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Vorrede.

Je grössere Wichtigkeit das erste vaticanische Concil des Jahres 1869/70 für das kirchliche und staatliche Leben beansprucht, um so unerträglicher erscheint die Lücke in der bisherigen so überreichen Concilsliteratur, dass die zahlreichen Aktenstücke und Nachrichten nirgends vollständig und zu handlichem Gebrauch gesammelt worden sind. Sämmtliche bisher erschienenen Sammlungen geben nur Fragmente, und sie setzen bei dem Leser nicht nur eine vollständige Kenntniss der Geschichte des Concils voraus, sondern beanspruchen auch, dass der Leser diese Geschichte 80 gegenwärtig habe, um jedes ihm gebotene Aktenstück sofort in den Rahmen der Ereignisse einreihen zu können.

Durch die vorliegende Sammlung beabsichtige ich die angedeutete Lücke auszufüllen.

Ich gebe zunächst im ersten Buche eine Geschichte des Concils, die in den Nachträgen bis fast auf den heutigen Tag fortgeführt, nicht nur einzelne bisher unbekannte Punkte aufhellen, sondern auch gleichzeitig alle Aktenstücke des Concils in einen organischen Zusammenhang setzen soll.

Die römischen Ziffern deuten auf die im dritten Buche mitgetheilten 112 Aktenstücke hin, die sich theils auf die

Ereignisse vor dem Concil, theils auf dieses und seine Beschlüsse, theils endlich auf die Reception der letzteren beziehen.

Dass ich dabei die wichtigen Concilsvorlagen, welche Friedrich in seinen documenta Vaticana veröffentlichte, übergangen habe, wird keiner Rechtfertigung bedürfen; nur das Schema de ecclesia habe ich aufnehmen zu sollen geglaubt und das Schema de fide so wie die Annotationes zu dem Schema de ecclesia waren schon gedruckt ehe Friedrichs Sammlung erschien, und ihr vollständiger Inhalt durch diese authentisch mitgetheilt wurde.

Mit der Geschichte des Concils habe ich eine Uebersicht der auf dasselbe bezüglichen Literatur verbunden, und wenn mir auch manche Schrift entgangen sein mag, so habe ich doch in den Nachträgen die Lücken so weit möglich auzsufüllen gesucht und die 1041 von mir namhaft gemachten und systematisch geordneten Schriften sind immerhin genügend, um ein anschauliches Bild von der gewaltigen durch das Concil angefachten literarischen Bewegung zu geben.

Für denjenigen, welcher tiefer eindringen will, sorgt die Sammlung im zweiten Buche.

Auch unwichtigere Ereignisse werden dort - regelmässig mit Angabe der Quelle - mitgetheilt; desgleichen noch 180 kleinere Aktenstücke, die bisher in unzähligen Zeitungen und Zeitschriften zerstreut waren. Kaum eines wird mit Stillschweigen übergangen sein, und jedenfalls habe ich Sorge getragen, dass der Ort, wo es gefunden werden kann, angegeben ist.

Ebenso habe ich geglaubt einem Bedürfnisse zu genügen, wenn ich im Zweiten Anhange den Syllabus Pius IX. abdrucken liesse. Derselbe ist in letzter Zeit so viel genannt worden, und hat nach dem Concil eine so erhöhte Bedeutung gewonnen, dass er in einer Sammlung von Concilsactenstücke füglich nicht ausgelassen werden kann.

Dass ich bei der Darstellung und Gruppirung des Stoffes mit der bei einem Quellenwerke erforderlichen Unparteilichkeit verfahren bin, kann ich versichern. Und ich meine, dass die Vorwürfe, welche mir wegen Benutzung des Quirnus und der Friedrich’schen Schriften etwa gemacht werden sollten und bereits gemacht sind, schon deswegen der Begründung entbehren, weil ich bei jedem diesen Gewährsmännern entnommenen Factum regelmässig auf die Quellen verweise, und so der Glaubwürdigkeit derselben in nichts präjudicire.

Während die den Anfang des Buches bildende Inhaltsübersicht überhaupt die Orientirung in dem weitschichtigen Stoff erleichtern soll, habe ich durch die zwei ausführlichen Schlussregister mein Buch auch für den practischen Gebrauch nutzbar zu machen gesucht.

Und so glaube ich denn mit demselben auch der mir als Mitherausgeber der Zeitschrift für Kirchenrecht obliegenden Verpflichtung Genüge gethan zu haben, deren Lesern in der besten und ausgedehntesten Weise über den wichtigsten, in seinen Folgen noch unberechenbaren kirchlichen Vorgang der Neuzeit Mittheilung zu machen. Leipzig 12. Juni 1872.

Emil Friedberg.

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