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eine der angeblich dem Staatswohl zuwiderlaufenden Lehren gehört". Diesem Hinweise (und nur darum führe ich ihn an) entspricht es nicht ganz, wenn Herr R. den angehenden Theologen unter der Literatur über die Jesuiten Schriften wie diejenigen der Altkatholifen Joh. Huber, Zirngiebl, Friedrich und Druffel, die Augsb. Aug. Zeitung und die Syb che Historische Zeitschrift anführt (zu schweigen von der sorgsam registrirten altprotestantis schen Maculatur). „In Schmähichriften“ jagen obige Bischöfe, „darf die Richtichnur des Urtheils über den Orden, und das was ihn angeht, durchaus nicht gesucht werden." !)

Doch weiter, k. sagt von der infamen Conspiration der bourbonischen Staatsmänner: „Sie gingen darauf aus, das Staatswesen von der Kirche absolut frei zu machen" (665) (allerdings einfach durch Bernichtung der leßteren]; aber er bezeichnet kaum und brandmarkt nicht die abscheulichen Verläumdungen und Grausamkeiten, die sie sich gegen unschuldige Ordensmänner dabei zu Schulden kommen ließen; daß sie dem Katholicismus gram“ und sehr widerwillig waren, damit ist nicht genug gesagt. Der Verf. führt dem Leser wiederholt aus verschiedenen Ländern Anklagen vor, die gegen die Jesuiten erhoben waren; aber er erfüllt den ganz berechtigten Wunsch desselben nicht, zu erfahren, ob denn diese Anklagen bewiesen wurs den (625, 632, 656, 665). Er verdächtigt S. 667 (mit Cheiner) die Berufung der Jesuiten in Rußland auf die mündliche Zustimmung Pius VI. i. I. 1782 [sic]“ zu ihrer Weiteregistenz, indem diese Zustimmung mit den Breven von 1783 in Widerspruch stehe (f. hiergegen unten die Bemerkung“: Zur Gesch. der Gef. Jesu in Weißrußland); aber er versäumt es, die andern Rechtfertigungsgründe jenes Fortbestehens der Jesuiten in Rußland darzulegen.

Uebrigens ist es unrichtig, um nach den Verschweigungen auch Muster von Verstößen wenigstens im Fluge zu berühren, daß der (alte) „Orden mit Privilegien ausgestattet ward, wie kein anderer vor oder nach ihm“ (620; 1. den Beweis in dem vielberufenen Hirtenschreiben des Eb. Beaumont von Baris vom 28. October 1763, I n. 30); ebenso ist es uns richtig, daß der Sejuit Druzbicki den ,,Cult des hl. Herzens Jesu zu erst aufgebracht" habe (739; man denke doch an Suso, Gertrud, Ludolf von

1) Wenn auch K. die meisten der oben genannten Schriften unter der

Ueberschrift „Gegen den Orden“ einreiht, so läßt sich doch an sich Manches wider die auch sonst von ihm befolgte Methode sagen, in einem Lehrbuche für Anfänger der gegnerischen Literatur einen so ausgiebigen Plaß einzuräumen. Zum wenigsten ist damit dann doch manch drückender Ballast in die sonst so leichte Darstellung gekommen. Beim Vaticanischen Concil beispielsweise erscheinen Schriften angeführt wie die Pamphlete von Quirinus und von Pomponio Leto, die berüchtigten Concilsbriefe der A. 4. 3., ferner „Wie es auf dem Concil zugeht“, die Schriften von Friedrich, Acton, I. Walon u. 1. m. In den Literaturs angaben für „Staat und Kirche“ (282, 309) erscheinen verschiedene Protestanten und Altkatholiten, aber nicht einmal Hergenröther und Bianchi.

