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Schon im Jahre 1778 hatte Kaiser Joseph II. noch als Mitregent den Versuch mit der Aufführung einer deutschen Oper gemacht '); als dieser gelungen, wurde die Sängergesellschaft mit mehreren Mitgliedern vermehrt, und von jener Zeit an blieb die Oper stehend in Wien. Mit dem, durch den wirksamen Einfluss des gelehrten Sonnenfels gehobenen deutschen Schauspiele abwechselnd, wurden in Wien die Opern sowohl iin Kärnthnerthor-, als in dem 1741 erbauten Hofburg-Theater gegeben; letzteres, schon 1776 als Hof- und Nationaltheater für Rechnung des Hofes eröffnet, ward endlich ungefähr 1812 dem rezitirenden deutschen Schauspiele ausschliessend vorbehalten, dagegen das Theater nächst dem Kärnthnerthor lediglich der Oper und dem Ballete gewidmet.

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S. 86.
Entwickelung der Poesie und Literatur in Oesterreich unter den Habsburgern.

a) (Deutscher Meistergesang in Oesterreich.)
Nicht minder als die Babenberger war die Mehrzahl der Habsburg er Pfleger
der Literatur und Kunst. Während einerseits der Minnegesang und das Minnelied in
den Meistergesang überging, entwickelten sich die Anfänge der eigentlichen
ernsten Wissenschaft an der von Herzog Rudolph IV. (1365) zu Wien gegrün-
deten Universität ?). Aber auch in ersterer Richtung waren noch immer so vorzüg-
liche Meistersänger 3) in Oesterreich, dass sie den Vergleich mit ihren übrigen
deutschen Zeitgenossen wohl zu bestehen im Stande sind.

Abgesehen von den Schwänken Wiegand's von Theben, genannt der Pfaff vom Kalenberge, welcher bei Herzog Otto dem Rosenbekränzten (1334—1350) beliebt war, erwähnen wir den Wiener Spruchdichter Peter von Suchenwirt aus der zweiten

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Gassmann (geb. 1729 zu Brüx in Böhmen, “ zu Wien als Hof- und Kammercompositeur), welcher 1763 nach Wien berufen worden und wegen seiner schönen Musik zu ernsten und komischen Opern mit Recht gefeiert war. Das Talent des, auch als Operncomponist nicht minder geschätzten, nachmaligen Hofkapellmeisters Ant. Salieri (geb. 1750 zu Lignano, + 1825 zu Wien), wurde von Gassmann erkannt und entwickelt, nachdem er ihn 1766 von Venedig nach Wien gezogen und sich der Ausbildung desselben

mit glänzendem Erfolge unterzogen hatte. 1) Er hatte hierzu eine von Umlauf componirte kleine Oper „die Bergknappen" ausersehen. Die hiezu er

forderlichen Choristen wurden aus den Kirchensängern zusammengesucht. (Siehe J. Müller's Abschied von der k. k. Hof-Schaubühne. Wien 1802, S. 253 u. 8. w.) Uebrigens erscheint durch die Nichtbeachtung eines Druckfehlers in Müller's Werke, nämlich 1788 statt 1778 auf Seite 254, sowohl in Lembert's Hist. Skizze der k. k. Hoftheater in Wien (ebenda 1833, S. 25), als in der österr. National-Encycl. II, 619 dieser Versuch um zehn Jahre zu spät angegeben. Vergl. auch Möller's: Genaue Nachrichten von beiden k. k. Schauhühnen, Wien 1772 und 1773, 2 Theile; dann: Kurze Darstellung der Entstehung u. s. w. aller

Schauspielhäuser in Wien; ebend. 1808. 2) Die Universität erhielt 1384 mit päpstlicher Zustimmung eine theologische Facultät. Der herzogliche

Kanzler Berthold von Wähing, Propst bei St. Stephan, berief an dieselbe zwei berühmte Lehrer aus Paris : Heinrich (Langenstein) von Hessen (ab Hassia) und Heinrich von Oyta. Herzog Albrecht III. verlegte die Universität in die Nähe der Dominicaner, wo er für dieselbe drei Gebäude angekauft hatte und gab der Hochschule Statuten. (S. Tilmez und Mitterdorfer: Conspectus historiae Universitatis Vien

nensis. Wien 1722–1725, 3 Theile.) *) Ausser den Meistersängern gab es noch eine grosse Zahl fahrender Sänger und Improvisatoren: Land

farer, Singer, Reimsprecher (siehe hierüber oben S. 179), die jedoch unter Ferdinand I. wegen Strassenparodien weltlicher und geistlicher Personen (durch die oben S. 167 erwähnte Polizeiordnung vom Jahre 1552) abgeschafft wurden. Die hierauf bezügliche Stelle dieser Polizeiordnung findet sich auch in Schlager's Wiener Skizzen III, 207.

