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sie wohl tödten, doch die Seele nicht. (11. October 1531) Ungrofsmüthig und niederträchtig ward noch seine Leiche misshandelt, geviertheilt und verbrannt. Die Sage liess sein Herz unversehrt in der Asche gefunden, und von Mykonius, dem treuen Freunde, aufbewahrt werden.

Huldreich. Zwingli ist als eine der ausgezeichnetsten Gestalten seines Jahrhunderts und als einer der grössten Eidgenossen neuerer Zeit zu betrachten. Mit der tiefen Weisheit eines gründlich gebildeten Gottesgelehrten, und der Würde eines ächten Priesters Christi vereinte er (alle Tugenden eines Patrioten; mit evangelischer Milde und Sanftmuth des Herzens unverzagten Sinn und Starkmuth in allen Lagen des Lebens. Als Philosoph steht er weit über Luther, der oft sich nicht ausser der Sphäre des für seine Sache hochbegeisterten Mönches halten konnte; als Mensch auf gleicher Stufe mit ihm. Seine zahlreichen Verdienste näher zu schildern, wird die Aufgabe des Herausgebers von Huttens Werken zu einer andern Zeit seyn,

Die Werke Zwingli's lassen sich vorzüglich in 3 Hauptabtheilungen bringen : 1) in eine didaktische, 2) polemische; 3) in Paraphrasen und Kommen. tare über die heiligen Bücher. Eine treffliche Ausgabe derselben im Auszug, zu allgemeiner Verständniss ganz teutsch, nebst sehr zweckmässiger Lebensbeschreibung, haben die 2 Züricher Gelehrten Usteri und Vögelin besorgt. Aeltere Biographien sind vorhanden von: Bullinger, Mykonius, Bibliander, Hottinger, Adam, Freher u. A. Eine äusserst gelungene neuere findet man in dem von Kayser her-ausgegebenen Reformat. Almanach. Auch von seiner Gattin, der biedern Anna Reinhard, ist vor Kurzem eine solche erschienen,

20) Heinrich Lorit Glareanus, (nach Einigen) also benannt von seines Vaters Hause a Glareana (am Steinacker), Philosoph, Mathematiker, Geschichtforscher, Geograph und Theolog, ward im Jahr 1488 zu Glarus in der Schweiz geboren; daher mir wahrscheinlicher däucht, dass er von diesem, seinem Vaterort, den Zunamen Glareanus"

.26 erhalten. Er machte sich friih als Dichter berühmt, und lehrte mit grossem Beifall zu Köln und Basel Philosophie, zu Freyburg Geschichte und Poesie; übrigens mochte er nirgend, und unter keinen Umständen seiner Sucht in Witz zu glänzen, entsagen, durch welchen er zwar oft allgemein entzückte, aber auch wiederum die bittersten Gegner wegen seiner bittern Spottereien sich zuzog. Man erzählt von ihm sehr viele, und wirklich drollige Anekdoten, welche in der That von Humor, glicklichen Einfällen, unil gesunder Ansicht der Dinge zeugen. Luthern war er unversöhnlich gram, und einer seiner thätigsten Gegner. Er starb den 28. März 1563 zu Freyburg.' Schriften: In Arithmeticen Isagoge; - Annotationes in Horat. Flacc. - in Ovid. Metamorphoses ; - in Ciceronis lib. de Senec in Sallust. opera ;

in Cæsar. Commentar.;in Livium cum Chronologia ; - in Sueton. ; Eutrop., Boethii Opera. Der treffliche Kommentar in Taciti Germaniam ; ferner; in Dionys. Halicarnass.; Terent. carmina judicium. De Ponderib, et Mensuris. Descript. Helvetiæ. - In laudem 4 pagorum et 13 urbium et partium Helvetior. Panegyricon;- in Fueslini Thes. hist. Helvetice; Dodecachordeum. De Geographia Lib. 1. De asse et partib. ejus.

Vergl. Jöcher; Iselin u. A.

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21) Joh. Abstemius von Botz heim. Die Familie der Herren dieses Namens stammte ursprünglich aus dem Elsafs, von dem, anderthalb Meilen von Schlett

stadt gelegenen Flecken Botzheim. Im Jahr 1440 war ein Ritter Hans von Botzheim bischöflich Strasburgischer Amfmann zu Sasbach, und Vogt zu Ortenberg. Junker Bastian (1486) Forstmeister in der Landvogtei Hagenau; Michael um dieselbe Zeit kaiserl. Amtmann in der Ortenau. Joh. v. Botzheim, von dem hier die Rede ist, um das Jahr 1499 Domherr an der Stift zu Konstanz. Er besass ausgebreitete Kenntniss, einen sehr ruhigen, liebenswürdigen Charakter, und gehörte zu den vertrautern Freunden des Erasmus, welcher wohl selbst eine Zeitlang sich in seiner Nähe nieder zu lassen gedachte. Er war es daher auch, den der Geäng. stigte in seinem Streit mit Hutten, Eppendorf und Brunfels mehr als einmal zu Rathe zog, und von sämmtlichen Vorfällen in diesem Handel jedesmal unterrichtete.