Sachsen, Canisius, Eudes); ferner daß des [heiligmäßigen] P. Nobili Getaufte troß seines „Rühmens“ mit nahezu 100,000 Bekehrungen in Indien, wo er sich als Brahman einführte, schwerlich mehr als ein Amalgam von Christenthum und Buddhism geglaubt hätten (629;, Vgl. Bertrand, La Mission du Maduré d'après des docum. inédits und den Auszug daraus in den „Kathol. Miff." Jhg. 1875 S. 13 ff., wo auch Berichtigungen zu R.'S Angaben über die Streitfrage wegen d. malabarischen Gebräuche). Bei der Beschreibung der Einrichtung des Ordens heißt es irrthümlicher Weise, die Professen hätten „unter einem Präses gewohnt“, fie pflegten (alle ?] „das vierte Gelübde" abzulegen, die Zahl der Assistenten des Generals jei zwei gewesen, und die Obern von ihm [einfachhin?] auf drei Jahre ernannt worden (619; vgl. 626), Angaben, welche der Vers fasser kaum gemacht haben würde, hätte er sich im Institutum selbst über den Orden unterrichtet; über die Zahl der Affistenten z. B. (mindestens 4) wird fast in jeder der älteren Generalcongregationen gehandelt. Der hl. Ignatius wurde nicht durch die Bekanntschaft mit den Theatinern 1537 „bestimmt, einen Verein regulärer Kleriker aus den Seinen zu machen“; er hat auch lektere 1534 nicht im Gegensaße hiezu die „Mönchsgelübde" ablegen lassen; er trieb ferner nicht zu Paris während seiner Studienzeit „Grammatik“, die er schon absolvirt hatte. A. erwähnt nicht das in der Geschichte des Heiligen so bedeutungsvolle Bußund Gebetsleben desselben in der Höhle bei Manresa, nur die im dortigen Dominikanerkloster zugebrachten Tage. Ganz unerwiesen ist seine Angabe über die Entstehung der Erercitien des Heiligen, „denen er sich in Manresa [bei den Dominikanern?] unterworfen“. Druffel hatte schon das Projekt des hl. Ignatius zur Befämpfung der ungläubigen mohammedanischen Macht gehässig mißdeutet, als habe derselbe damit Karl V. gewinnen wollen (1. diese Zeitschr. 1882, 383). Herr . geht weiter und stellt, ohne das großs artige Projekt zu nennen, die nackte Anklage hin, ,,Šarl V., der ihm nie hold war, suchte er durch den Vorschlag einer allgemeinen Besteuerung bez. theilweisen Confiscation von Kloster- und Kirchengütern zu gewinnen" (619). Er redet von „politischer Geschmeidigkeit“ des Heiligen, der „nach Ausweis seiner Briefe an den Kirchenpolitischen Ereignissen in der ersten Zeit des Tridentinums großen Antheil genommen habe“; seine Briefe sind in Wirklichkeit ein deutlicher Beweis, daß Ignatius rich in politische Ans gelegenheiten nicht einmischte, aber nichts sehnlicher wünschte, als den Frieden zwischen Staat und Kirche (Vgl. Ž. B. Cartas I. S. 119 ff.).

Der zweite Jesuitengeneral Lainez hat in Nichts „die Strenge des hl. Ignatius gemildert", auch nicht „in theologischen Dingen die Autorität bes hl. Thomas verlassen, an welche jenter die Gesellschaft hingewiesen" (624). Der Jesuit Lesjius ist in der Gnadenlehre nicht als Bertheidiger des scotistischen Standpunktes, (welcher „zur Vorstellungsweise der Pelagianer hingeneigt habe“ 640) aufgetreten“. Der Jesuit Molina trat nicht „dem Bannez entgegen" in der Gnadenfrage, sondern chronologisch umgekehrt, Zeitschrift für kathol. Theologie. Vi. Jahrg.

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Bannez dem Molina (642). Der Jesuit Ballavicini ist in seiner Geschichte des Trienter Concils nicht ganz von Herzen parteiisch“, so daß er deßhalb in dem Kanke’schen Ausspruch S. 606 mit seinem antikatholischen Gegner Sarpi (dem „kühnen und genialen Mönch" 601) auf gleiche Linie gestellt zu werden verdiente. Der Jesuit Anton Ballerini hat nicht die Moraltheologie des hl. Alphons angegriffen" 752; dag gen erhielt der Jesuit Busenbaum, dessen Moral (,, nicht ohne layistischen Anflug“) bloß zwischen den J. 1645—1776 über 200mal aufgelegt wurde, vom hl. Alphons die Auszeichnung, bei dessen Arbeiten zu Grunde gelegt zu werden, wie hinwieder dasjenige Buch, welches „die Moral in der Weise und im Geiste Busens baums (oder besser des hl. Alphons] behandelt“, Gury's Compendium, allerdings „ießt in den meisten theologischen Lehranstalten als Handbuch gebraucht wird“ (752.) Die Jesuiten kamen nicht erst 1579 nach Augsburg (vielleicht Druckfehler) '). Mit der Schuld des Generalprokurators La Valette verhalten sich die Dinge nicht wie A. 666 angibt (vgl. Riffel, Aufheb. d. Ges. Jesu S. 152). Es läßt sich nicht sagen: „Die Abneigung der Jesuiten gegen den Gebrauch der Volkssprache fesselte sie in die Bande des Lateins" (647); viele vom Verf. selbst genannte Namen widers legen diesen Saß in seiner Allgemeinheit vollständig, und Kenner der ita

