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Gli Jac. Planck Abriss e. hist. u. vergleichend. Darstell. d. dogmat. Systeme uns, verschied. christl.

Hauptpartt. u. 8. W. Gött. (1796. 1804.) 1822. 8. (vgl. nenes theol. Journ. 9. B. $. 75 ff.) Ph. Marheinecke christl. Symbolik oder hist. - krit. und dogmatisch - comparative Darstell. des kathol.,

luth., reform. U. socin. Lehrbegriffs u, s. w. Heidelb. 1810— 13. 1. Thl. 1-3. Bd. 8. System d. Ka-
tholicismus (vgl. Bengels theol. Archiy. 1. B. S. 446 ff. Allgem. Lit. Zeit. 1811. II, 177 ff. 185 ff.

Egzbl. 1815. 393 ff. 401 ff. Theol. Annal. 1811, S. 161 ff. 1814, S. 455 ff.)
Dess. Institutiones symbolicae doctrinar. cathol., protestantt., socinian., eccles. graec. minorumque societatt.

christ. summam et discrimina exhibentes. Berol. (1812. 1825.) 1830. (8. Ammons krit. Journ. d. Theol.

1. Bd. S. 348 ff. Allgem. Lit. Zeit. 1826. I. No. 39.) Herb. Marsh vergleichende Darstellung der protest. engl. u, rön. kathol. K. od. Prüfung d. Protestan

tism. u. Katholicism. nach dem gegenseit, Gewicht der Grundsätze und Lebren u. s. w., aus dem Engl.
übers. m. Anm. u. Beilagen von J. Cph. Schreiter. Sulzbach 1821. gr. 8. (n. theol. Annal. 1823.
I. S. 44 ff.)

Den Namen der Symbolik usurpirte auch:
J. A. Möhler Symbolik od. Darstellung der dogmat. Gegensätze der Katholiken u. Protestanten nach ihren

öffentl. Bekenntnissschriften. Mainz (1832. 1833. 1834.) 1835. 8. Es ist eigentlich eine Polemik gegen
den Protestantismus (obschon die kleinern Parteien im 2. Buche, freilich als ;protestantische Secten“, 21-
gleich mit abgehandelt sind). Die unhistorische Vermengung der iò den Privatschriften der Reformatoren
vorliegenden Lehransichten mit den Lehrbestimmungen der symb. Bücher, ja die Vernachlässigung der
letztern, die Unfähigkeit, sich auch nur -für Momente vom kathol, Standpunkte loszureissen und in den
Ideengang consequenter Denker zu versetzen, endlich der scharfe, mebr bemitleidende als verunglimpfende

Ton veranlassten viele protestantische Gegenschriften; die zwei gelehrtesten , sind:
Ferd. Chr. Baur Gegensatz des Katholicismus u. Protestantismus nach den Principien u. Hauptdogmen

der beiden Lehrbegriffe. Tübing. 1834, 8.
K. Im. Nitzsch Protestant. Beantwort. d. Symbolik Möhlers (in 5 Artik.), zuerst in den theolog. Stu-
dien u. Kritik. 1834. 1. 2. 3. u. 4. Hft. 1835, 2. Hft., dann zusammengedruckt Hamb. 1835, 8.

Gegen Baur schrieb aber: Möhler Neue Untersuchungen der Lehrgegensätze zwischen den Katholiken u. Protestanten. Mainz (1834.)

1835. 8., welche Schrift beleuchtete : Baur's Erwiderung auf Möhlers neueste Polemik gegen die protest. Lehre u. Kirche, Tüb. 1884. 8.

Ausserdem ist gegen Möhler zu vergleichen Evang. Kirchenzeit. 1834. No. 82. 84., 1835. No. 1. 37 - 40..102-104., 1836. No. 8. 9. 20. 21,

! 2 Dass die Symbolik als ausschliessliche Quelle ihres wissenschaftlichen Materials nur diejenigen schriftlichen Darstellungen des Lehrbegriffs einer fraglichen Kirchenpartei, welche von dieser selbst als authentische Bekenntnisse der ihr eigenthümlichen Glaubenslehre ausgegeben worden sind, betrachten dürfe, ist an sich einleuchtend '). Zwar haben diejenigen Kirchenlehrer, welche bei der Partei selbst in der Rufe rechtgläubiger stehen, ebendeshalb das Vorurtheil für sich, dass auch ihre Privatschriften dem Lehrbegriffe der Partei conform sein werden; allein theils ist durch jenen Ruf der Orthodoxie, der überhaupt nicht von der Gemeinde, sondern von den Theologen eines gewissen Zeitalters ausgeht, nicht jede Abweichung vom kirchlichen Lehrbegriffe ausgeschlossen der Symbo