Vergl. Iselin hist. Lexik."

22) Johann Fisher, Bischof von Rochester und Kardinal, ward zu York in Engelland geboren. Sein Hof ernannte ihn, nachdem er sowohl als Geistlicher, dann als Gelehrter die öffentliche Meinung fiir sich gewonnen,

zum Kanzler und Professor der Universität Cambridge. Hier bestimmte er durch seinen Einfluss die Regentinn Margaretha, König Heinrichs VII. Mutter zur Stiftung zweier neuer Kollegien, und leistete der Hochschule selbst ganz vorziigliche Dienste. Die bischöfliche Tiare von Rochester, und die Stelle eines Erziehers bei dem jungen Prinzen Heinrich, der als der VIII. dieses Namens bald nachher Engellands Thron bestieg, waren die nächsten grossen Beweise des Vertrauens, das man in seinen Charakter sowohl, als in seine Gelehrsamkeit setzte. Fisher war den Evangelischen nicht geneigt, schlug sich zur Erasmischen Parthei, und nahm auch desshalb den jungen König gegen Luthern und seine Anhänger gleich anfangs ein, so wie er selbst

mehrfach durch Schriften diese seine Abneigung zu beweisen bemüht war. Dessen ohngeachtet entgieng er seinem Schicksal nicht. Er hatte des Königs Ehescheidung von der arragonischen Katharina , im Einverständniss mit seinem Freunde Morus feierlich missbilligt, und eben so gegen die Abschaffung des Pabstthums in Grossbrittanien sich nachdrücklich erhoben. Dieser Schritt brachte ihn ins Gefängniss, und, als er während dieser Zeit, von Rom aus den Kardinalshut erhielt, auf das Schaffot. (1535, den 22. des Brachmonats.) Unter seinen Schriften bemerke ich die wider Luther geschrie-** benen: Pro sacri sacerdotii auctoritate. Homiliæ ad plebem advers.. 41 Lutheri articulos. De veritate corporis et sanguinis Christi in Eucharistia. - L. V. adv. Oecolampadium, - De 7 Sacramentis. - In 7. psalmos David. pænitent, meditat. - Contra captivit. Babylonic. Lutheri. De Matrimon. regis Angliæ. Precation. lib. Pro damnatione Lutheri lib.

Vergl. Ribadeneira, Sander, Iselin etc.

23) Johannes Kaiser, oder Cäsarius, bekannt als Philosoph und Arzt, ward zu Jülich im Jahr 1460 geboren, studirte zu Paris, nahm später seinen Aufenthalt zu Köln, ward als Protestant im Jahr 4513 aus dieser Stadt vertrieben, kehrte später noch einmal zurück, und starb im Schoose der katholischen Kirche, der er sich renig wieder in die Arme geworfen (1551, mithin, 90 Jahre alt). Schristen: Rhetorica ; Dialectica; ferner gab er nachstehende Klassiker heraus : Diomedes grammaticus.

C. Plinii Secundi opus hist, natural. Boëth. de Consolat. philosophiæ. – Endlich: Bertrutit compendium practicum.

Vergl. Jöchers Gel. Lexik. T. I.

24) Mercurin Alborio de Gattinara, von seinem Vaterort also geheissen, bekleidete am Hofe von Savoyen die Stelle eines Staatsraths; bei Kaiser Ma. ximilian I. die eines Präsidenten der Grafschaft Bur. gund; und unter Karl V. mit Chievres das Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten, später ausschliesslich das Kanzleramt, nachdem sich seines Kollegen Einfluss stark

gemindert. Ein ehrenvoller Zug in seiner Verwaltung dieser Geschäfte ist seine beharrliche Weigerung den Madriter Frieden zu unterschreiben, da er sowohl des Königs Haft als übrige Behandlung unedel, ungrossmüthig und unzweckmässig fand. Ausser diesem soll er bei allen Anlässen immer ein Anhänger des mildesten Systems, und einer der verständigsten Räthe Karls gewesen seyn. Als Kardinal starb er zu Innsbruck, im Jahr 1530.

Vergl. Seckendorf. H. Luth.; Iselin histor. Lexik, II. Band.

25) Johannes Glapion, Kaiser Karls V. Beichtvater, war ein geborner Franzose, aus Ferte - Bernard, im Herzogthum Maine. Er erwarb sich, in den Orden des heil. Franziskus getreten, durch Kenntnisse, wie durch den Nimbus von Gottseeligkeit, einen vortheil. haften Leumund in Belgien, gewann die Freundschaft des Erasmus von Rotterdam, und stand mit ihm in fortwährendem schriftlichen Verkehr. In der Folge ward er zum Beichtvater Maximilians I. ernannt, und in gleicher Eigenschaft bei dessen Enkel, Karl V. angestellt. Man schrieb ihm grossen Einfluss auf die Entschlüsse des Kaisers in Betreff der Religionsangelegenheiten zu, bei welchen er die Parthei der Orthodoxen aufs Standhafteste verfocht, und unterstützte. In seinen Ansichten soll er jedoch nicht stets die grösste Konsequenz gezeigt haben. Er wurde vielleicht durch den Minister

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