritischen Zeit nicht weniger gefährlich, als das zu starke Anklammern an Privatoffenbarungen und Prophezeiungen, zumal bei nicht theologisch Geschulten, die nicht zu unterscheiden wissen. Ob bei jenen der in der Pfarrkirche zu Cavaglià am 28. October 1874 anwesenden Gläubigen, welche vielleicht später zur Ueberzeugung gelangen, die Existenz des genannten Abtes, dem die kirchliche Feier galt, jei in Frage gestellt, der Glaube erstarke, ist mehr als zweifelhaft.

Es erübrigt nur noch der Hauptpunkt der Untersuchung: Jit die Frage nach dem Autor der Imitatio de tertio excluso ?

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Tractatus Joannis Gersen Abbatis von einer spätern Hand herrührt“
Gerson und Gersen, Abh. im „Hist. Jahrbuch“ 1881 S. 169.

Es schien mir überflüssig oben auf die bekannte handichriftliche Note im Venetianer-Drucke der Imitatio v. F. 1501 einzugehen, da die ältern Gersenisten abstanden sie vorzuführen und ich vorausseşte, daß die neuern über die Entstehung jener Note im Klaren seien. Aus dem drei Seiten langen Excurs Prof. Funks (S. 158 ff.) ersehe ich aber, daß dem nicht also ist. Die Ausgabe trug (das Exemplar ist während der französischen Revolution durch eine Feuersbrunst zu Grunde gegangen) die Bemerkung: „Hunc librum non compilavit Joannes Gerson, sed D. Joannes .. abbas Vercell.. ut habetur usque hodie propria manu scriptus in eadem abbatia“. Aus dem Verbalproceß vom 19. Januar 1651, publiciert von Gence (Jean Gerson restitué et expliqué p. 32. Paris 1836), erhelt, daß die „vox Joannes“ „,ex voce Thoma“ nachträglich gemacht wurde. Diese Fälschung war so auffallend, daß der Gerjenist Delfau ausrief: „Quod non sine animi dolore meminisse possum, ea inscriptio undeunde vim passa est. Imprimis aliquid interscriptum apparet in voce Joannes; tum quod statim sequebatur abrasum est; denique post verba „abbas Vercell.“ expunctum est nonnihil. Reliqua integra sunt. Liber de Imit. Christi Gerseni iterato assertus p. 92. Die handschriftl. Note bezeichnete alio ursprünglich den Thomas Vercellenfis als Berfasjer.

Recensionen.

Lehrbuch des Kirchenrechtes. Von Georg Phillips. Dritte, vers besjerte Auflage. Regensburg. Manz. 1881. SS. 854.

Der Name Phillips wird in der Literatur des fatholischen Kirchenrechtes immer mit Ehren genannt werden. Seine Werke find ganz eigenartig und befißen dabei jo bedeutende Vorzüge, daß jie nicht so bald der Vergessenheit anheimfallen fönnen. Den ausgedehnten Stoff, der bei der Methode, welche Ph. ausschließlich pflegte, zu einer immensen Masse anwuchs, machte er sich vollkommen zu eigen und durchdrang ihn alljeitig. Dabei hing er mit seinem ganzen Herzen an der Kirche Gottes, deren Wahrheit er als junger Gelehrter kennen gelernt. Diese Liebe war es, die ohne ihn den menschlichen Unvollkommenheiten gegenüber, welche auch dem Rechtsleben der Kirche manchmal anhaften, blind zu machen, jene Billigkeit ihm bewahren half, welche man bei Beurtheilung der kirchlichen Vergangenheit so oft vermißt. Phillips ist der vorzüglichste Repräsentant jener Methode, welche die historische Entwickelung des Rechtes als den eigentlichen Gegenstand der Kirchenrechts wissenschaft ansah. Seine Ansicht darüber hat er in seinem größeren Werke (Bd. 1 Einleitung S. 20 ff.) ausgesprochen. In Folge dessen wird nicht selten gegen seine Werke der Vorwurf er: hoben, daß sie fast nur Geschichte enthalten. Das ist wenigstens in so fern unrichtig, als bei Ph. die sog. philosophische Methode mit der historischen Hand in þand geht. Der Leser wird immer mit den hauptsächlichsten Gründen der kirchlichen Geseke befannt gemacht, ein Umstand, der das Studium der Werke Ph. angehenden Kanonisten besonders empfiehlt. Es geht durch sie ein Zug von Apologetik. Dem Praktiker bietet das größere Werf wenig, das uns vorliegende Lehrbuch bedeutend mehr. Indessen ist auch in diesem dem historischen Material ein sehr bedeutender Raum zugewiesen. Daß die Methode, welche Ph. einhielt, als die beste anzusehen sei, wagen wir selbst dann nicht zu behaupten, wenn wir das Kirchenrecht nur als Wissenschaft im Auge behalten. Mehr als die historische scheint uns die dogmatisch-philosophische Begründung der Rechtsfäße nothwendig, um den Kirchenrechte den Character einer scientia rerum ex causis suis zu bewahren. Diese dogmatisch: philosophische Begründung tritt aber bei Ph. lediglich als Begleiterin auf; den ersten Platz nimmt die Geschichte ein. Immerhin ist das Studium der leşteren auch dem Praktiker zum Eindringen in den Geist des Kirchenrechtes sehr zu empfehlen. Die Betrachtung der Entwickelung des Kirchenrechtes bietet einen eigenthümlichen Reiz. Ueberall herrscht in der kirchlichen Geseßgebung eine ruhige, stetige Entwicelung vor, nicht: Gewaltjames, nichts Plößliches, daher aber auch nichts Ephemeres. Was dem körperlichen und geistigen Auge in der materiellen Welt verschlossen ist, die Erkenntniß der Entwicklung der Organismen, das ist dem Geiste in der kirchlichen Geseßgebung zugänglich, das Erfassen der gleichsam organischen Fortbildung der Kirchengesebe. Wohl in feiner Geseßgebung tritt diese Ruhe und Stetigkeit so hervor als in der kirchlichen.