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1). Daher auch das Verfahren eines berühmten Theologen, welcher die luth. Kirchenlehre zugleich aus den Schriften der ältern (orthodoxen). Dogmatiker ableiten wollte, Widerspruch gefunden hat und als verwirrendbezeichnet worden ist.

lik muss es aber darauf ankommen, auch in den kleinern Detajls die dogmatischen Ueberzeugungen einer fraglichen Partei darzulegen, - theils ist in gelehrten Werken der Kirchenlehre immer mehr oder weniger wissenschaftlicher Apparat beigegeben, und die Unterscheidung zwischen dem, was symbolisch, und dem, was Ausführung oder Einkleidung des Verf, ist, zwischen Glauben und Theologie, hierdurch erschwert. Es bleibt folglich eben so sicher als bequem, auf die Bekenntnissschriften zurückzugehen und sie allein zur Basis der Symbolik als Wissenschaft zu wählen. Jede christliche Kirchenpartei hat nun auch wirklich solche Bekenntnissschriften, weil jede irgend einmal in die Nothwendigkeit versetzt war, sich öffentlich und unumwunden über ihren Lehrbegriff zu erklären, sei es nun zunächst, um vor dem Eindringen von Ketzereien sich zu bewahren (wie die röm. kathol, u. die orthodox - griechische), oder um auf diese Weise ihre Berechtigung zu einer Trennung von der bestehenden Kirche zu documentiren und von Seiten der Staaten Duldung oder Anerkenntniss zu erlangen. Diese Schriften sind bald in der Form eigentlicher Glaubensbekenntnisse, bald in der Form von sogenannten Katechismen ') abgefasst, gewöhnlich aber hat eine Kirchengesellschaft beide Arten authentischer symbolischer Schriften zugleich. Im letztern Falle verdienen die Confessionen den Vorzuy; doch darf man auch die Katechismen nicht übersehen, weil in ihnen oft mehr Deutlichkeit herrscht, als in den, zuweilen in schielenden, blos biblischen Ausdrücken abgefassten Confessionen. - Wenn die Symbolik sich ausschliesslich an die authentischen symbol. Schriften hält, kann ihr jedoch leicht ein doppelter Vorwurf gemacht werden, zuerst als stelle sie, wenigstens in Beziehung auf solche Kirchenparteien, die eine Fortbildung des Lehrbegriffs annehmen, eine bereits veraltete Kirchenlehre dar, mithin etwas Todtes, längst Erstarrtes: und wirklich scheint darum Planck seinem Abrisse eine Uebersicht der neuern dogmatischen Lehren (des Rationalismus) beigefügt zu haben. Allein, da die Symbolik, wenn sie ihrer Selbstständigkeit nicht verlustig werden will, von dem Begriffe des kirchlich Sanctionirten ausgehen muss, und eine symbol. Lehre so lange als solche gilt, bis sie nicht von der Kirche selbst umgestaltet, verbessert oder widerrufen wird: so muss die Symbolik jenes Ziel unverrückt im Auge behalten, und die Darstellung der abweichenden dogmatischen Lehren, auch wenn sie bei allen Dogmatikern der fraglichen Partei herrschend geworden sein sollten, der Dogmengeschichte überlassen ?). Der zweite Vorwurf, den man der Symbolik machen könnte, ist in der neuesten Zeit hauptsächlich von katholischen Theologen erhoben (s. z. B. theol. Annal, 1814. 2. B. S. 455 ft.) worden. Sie behaupten nämlich, dass, wer bei den Symbolen stehen bleibe, theils blosse Schultheologie, auf welche ihre (die kathol.) Kirche selbst keinen Werth lege, theils nur die Formen auffasse, welche Symbole hoher religiöser Ideen

1) Untergeordneten Werth für die Symbolik haben die liturgischen Bücher einer Kirchenpartei, obschon auch sie im Grunde öffentliche (indirecte) Bekenntnisse der Kirchenlehre sind, s, Köcher Beweis, dass man die Glaubenslehre der Katholiken aus ihren liturg. Büchern beurtheilen könne. Braunschw. 1749. 4. Man wird ihrer in der Symbolik überhaupt nur selten bedürfen.