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1) Eine unverhältnißmäßig große Menge von Druckfehlern verunstaltet

überhaupt das schön ausgestattete Werk. S. 604 zählte ich in 23 Zeilen acht Fehler und zwar hauptsächlich in Namen und Zahlen. Um auf eine Anzahl anderer verdructer Namen aufmerksam zu machen, so steht S. 19 Serilla statt Sevilla, S. 70 Juppiter, S. 102 Bowyer statt Bower, 175 Eusthatius st. Eustathius, 182 Vicenzi st. Vincenzi, 313 Enneo Silvio, 331 Burdimus st. Burdinus, 337 Pechmann ft. Bachmann, 340 Ponti st. Porto, 383 Agnani st Anagni und Ulbert' st. ubert, 398 Philippe de Bel, 417 Cambula st. Cambalu, 436 Aloisi st Alvisi, 466 Rainalucci st. Rainalducci, 488 Taular st. Tauler, 505 Bolozen ft. Bologna, 531 Boccacio ft. Boccaccio, 543 Dominicani st. Domenicani, 555 Campegi st

. Campeggi, 578 feth. J. Gerard ft fath., 603 Matteo st. Maffeo , 605 Zagrabinae ft. Zagrabiae, 660 Vanlet st. Varlet, 680 Faneker st. Franeker, 695 Frayssionous st. Frayssinous, 697 Bosuet, 722 Wilderforce st. Wilberforce, 727 Mauro Cappelari st. Capellari, 732 Senestray st. Senestrey, 741 Leonardo de Porta Maurizio st. da Porto, 742 Roothann st. Roothaanund Raygernst. Raigern, 754 Hire st. Le Hir, 756 Balmès st. Balmes, 757 Neuraguet st

. Neyraguet, 760 Dácheur st. Dacheug und Horwath st. Horváth, 794 Zepherinus u. 1. w. Kos misch ist es, daß noch 1868 zu Bologna ein Autodafé gewesen sein (od; die Imitatio Christi wäre (nur?) über 200mal edirt worden; in Uteberschriften kommt vor: Auswüchse der Scholastik 499 statt Auss bildung, Kirchengeschichte 12 st. Kirchenrecht, und der ganze § 137 läuft in dem Columnentitel mit der falschen Zahl 157 durch; in der Literaturangabe S. 419 erscheinen hinter Gräß Gesch. d. Juden sechs Punkte statt Fahr, Ort und Bändezahl; richtig steht gewöhnlich Bonifatius gedruckt, S. 306 und sonst aber auch Bonifacius; Callirt 331, 326 wechselt mit Calixt 381, 799 u. s. w.

lienischen, französischen, spanischen, portugiesischen, ungarischen, böhmischen und polnischen Literatur wissen recht wohl, daß die Jesuiten in allen diesen Sprachen bleibende Muster des Stils geliefert haben. In Deutschland übten die öffentlichen Verhältnisse einen abnormen Einfluß.

Die Jesuiten führen uns zu einem Schlußwort über Pius IX. Unter diesem Papste fiel, sagt ft., „der Schwerpunkt des geistlichen Einflusjes den Jejuiten zu" (728). Schon in dessen ersten Jahren seit 1848 machte sich auch in der Presse der Einfluß der Jesuiten geltend, die sich in der , Civiltà cattolica' ein mächtiges, unter Pius IX. vom Vatican inspirirtes und halbofficielles Blatt schufen" (762). . weiß von dieser Zeitschrift und der Stellung der Curie zu den Fesuiten, daß die „Redactoren der Civiltà 1866 der Jurisdiction des Ordensgenerals enthoben und zu einer Art eigener Congregation erhoben wurden, welche ausschließlich unter der Aufsicht des Vaticans arbeitete“ (729); daß aber der Eriesuit Curci, einst M it begründer und lange die Seele der Civiltà cattolica, in seinen Schriften, besonders in der 1881 erschienenen Nuova Italia ed i vecchi zelanti (unter andern Extravaganzen den Verzicht des Papstthums auf die Wiederherstellung der mittelalterlichen Papalhoheit und den Bruch der Curie mit den von dem Jesuitenorden vertretenen firchenpolitischen Tendenzen forderte und in lebhafter Sprache begründete" (725); daß endlich unter Leo XIII. die ,Civiltà' aufgehört hat ein officiöses Organ zu sein, und der Papst sich bis Sommer 1878 der , Aurora' als solchen bediente“ (763). Alles unrichtig.