Die dritte Auflage des Lehrbuches" wurde von H. Domkapitular Moufang besorgt; indeß wurde aus Bietät gegen den Verfasser am Terte nichts geändert; nur das vaticanische Concil fand in einem Zusaße eine längere Besprechung. Die feit der zweiten Auflage erschienene Literatur wurde in umfangreichem Maße angemerkt.

Auf den Inhalt des bewährten Lehrbuches näher einzugehen, halten wir für überflüssig; es genüge die Bemerkung, daß das gesammte Kirchenrecht in demselben behandelt wird; und zugleich sei der Wunsch ausgesprochen, daß dasselbe noch mehr Abnehmer finde als bisher. Neben dem mehr praktischen Kirchenrechte von Vering hat dieses Lehrbuch von Ph. recht gut Plaz. Hingegen glauben wir cinige Einzelheiten hier anführen zu joden, in denen der Verfasser besondere, von denen anderer Kanonisten abweichende Meinungen ausspricht. Sie betreffen fast nur ganz spezielle Punkte, die aber praktisch von einiger Bedeutung sein möchten.

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Die Dreitheilung der Kirchengewalt in Lehr-, ģirten- und Weihegewalt scheint uns unhaltbar. Aus dem Begriffe des katholischen Glaubens geht hervor, daß der vorzüglichste Akt der sog. Lehrgewalt nichts anderes ist als die Verpflichtung zum Glauben, also ein Jurisdictionsact, an den sich die übrigen Acte der sog. Lehrgewalt als disponirend oder vervollkommnend anschließen. Sodann sind die Ordnung des Gottesdienstes und der Spendung der Sacramente, welche von den Vertretern der Dreitheilung der Kirchengewalt als Ausfluß der Weihegewalt angesehen werden, wiederum nur Bethätigungen der Jurisdictionsgewalt. Viele, welche die oberste potestas ordinis haben, können keine Vorschriften über Gottesdienstordnung u. 1. w. geben, hinwiederum ist es möglich, ja es ist nicht selten der Fall gewesen, daß einfache Piester bindende liturgische Vorschriften gaben. Die ältere Eintheilung in die potestas ordinis und die potestas jurisdictionis ist bis jeßt durch keine bessere erseßt.

S. 4 und 8. Wir stimmen mit dem Verf. selbstverständlich überein in der Verwerfung eines „natürlichen Kirchenrechtes“, wie es von extremen Anhängern der philosophischen Darstellung ausgedacht und zu einem System verarbeitet ist. Es heißt das sich ein Kirchenrecht konstruiren ohne die Kirche. Es scheint uns aber der Verf. in das entgegenseşte Extrem zu verfallen, wenn er Bes denken trägt, neben dem jüdischen, römischen und germanischen Rechte auch das Naturrecht als Hülfswissenschaft des Kirchenrechtes aufzuzählen. Wie das positive Sittengeseß das natürliche zur Grundlage hat, so muß auch das positive Recht der Kirche, sei es göttlichen, sei es menschlichen Urspungs, auf dem Boden des Naturrechtes stehen. Dieser Perhorreszirung des Naturrechtes ist es denn auch zuzuschreiben, wenn der Verf. in manchen einzelnen Punkten auf dieses zu verweisen sich scheut und dafür lieber an das göttliche Recht" appellirt, wobei man nicht weiß, ob das positive göttliche Recht oder das Naturrecht eigentlich gemeint fein soll. Namentlich könnte es bei der Darstellung des Eherechtes nur nüßen, so viel es angeht, das Naturrecht in den Vordergrund zu stellen.

Mehrfach finden wir von dem Verf. Meinungen, die controvers sind, apodictisch hingestellt; bei andern ist die Verschiedenheit der Ansichten allerdings bemerkt, indeß können wir uns der vom Verf. vertretenen nicht anschließen. Zu den erstern gehört die Beise, wie der Verf. die vom Tridentinum in der 23. und der 6. Siß. Zeitschrift für tath. Theologie. Vi. Jahrgang.

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