2) Es ist bekannt, dass 'namentlich die reform. Theologen eine verbindende Kraft ihrer (ohnedies fast nur provinziellen) Symbole nicht in den strengen Sinne anerkennen, wie die lutherischen, und dass im Laufe der Zeit selbst der katechetische Unterricht von dem ältern symbolischen Rigorismus zurückgekommen ist. Allein die Symbolik wird immer auch hier auf die Confessionen zurückgehen müssen, da die Kirche damals, als sie erschienen, den dort ausgesprochenen Lehrbegriff wirklich für den ihrigen erkannte, und eine Umgestaltung desselben nicht öffentlich sanctionirt hat. Das nämliche gilt auch von den Arminianern, welche allen symbolischen Lebrformela feind sind.

seien und den letzteren nur als involucra dienen sollten. Allein da die Kirche nie öffentlich ausgesprochen, dass sie einen Theil ihrer Lehren als blosse Schultheologie fallen lassen und aus der Reihe der Glaubensartikel ausstreichen wolle, und eben so wenig auch nur entfernt angedeutet hat, dass ihre dogmatischen Sanctionen nur als Symbole einer geistigen Religion zu betrachten seien: so muss der Protestant, zumal da die ältern, für rechtgläubig geltenden Dogmatiker alles wörtlich auffassten, jenes Streben neuerer kathol. Theologen, ihre Kirchenlehre zu idealisiren '), eben so misbilligen, wie das zwecklose Beginnen protestantischer Dogmatiker, den symbol. Lehrbegriff einer neuern Philosophie anzupassen und so als Vernunftweisheit darzustellen; die Symbolik wird, aller Verweisungen auf neuere kathol. Dogmatiker und aller idealisirender Remonstrationen ungeachtet, ihren historischen Weg verfolgen und die kathol. Symbole eben so wörtlich treu, wie die Concordienformel excerpiren, überzeugt, dass die Urheber beider aufrichtige Rechenschaft von ihrem Glauben geben, nicht die Welt durch geheime Symbolik äffen wollten. Auch haben die neuesten kathol. Symboliker und Polemiker selbst jenem idealisirenden Spiel entsagt.

3. Noch kann darüber Frage entstehen, welchen Umfang man der Symbolik geben und welche Hauptgesichtspunkte man für diese Wissenschaft und ihre innere Organisation feststellen solle. Planck hat nur die drei christl. Hauptconfessionen und die Socinianer in den Kreis seiner Darstellung gezogen; Marheinecke verspricht in seinem grössern Werke ebenfalls nicht mehr und will den Lehrbegriff der orthodoxen griechischen Kirche blos in einem Anhange behandeln; nur in den Institutt, hat er den Mennoniten, Herrnhuthern u. Quäkern einige Aufmerksamkeit gewidmet. Dass nun der Lehrbegriff der griech. orthodoxen Kirche), da er theils manches von dem röm. katholischen Abweichendes enthält, theils in Symbolen redlich, wenn auch nicht mit wissenschaftlicher Schärfe, ausgesprochen ist, eben 80 wohl eine besondere Darstellung verdiene, wie der reformirte Lehrbegriff neben dem lutherischen, scheint keinem Zweifel zu unterliegen. Weniger möchten die Arminianer Ansprüche anf eine solche Auszeichnung machen können, da sie aus dem Schoosse der reformirten Kirche hervorgegangen sind und mit ihr bis auf wenige Hauptpunkte zusammentreffen, welche noch dazu nicht einmal alle dogmatischer Art sind. Indess, eben weil die Dif. ferenz Hauptpunkte betrifft und die Partei sich auch äusserlich sehr consolidirt hat, wird man dem armin. Lehrbegriff eine Stelle in der Symbolik nicht verkümmern wollen. Die Quäker und Mennoniten haben im Einzelnen wenig Eigenthümliches und, wo von einer, präcisen Fassung des Glaubens nach den theolog. Grundbegriffen die Rede ist, können sie, die fast blos Bibelworte wiederholen und der Schultheologie abhold sind, nicht in Betrachtung kommen; darum ist ihnen nicht eine besondere Columne in unsern Tabellen gewidmet, sondern blos in den Erläuterungen auf sie Rücksicht genommen worden. Alle diese verschiedenen Religionsparteien aber lassen sich in der Symbolik bequem nach ihrem Princip unter zwei Klassen ordnen. Die Einen erkennen als Quelle der christlichen Offenbarung aus

