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Einmal entschieden, dem Buche seine ursprüngliche Gestalt und Bestimmung in der Hauptsache zu lassen, richtete ich mein Augenmerk auf durchgängige Berichtigung und Vervollständigung, und ich sah mich für diesen doppelten Zweck durch einen weit reichern Apparat symbolischer Quellen unterstützt, als mir bei der ersten Auflage vorgelegen hatte. Erweitert habe ich nun das Buch nur bis zu dem Punkte, dass keine Seite der symbolischen Lehrbegriffe ganz unberührt geblieben ist, denn eine grössere Ausführlichkeit, die sehr leicht gewesen wäre, hätte die Gedrängtheit des Ganzen und somit im Wesentlichen meinen Plan zerstört. Die Berichtigung aber wird man hoffentlich auf keiner Seite vermissen; es war mir eine Pflicht der Wahrhaftigkeit, ganz auf den Standpunkt der einzelnen Parteien zu treten und mit redlicher Treue ihre Dogmen darzustellen. Möglich, dass mir dies nicht immer gelungen ist und dass ich namentlich in den Paragraphen und in den Tabellen, wo die bündigste Kürze nothwendig war, zuweilen den charakteristischen Ausdruck verfehlt habe. Wissentlich aber habe ich nie auch nur die kleinste Nuancirung einer dogmatischen Vorstellung mir erlaubt. Etwaige Berichtigungen werde ich dankbar aufnehmen, besonders wenn sie zugleich aus den Symbolen begründet sind, Machtsprüche aber, wie sie in neuer Zeit hier und da üblich geworden, muss ich verachten.

Noch fühle ich mich zu der Erklärung gedrungen, dass das lithographirte Bildniss, welches die Käufer mit dieser zweiten Auflage empfangen, nicht auf meine Veranlassung beigefügt worden ist. Der Herr Verleger glaubte damit einen Wunsch Mehrerer, namentlich Solcher, welche meine Zuhörer gewesen sind, zu befriedigen und das Quartformat des Buches schien sich zu solcher Beilage vorzüglich zu eignen; so mochte ich mein Widerstreben nicht eigensinnig fortsetzen. Die mich kennen, werden mich von Eitelkeit freisprechen. Leipzig, im März 1837.

Der Verfasser.

1

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A.
Ueber die Darstellung des Lehrbegriffs der verschiedenen christlichen

Parteien aus ihren Bekenntnissschriften.

Die 1. lie Kenntniss und wissenschaftliche Darstellung des eigenthümlichen Lehrbegriffs der verschiedenen Parteien, welche im Schoosse der allgemeinen Kirche Christi sich entweder unter der Benennung von (Particular-) Kirchen oder von Gemeinden gebildet und in kirchlich - politischer Beziehung einen öffentlichen Charakter angenommen haben, beschäftigte zwar schon seit der Reformation die Theologen derjenigen Parteien, welche dem praktischen Christenthume auch eine wissenschaftliche Behandlung desselben beizugesellen für unbedenklich hielten, nahm aber im Laufe der Zeit einen doppelten, sehr abweichenden Charakter an. Die ältern Gottesgelehrten nämlich bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts gingen dabei stets von polemischen Rücksichten aus und machten die Darstellung der symbolischen Lehrbegriffe immer zur Grundlage einer offenen Bekämpfung, deren endliches Resultat dieses sein sollte, dass die Glaubenslehre ihrer Partei allein den Namen der ächtchristlichen verdiene. Mit der Geringschätzung des positiven Christenthums und namentlich der Form, in welche es als Kirchenlehre gefasst erschien, musste auch in den letzten Decennien des vorigen Jahrhunderts diéses symbolisch - polemische Interesse erkalten; die Polemik (theologia elenctica, antithetica), die sonst selbst auf Universitäten eifrigst betrieben worden war, ging bis auf die Benennung unter. Erst mit Beginn des 19. Jahrhunderts fing man wieder langsam an, seinen Blick auf den Confessionsunterschied der christlichen Parteien zu richten; so wie aber das Zeitalter, einmal wankend gemacht in christlicher Ueberzengung, keinen Geschmack mehr an dogmatisch-symbolischen Kämpfen (bei denen beide Parteien auf symbolischem Boden stehen) fand, und so wie der Gelehrte, welcher zuerst die Aufmerksamkeit auf diesen Punkt theologischen Wissens wieder hinlenkte, ein historischer Theolog war (Planck), so nahm auch diese erneuerte wissepschaftliche Darstellung ganz die historische Farbe an und suchte diese Eigenthümlichkeit ihrer Form später anch durch den Namen Symbolik, unter dem sie in die Reihe theologischer Disciplinen eintrat oder einzutreten versuchte '), vor aller Welt auszusprechen.

1) Der Name theolo gia symbolica ist bekanntlich um Vieles jünger, als die Benennung libri symbolici. Er wurde zuerst von luther. Theologen (so viel mir bekannt, zuerst von Bernh. v. Sanden, der 1588 eine tbeologia symbolica lutherana erscheinen liess) gebraucht und erst von Marheinecke in dem oben bezeichneten Sinne erweitert.

