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1'8 24.

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Vorrede.

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Seitdem die theologische Polemik aus der Reihe der akademischen Wissenschaften verschwunden ist und der Vortrag der christlichen Glaubenslehre einen blos thetischen, ja hier und da selbst historischen Charakter angenommen hat: ist auch' die griindliche Kenntniss der dem protestantischen gegenüberstehenden kirchlichen Lehrsysteme bei einem grossen Theile unserer Geistlichen, ja sogar bei vielen gelehrten Theologen untergegangen und nicht mit Unrecht haben insbesondre katholische Schriftsteller den protestantischen zum Vorwurf gemacht, dass diese den römischen Lehrbegriff nicht in seinem organischen Zusammenhange überschauten und oft selbst iiber Hauptdogmen ganz irrige Vorstellungen an den Tag legten. Um diesem Uebelstande abzuhelfen, machte ich es mir von jeher in den dogunatischen Vorlesungen zur Pflicht, die den protestantischen entgegengesetzten kirchlichen Lehrmeinungen vollständig und in möglichster Schärfe darzulegen, fand aber bald, dass mein Zweck auf diese Weise nicht ganz erreicht werden könnte, da das Einzelne zu sehr zerstreut werden musste und der Faden, der durch ein wohl verbundenes Lehrsystem (wie z. B. das katholische), sich hindurchzog, nicht recht festzuhalten war. Da nun in dem Umfange der neuern 1heologischen Literatur keine Schrift sich darbot, welche den Zuhörern zum Selbststudium empfohlen werden konnte, indem Marheinecke's grösseres Werk theils nur den Katholicismus umfasst, theils fiir die meisten Theologie Studirenden zu theuer ist, desselben Gelehrten kleinere Institutiones aber nicht nur vielfache Erläuterung durch Vorlesungen vorauszusetzen scheinen, sondern auch die Uebersicht der Differenzpunkte durch den vom Verfasser befolgten Plan erschweren, so gerieth ich früh auf den Gedanken, zunächst für meine dogmatischen Zuhörer symbolische Tabellen anzufertigen und als Erläuterung und Beleg die wichtigsten Stellen der symbolischen Schriften

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der verschiedenen Kirchenpartheien in Grundtexte beizufügen Indem ich nun das Werk, worin dieser Plan ausgeführt ist, dem Publikum übergebe, möge mir verstattet sein, die Grundsätze, die mich leiteten, noch etwas ausführlicher zu entwickeln.

Meine Hauptabsicht gieng dahin, das gegenseitige Verhältniss des katholischen, orthodox - griechischen, protestantischen und socinianischen Lehrsystems nicht nur richtig und mit der nöthigen wis-, senschaftlichen Bestimmtheit, sondern auch so darzustellen, dass die Abweichung und Uebereinstimmung mit einem Blicke übersehen werden könnten. Das letztere glaubte ich am besten durch comparative Tabellen zu bewirken, in welche ich aber, um sie nicht zu überladen und eben dadurch ihre Brauchbarkeit zu vermindern, nur die Hauptdogmen aufnahm. Richtigkeit der Darstellung suchte ich durch anhaltendes Studium der symbolischen Bücher jeder Parthei zu erreichen, und ich war in dieser Hinsicht so gliicklich, theils durch die hiesige akademische, theils durch die Nürnberger Stadtbibliothek (deren gefälligem Vorsteher ich hiermit verbindlichst danke), selbst die seltnern Werke dieser Art zum Gebrauch zu erhalten. Ganz leicht war das Geschäft indess nicht, aus diesen Symbolen den echten Lehrbegriff jeder Parthei herauszusuchen, da sie bald nicht vollständig, bald in geflissentlicher Zweideutigkeit; bald ohne wissenschaftliche Schärfe denselben darlegten;, denn so präcis und klar, wie die Symbole der evangelisch - lutherischen Kirche, sind keine der übrigen abgefasst. Wer je in diesem Fache gearbeitet hat, wird mir gewiss recht geben und da, wo ich gefehlt, nachsichtsvoll urtheilen. Ich bin mir bewusst, überall mit der Unpartheilichkeit eines historischen Interpreten zu Werke gegangen zu seyn.

Eben hierin liegt aber zugleich auch der Grund, warum ich nicht blos, wie ich anfangs entschlossen war, die Excerpte aus den Symbolen gegeben, sondern diesen hie, und da noch besondre Erläuterungen beigefügt habe. Die letztern hätten noch gar sehr ausgedehnt werden können, wenn es mir mehr um Anfüllung der Bogen, als um das Festhalten meines Plans zu thun gewésen wäre; namentlich hätte ich die allmählige Gestaltung des Lehrbegriffs, die Form, welche er bei den wissenschaftlichen Dogmatikern erhalten, die Beweise, welche für die einzelnen Lehrsätze aus der Bibel und Tradition geführt zu werden pflegen u. $. t. nachweisen können; aber ich hielt es für rathsam,

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alles Historische, so wie das, was nicht kirchliche Sanction hat, bestimmt auszuschliessen, um so mehr, da die gelehrte Welt wohl nicht oline Hoffnung der Fortsetzung des verdienstlichen Marhei: necke'schen Werks entgegen sehen darf.

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Dass ich bei Darstellung des kirchlichen Lehrbegriffs mich aus schliesslich an die sanctionirten Symbole gehalten habe, bedarf keiner Rechtfertigung. Hinsichilichdes katholischen Lehrbegriffs bin ich durchaus den Beschlüssen der Trid. Synode gefolgt und habe da, wo elwas aus dem Catech. Rom. allein aufgeführt

' ist, diess allemal sorgfältig bemerkt, weil ich wohl weiss dass man katholischer Seits diesem Catech. keine dogmatisch verbindende Kraft allgemein zugesteht, obschon er in den Hauptsachen mit den Decreten des Trid. Conciliums unleugbar übereinstimmt. Ganz übergehen mochie ich ihn aber doch nicht; denn wenn man ihn nicht als symbolisch recipirt hat, so scheint mir der Grund davon nicht sowohl in seiner Abweichung von der allgemeinen katholischen Kirchenlehre, als darin zu liegen, dass man der römischen Curie das Recht, ein allgemein verbindliches Lehrbuch in der Kirche einzıführen nicht zugestehen wollte *). Auch ist es in der That nicht abzusehen, wie der Oberbischoff der Kirche ein Buch, das nicht den reinen katholischen Lehrbegriff enthält (mit Ausnahme des Dogma's von der Macht des Pabstes), anfertigen und unter seiner Autorität bekannt machen lassen könnte. Eben deshalb glaubte ich auch mit Marheinecke die Professio fidei Trid. unter die katholischen Symbole zweiter Ordnung setzen zu dürfen, da jeder Geistliche, wenigstens in Deutschland und Italien, darauf verpflichtet wird und der Pabst im Namen der Kirche doch kein der katholischen Orthodoxie zuwiderlaufendes Glaubensbekenntniss von den

es

*) Eb:n so wenig kann das Bellarminsche Werk um deswillen seine dogmatische Brauchbarkeit ver

lieren, weil vom Pabst Sixtus V. in den index librorun prolibitorum gesetzt worden ist.
Denn dieses geschah nicht wegen Abweichung des Verf. ton kathol. Lehrbegriff in Principien oder
Folgesätzen, sondern weil er die weltliche Macht des Pabstes nur für eine indirecte gelten lasseu
wollte.

Dagegen trägl B. den Lehrsatz von der geistlichen Macht des römischen Bischofls in aller
nur erdenklichen Sirenge fors

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