1) Vgl. Bengels Archiv. 2. Bd. S. 880 f. Käbler Beitr. z. den Versuchen neuerer Zeit, den Katholicismus zu idealisiren. Königsb. 1828. 8. Merkwürdig ist bes. Dieringers Abh. üb. Bedeut, der kirchl. Exorcism. u. Benedictionen in der Tübinger theolog. Quartalschr, 1836. II. 8. 286 ff.

2) Die schismatischen Kirchenparteien des Morgenlandes können um so weniger als Gegenstand der comparativen Syanbolik betrachtet werden, da sie ihre dogmatische Ueberzeugung nicht in autorisirten Schriften ausgesprochen haben, oder ihr jetziger Glaube doch nur unvollständig bekannt ist.

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'schliesslich die heil. Schrift an, indem sie den Act unmittelbarer Inspiration blos auf diese beschränken, und scheiden sich nur durch eine theilweis verschiedene Erklärung derselben (Princip des Protestantismus); die Andern setzen neben oder über die heilige Schrift eine zweite Erkenntnissquelle und glauben an eine fortdauernde Inspiration innerhalb der christlichen Kirche, indem sie entweder a) der vom heil. Geist geleiteten Kirche das Recht, aus Schrift und mündlicher Tradition der Apostel die christliche Heilswahrheit zu eruiren, aneignen (Katholicismus ) oder b) eine unmittelbare Erleuchtung jedes Einzelnen durch den göttl. Geist erwarten (Quakerismus). Diese beiden Principe, für welche die historisch ausgeprägten Namen nieht bezeichnend genug sind, stehen einander nicht nur geradehin entgegen, sondern lassen : auch, eben weil sie scharfe Gegensätze sind, für ein drittes keinen Raum. Hiernach scheint also die Symbolik die Socinianer u. Mennoniten den Protestanten beigesellen zu dürfen '). *

! 4. Wenn die dogmatischen Abweichungen der einzelnen Kirchenparteien unter einen vergleichenden Gesichtspunkt gestellt werden, so findet man bald 1) dass die meisten und wichtigsten sich um drei Hauptpunkte bewegen: das Verhältniss der menschlichen Kraft zu der ihr gestellten Aufgabe der Heiligung, den Umfang und die Wirkung des Verdienstes Christi, die Art, in welcher, und die Mittel, durch welche der Mensch das Verdienst Christi sich aneigne und zur Rechtfertigung vor Gott' gelange. Alle gehen von dem allgemeinen Princip des Christenthums aus, dass der Mensch in religiös - sittlicher Hinsicht von Gott abgefallen, durch Christus aber die Möglichkeit einer Rückkehr zu Gott für ihn begründet sei, und dass er diese Rückkehr unter Benutzung der ihm in der christlichen Heilsanstalt dargebotenen Mittel bewirken müsse; 2) dass jene einzelnen Abweichungen der einzelnen Kirchenparteien zwar allemal unter sich in genauer Verbindung stehen und zu einem System verknüpft sind, jedoch nirgends aus einem materiellen Princip (principium constitutivum) mit innerer Nothwendigkeit herfliessen, eine Bemerkung, welche die ältern Polemiker zu der Unterscheidung der errores systematici und 'extrasystematici veranlasste. Hiernach ist die oft vorgetragene Behauptung zu würdigen, dass z. B. die röm. kathol. Kirche keinen einzigen Lehrsatz fallen lassen dürfe, ohne ihr ganzes Glaubenssystem zu zerstören. Viele Glaubens artikel wird es freilich nicht geben, welche ohne diese Gefahr aus dem wohlverbundenen Ganzen der kathol. Glaubenslehre herausgenommen werden könnten; aber warum sollte die Kirche nicht z. B. die communio sub, una, den Cölibat der Geistlichen und ähnliche mit dem Dogina in Verbindung gesetzte Sanctionen aufgeben dürfen, ohne ihr System zu gefährden? Nicht das letztere ist der Grund, warum sie bisher an beiden Sätzen festgehalten hat, sondern die Erwägung, dass dann die Unfehlbarkeit der Kirche, welche jene Sätze decretirte (und freilich zuletzt auch ein Lehrsatz ist), blossgegeben würde, abgesehen von andern Rücksichten, welche das Beibehalten jener Lehren für die Kirche wünschenswerth machen. Hiernach haben wir uns erlaubt, unten zwischen Haupt- und Nebendogmen hin und wieder zu unterscheiden.