Wenn es nun auf der einen Seite nicht geleugnet werden mag, dass unsere Wissenschaft in dieser verjüngten Gestalt das Interesse bei weitem nicht so stark anspricht, wie in ihrer veralteten Rüstung als Polemica '), so wird man auf der andern doch auch zugeben müssen, dass sie durch diese Umwandlung in dem, was bei ihr Hauptsache ist und ihr erst einen wahren, dauernden Werth sichert, bedeutend gewonnen habe; denn der blosse Historiker untersucht gewiss weit kälter, mithin treuer und unbefangener, was Lehrbegriff einer fremden Partei sei?), als der die Bekämpfung oder, richtiger zu sagen, Niederkämpfung im Sinne habende, folglich parteiische Dogmatiker, nicht als ob letzterer von dem Bestreben geleitet würde, das Geschäft der Bestreitung sich leichter zu machen (es ist bekannt, dass dem polemischen Scharfsinne keine Aufgabe zu schwer war und dass auf diesem Gebiete eine Gewandtheit des Geistes entwickelt worden ist, welche wahrhaft in Erstaunen setzt), - auch nicht, als ob die Männer, die sich dem Kampfe unterzogen, alle so anredlich gewesen wären, um geflissentlich ein tieferes Eindringen in das System des Gegners zu vermeiden sondern weil die Voraussetzung, die Gegenpartei sei in Irrthum versunken, dem Geiste eine solche Stimmung mittheilen musste, dass er die verborgenen Wahrheitskörner nicht bemerkte, sondern, unbewusst, überall, was er suchte, nur Irrthum fand. Gewonnen hat also die Symbolik bei ihrer Umgestaltung gewiss und sie darf sich nicht schämen, in die Reihe theologischer Wissenschaften einzutreten. Einen neuen Schwung erhielt übrigens dieselbe in der neuesten Zeit theils durch die mit so viel Eifer, obschon nicht überall mit ruhiger Ueberlegung begonnenen Versuche zur Vereinigung der beiden protestantischen Kirchen, bei denen man die dogmatischen Differenzpunkte, wenn man auch gern die Aufmerksamkeit davon abzog, doch nicht ganz unbeachtet lassen konnte; theils durch die Beeinträchtigungen und zum Theil Verunglimpfungen, welche die Protestanten von den Katholiken, die sich, unter ihrem Kirchenoberhaupte vereinigt, wieder stärker fühlten, erdulden mussten; wozu in den letzten Jahren noch der Umstand hinzukam, dass die katholischen Theologen bei dogmatischen Controversen der Protestanten durch das Vorgeben zu entschlüpfen suchten, letztere entbehrten einer vollständigen und gründlichen Einsicht in ihr, der Katholiken, kirchliches Lehrsystem.

Die ältern polemischen Werke der luth. Theologen, welche den gesaminten Stoff dieser Wissenschaft umfassen, 9. bei Walch Biblioth. theol. Tom. I. p. 649 sqq. - Nös eelt Anweis. 2. theol. Bücherkenntniss. 4. Aufl. S. 238 ff., und mein Handb. d. theol. Literatur. 3. Aufl. S. 342 ff. Die neueren Schriften üb. allgemeine Symbolik sind:

1) Dass die. Polemik als Wissenschaft durch die Symbolik in Ruhestand gesetzt worden sei (Dang theolog, Encyclop, S. 418.), ist unwahr. Beide Wissenschaften können recht wohl neben einander bestehen u. den Protestanten muss das factische Verhältniss der evangel. Kirche zur katholischen überzeugen, dass eine zeitgemässe Wiederbelebung der Polemik allerdings von Nutzen ist vgl. die Abhandlungen Tzschirnera u. Tittmanns in des erstern Magaz. f. christl, Prediger. 3. Bd. 1. u. 2. Stück. Mit Recht haben daher Hagenbach (theol. Encyclop. 8.271 f.) ú. Clarisse (Encyclop. theol. epitome. Lugd. Bat. 1832. 8. p. 449 sig.) die Pol. mit unter den theologischen Wissenschaften aufgezählt. Tittmanns Versuch einer nach den jetzigen Forderungen der Wissenschaft umgestalteten Polemik ist unvollendet geblieben.

2) Die Ableugnung der Möglichkeit solch eines unparteiischen Verfahrens (Schleiermacher Darstell. des theolog. Studiums S. 46.) setzt bei dem Bearbeiter eine grosse geistige Knechtschaft voraus. Wenn aber neulich behauptet werden wollte, die bloss historisch gehaltene Symbolik ermangele, weil der Darsteller nicht zugleich selbst einen bestimmten kirchlichen Standpunkt einnimmt, des wahren, praktischen Interesses, so würde hiermit zugleich aller Dogmengeschichte ihr Werth abgesprochen sein. Solche Uebertreibungen mögen gut' gemeint sein, wissenschaftlich sind sie nicht.

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