Zunächst wurde die Civiltà 1866 nicht „der Jurisdiction des Ordensgenerals enthoben“; im Gegentheil heißt es in dem bezüglichen in der Civiltà' veröffentlichten Breve Pius IX. ganz ausdrüdlich: Collegium idem a Praeposito generali ipsius Societatis in omnibus pendere plane debet (1866 Ser. VI. vol. VI. p. 7); sodann wurden ihre Redactoren keine „Art eigener Congregation“, sondern, indem sie ein eigenes Haus erwarben, erhielt dieses nur die „Rechte und Privilegien der anderen Collegien der Gesellschaft Jesu" (ib. im Breve); sie wurden, weil verschiedenen italienischen Ordensprovinzen angehörig, zusammen der Leitung des Generals auf dessen Vorschlag untergeben, dagegen von derjenigen ihrer betr. Bros vinziale eximirt, eine fast von selbst sich verstehende Maßregel (ib.); ferner besteht die ganze „ausschließliche Aufsicht des Vaticans“ und seine Inspiration darin, daß der Bapst dem neuen Collegium, das mit seiner publiciftischen Thätigkeit gegenüber der Unzahl kirchenfeindlicher Blätter in Italien den Bedürfnissen der Zeit so sehr entsprach, seinen besondern Schutz widmete und dann und wann Themata zur Behandlung bezeichnen ließ. Ferner die Civiltà war „mächtig“ genau in dem Verhältniß, wie der nicht unin= telligente Leserkreis ihr und ihren Arbeiten über kirchliche Fragen, Philosophie, Geschichte, Archäologie, Philologie, Naturkunde u. i. t. Interesse entgegenbrachte. Ferner ist es unrichtig, daß die Beziehungen der Civiltà zu Leo XIII. andere gewesen als zu Pius IX., unrichtig, daß unter Leo die Aurora' an Stelle der Civiltà getreten sei (vor wie nach veröffentlicht der ,Dsservatore Romano die officiellen Mittheilungen), unrichtig namentlich, daß Curci, der Gründer der Civiltà, einer „Kirchenpolitik" der Fesuiten entgegen den Verzicht des Papstes auf Wiederherstellung der mittelalterlichen Bapalho heit gefordert, geschweige dennt, wie s. jagt, begründet hat. Ebensowenig wie der Papst oder die Jesuiten auf den Gedanken der Wiedererweckung jener Bapalhoheit verfallen sind, hat selbst die neapolitanische Phantasie eines Curci ihnen solche Pläne beigelegt. Curci erlaubt sich Pius IX. des Ehrgeizes zu zeihen; aber die gedachte Anklage hat er doch nicht gewagt; dafür kannte er die Dinge in Italien allzu gut.

Pius IX. erscheint bei R. durchaus nicht in dem Lichte, welches ihm gebührt. Mit einer sozusagen einschnürend wirkenden Kälte geht der Verf. an der großen Gestalt dieses Papstes vorüber. Hier empfindet man ganz, was Schweigen in geschichtlichen Dars stellungen für Dienste leisten kann. Für die liebevolle Süte und großartige Stärke feines Charakters erwartet inan ohnehin von diesem Lehrbuch, dessen Ton aus allem Obigen hinreichend bekannt. geworden ist, keine Anerkennung; es mochte der Verfasser meinet: wegen auch übergehen die ganz einzige Herrschaft seiner durch das Leiden verklärten bis in's After so geistesfrischen, glaubensmuthigen und redemächtigen Persönlichkeit über die Herzen aller treuen Gläubigen in der weiten Christenheit, die wie die Familie um den Vater fich schaarten, ein in der ganzen Geschichte sonst nie gesehenes Schauspiel; aber statt der verschiedentlichen Insinuationen wider diesen Papst wäre zur Erhebung für die vor so große fünftige Aufgaben gestellte studirende Fugend eine warme Zeichnung seiner providentiellen Mission in den geistigen Kämpfen der Gegenwart recht wohl an der Stelle, ja unerläßlich gewesen. Der Katholit, welcher gewohnt ist, der Weisheit seines Kirchenhauptes dessen Verhalten in öffentlichen Fragen vertrauensvoll anheimzugeben, fühlt es bitter, wie der Verf. an der Stellung Pius IX. und Leo XIII. gegenüber der neuen italienischen Staatsmacht nergelt. Er möchte

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