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vor ihrer Absendung gestorben sein. Erst Dante's Sohn schiçte sie an Giovanni. Außer den beiden latein. Episteln an Dante existiren von Giovanni noch drei andere Eclogen, von denen jedoch nur Einiges gedruckt ist. Auch ist uns noch die Grabschrift erhalten, welche Giovanni für Dante verfaßt hat. Sie lautet:

DANTIS ALAGERII

EPITAPHIUM

COMPOSITUM

AB

JOANNE DE VIRGILIO.

Theologus Dantes nullius dogmatis expers,

Quod foveat claro philosophia sinu, Gloria Musarum, vulgo gratissimus auctor,

Hic jacet et fama pulsat utrumque polum. Qui loca defunctis graduum regnumque gemellum

Distribuit logicis rhetoricisque modis, Pascua Pieriis demum resonabat avenis,

Atropos heu laetum livida rupit opus.
Huic ingrata tulit tristem Florentia fructum,

Exilium vati patria cruda suo:
Quem pia Guidonis gremio Ravenna Novelli

Gaudet honorati continuisse ducis.
Mille trecentenis ter septem numinis annis

Ad sua Septembris Idibus astra redit.

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Dante, der Gottesgelehrte, vertraut mit jeglichem Dogma,

welches die Philosophie nährt an der herrlichen Brust. Er, der Stolz der Musen, des Volkes geliebtester Sänger,

ruht hier, aber sein Ruhm reicht bis ans Ende der Welt. Der die Räume der Tief und die anderen Reiche der Seelen

ausgetheilt mit des Geists und mit des Wortes Gewalt, auch zuletzt mit der Musenschalmei die Fluren erfüllte,

ihm hat das heitre Geschäft Atropos neidisch zerstört. Undankbar hat ihm Florenz, die grausame Heimath

ihrem Dichter, o Schmach! nur mit Verbannung gelohnt; doch das edle Ravenna, am Herde des Guido Novello,

der dort rühmlich gebot, pflegte mit Freude den Gast. Am neunzehnten September des Jahrs eintausend drei

hundert und noch siebenmal drei kehrt er zum Himmel zurüc.

Orelli stellt dieser Grabschrift mit Recht die kürzere und weit beredtere Boccaccio's gegenüber, in welcher er die Verdienste Dante's preist (in s. vita di Dante).

„Das war der Dante, der von Gott durch besondere Gnade unserer Welt beschieden war! Das war der Dante, der zuerst der Wiederkehr der aus Italien verbannten Musen den Weg eröffnen sollte! Durch ihn ward die Reinheit der florentinischen Mundart offenbar; durch ihn die Schönheit der Volkssprache nach festen Geseßen geregelt; durch ihn, kann man sagen, die erstorbene Dichtung zu neuem Leben erweckt.

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Ueber

Dante's allegorische Auslegung

Feiner Cauzonen.

n der vorliegenden Erklärung der lyr. Gedichte

. Dante's wurde absichtlich nirgend des allegorischen Sinnes erwähnt, in welchem der Dichter selbst einige derselbeit in seinem Werke il convito oder das Gastmahl auffaßte und auslegte. Es geschah dieß aus dem Grunde, weil es uns nur darum zu thun sein konnte, den ursprünglichen, vom Dichter, als er sie drieb, selbst beabsichtigten Sinn seiner Worte zu erkennen, nicht aber was er vielleicht in viel späterer Zeit, in welcher sein Geist in anderer Richtung sich bewegte, andere Bedürfnisse fühlte, andere Zwecke verfolgte, in jene Worte hineinges Deutet hat. Wir haben auch in den von Dante allegorisch erklärten Canzonen Gesänge der liebe gefunden, die dem Herzen des lebendigfühlenden Dichters entquollen und die Um- und Ausdeutungen derselben durch den späteren philosophirenden Verfasser fod uns das richtige Urtheil über ihren wahren Sinn so wenig trüben, als uns die allegorischen Deutungen, weldhje das Hohelieb und manche andere Erzeugnisse der hebräischen Literatur in späteren Zeiten erfahren mußten, das gesunde Verständniß des Textes zu verdunkeln vermögen. THE Um sich aber die Möglichkeit einer spätern philosophischen Umdeutung von Liebescanzonen durch den Dichter selbst zu erklären, muß man den Plan und Zwed ins Auge fassen, welcher der Abfassung des convito zu Grunde lag.

Dante befand sich bereits mehrere Jahre im Eril; er hatte fich in der ersten Zeit den Unternehmungen seiner Mitverbannten angesdhlossen, mit bewaffneter Hand sich die Nüdfehr nach Florenz zu erzwingen. Nach dem Scheitern derselben sudyte er in anderer Weise seine Rückberufung zu erhalten. Er wollte seinem Vaterlande einen glänzenden Beweis feinter geistigen Befähigung geben. Er, dessen Lieder bereits überall gekannt und gepriesen wurden, wollte zeigen, wie er auf einem ganz anderen Felde als dem der Liebespoesie, als der. Stolz und die Ehre seiner Vaterstadt betrachtet zu werden verdiene. Was sein Dichterruhm ihm nicht verschaffen konnte, das sollte ihm die Achtung vor seiner Gelehrsamkeit, vor der Mannigfaltigkeit und Tiefe seines Wiffens erringen - Auf hebung seines Verbannungsurtheils, Heimkehr in die heißersehnte Vaterstadt. P07

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