5. Das Geschäft des Symbolikers, aus den vorliegenden Confessionen der verschiedenen Kirchenparteien die Glaubenslehren derselben herauszuziehen, ist nicht ohne alle

1) 8. Mblers Vorr.: Ob die Socinianer auch zu den Protestanten gehören? vor Zerrenners neuem Versuch u. s. w.

Schwierigkeit; denn theils enthalten die Confessionen nicht immer das ganze Lehrsystem der Partei, theils sind sie nicht alle mit der Präcision abgefasst, welche die Wissenschaft liebt und fordert. So ist, um beides mit Beispielen zu belegen, a) im Concil. Trid. das Dogma vom göttl. Ebenbilde und von der Rechtfertigung, von den operibus supererogationis u. dem Ablass nur unvollständig dargelegt, in den reform, nichts über Kindercommunion, enthalten, in den lutherischen die freie Bibelinterpretation nicht ausdrücklich behauptet, die Intention des Geistlichen bei Verrichtung der Sacramente nicht ausdrücklich bestritten; b) hinsichtlich dogmatischer Präcision aber stehen das Conc. Trid. und die luth. Confessionen (besonders die Form. Conc.) weit über den reformirten Glaubensbekenntnissen, welche (namentlich in der Abendmahlslehre) viele bildliche Ausdrücke brauchen, und noch weiter über den griechischen, welche letzteren einander selbst zuweilen widersprechen. Die Symbolik kann also ihre Aufgabe nicht blos durch ein Schöpfen aus den Symbolen lösen, sondern sie muss zuweilen kritische Combination anwenden, um die Lehrmeinung einer Partei vollständig und richtig aufzufassen, Ist ein Dogma blos angedeutet, so wird sie nicht ir- ren, wenn sie es in der Gestalt fasst, die damals, als die Confession geschrieben wurde, die gangbare war (z. B. die kathol. Lehre: de merito congrui und condigni, die Lehre vom Ablass, jene von der Wirkung der Sacramente ex opere operato) '). Ist ein Lehrsatz ganz übergangen, weil er für unwichtig oder schon erledigt betrachtet wurde, oder damals, als die Confession erschien, gar nicht streitig war, so vertritt die historisch erwiesene Lehre oder Observanz der Kirche die Stelle eines Symbols (vgl. die Kindercommunion in der reform. Kirche). Ist ein Dogma undeutlich ausgedrückt, so muss der Symboliker entweder durch Vergleichung solcher Dogmen, die mit jenem in naher Verbindung stehen und als Gründe oder Folgerungen aus demselben zu betrachten sind, das Bestimmte zu erschliessen suchen, oder - wo jede solche Combination unmöglich ist, die unklaren Ausdrücke der Symbole selbst treu beibehalten und, geschieden von dem Lehrbegriffe, aus rechtgläubigen Theologen der Partei Erläuterungen beibringen. Wo endlich eine Differenz zwischen den Confessionen einer Partei stattfindet, ist diese entweder als in einer successiven Abände

ing des Lehrbegriffs begründet, ausdrücklich zu erwähnen, oder als ein schwankender Punkt anzudeuten.

1) Da die protestant. Symbole nicht den Katholicismus bestreiten, wie er in dem Tridentin. dargelegt ist, und ihnen von den Katholiken öfters nachgesagt worden ist, ihre Verfasser bätten (aus Unkunde oder Unredlichkeit) hin und wieder nicht die wahre Lebre der Kirche (sondern nur Ansichten einzelner Lehrer oder gar den Aberglauben des Volks) dargestellt, so wäre eine Uebersicht dessen, was sich aus den zuverlässigsten Quellen als wirklicher Glaube der kathol. Kirche zur Zeit der Reformation ergiebt, sehr wünschenswerth. Der Gegenstand eignete sich vielleicht zu einem Preisthema, wie sie gegenwärtig fast auf allen Universitäten üblich sind.

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