Hälfte des vierzehnten Jahrhunderts, dessen Dichtungen eine reiche Quelle für die Erkenntniss des Ritterlebens der damaligen Zeit sind, und wobei er den Geburtsadel dem Silber, die durch Verdienst erworbene Ritterwürde aber dem Golde vergleicht ‘). Die unbequeme Modekleidung und Rüstung, namentlich die vom Papste verpönten Schnabelschuhe oder sogenannten Teufelsnasen, ebenso das feste Schnüren und Schminken der Ritter finden in ihm einen heftigen Gegner. Er selbst war Waffenherold und Persevant; seine Aussprüche über Wappen und Rüstung haben somit besondere Geltung. Suchenwirt's Zeitgenosse und Freund, Heinrich der Teichner ?), zeigt in seinen Spruchdichtungen ein religiöses reines ruhiges Gemüth und eine seltene geistige Begabung. Michel Böheim, aus böhmischer Familie stammend, zu Sulzbach in Schwaben (27. September 1416) geboren, kam später nach Oesterreich als Kriegsmann Herzog Albrechts VI., schrieb zu Kaiser Friedrich’s IV. Zeit das für jene Zeitgeschichte merkwürdige „Buch von den Wienern” (1462—1465) und nennt sich selbst „des römischen Kaysers Poët und Dichter” 3). Diesem reiht sich aus dem folgenden Jahrhunderte an: der bereits mehrere Male erwähnte Wolfgang Schineltzl (1540—1550), Schullehrer bei den Schotten, welcher nebst anderm seinen bekannten: „Lobspruch der hochlöblichen, weit berühmten königlichen Stadt Wien in Oesterreich" verfasste und dem Kaiser widmete. - Auch ist Schmeltzl, wie erwähnt, als dramatischer Dichter in deutscher Sprache bekannt).

S. 87.

Fortsetzung

b) (Lateinische Gelehrsamkeit und Schulwesen.) Unter den Gelehrten, die in Oesterreich, meist an der Wiener Universität") wirkten, nennen wir die Professoren der Philosophie und Theologie: den hessischen Heinrich von Langenstein, welcher 1365—1397, und Heinrich von Oyta, welcher 1333—1397 wirkte. Auch Thomas E bendorfer, nach seinem Geburtsorte gewöhnlich Haselbach genannt, war seit 1417 Professor der Theologie

1) Peter Suchen wirt's Werke aus dem vierzehnten Jahrhunderte, herausgegeben von Aloys Primisser,

Wien 1827. 2) Julius Max Schottky über Heinrich den Teichner, in den Wiener Jahrbüchern der Literatur, B. I., 1818.

Anzeigeblatt S. 26. 3) Michel Böheim's Buch von den Wienern 1462–1465, herausgegeben von Th. v. Karajan, Wien 1843. *) Schmeltz l's (zwischen den Jahren 1540—1551) in deutscher Sprache verfasste, sogenannte geisto

liche Stücke sind: Acolast, Judith, die Aussendung der Zwölsboten, die Hochzeit zu Cana in Galilea, der blindgeborene Sohn, Samuel und Saul u. 8. w. (Mehreres hicrüber in Oehler's: Geschichte des Theaterwesens zu Wien. Ebenda 1803, J, 14-25. Siehe auch oben S. 184 ) Er hätte wahrscheinlich sein dramatisches Talent in noch andern Stoffen erprobt, wenn er nicht durch Ferdinand's I. Polizeiordnung von 1552, dessen scharfes Decret vom 25. Juli 1548 wider den Gebrauch sectischer Bücher, (welches auch auf den Druck ausgedehnt wurde), so wie durch dessen Patent vom Jahre 1551 wegen Verweisung sectischer Schulmeister, eine Beschränkung sich aufzulegen in den Zeitverhältnissen Anlass gefunden hätte. (Schlager a. a. 0. III, 230 etc. Schmeltz l's Lobspruch auf Wien wurde in Wien besonders gedruckt 1517, 1548 und 1849. Ausserdem auch in Horm a yr's Archiv, 1818, S. 561 s. f. 1819, S. 10–84, und in

Horma yr's Wien VII, b. LXV-CXII.) 5) S. Scriptores Universitatis Viennensis. Wien 1740— 1742, 5 Bändchen. Stöger: Historiographi Societatis

Jesu, ab eius origine ad nostra usque tempora. Münster und Regensburg 1851.

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an der Wiener Universität, 1432 Abgeordneter derselben zum Basler Concilium, und schrieb ausser mehreren theologischen Abhandlungen seine bekannte Chronica Austriae. Als Mathematiker wurden berühmt Johann (Nyder) von (Schwäbisch- ') Gmunden, in Wien (1406—1439) thätig. Georg von Peurbach, von seinem gleichnamigen Geburtsorte bei Linz so genannt (1423—1461), gab sammt seinem Schüler Regiomontan der Astronomie eine eigentlich wissenschaftliche Richtung. Als Geometer, Cosmograph und Historiograph Kaiser Maxmilian's I. erwarb sich der Wiener Johann Stabius den Ruf eines gelehrten Mannes, und war auch in der Poesie seiner Zeit ausgezeichnet, daher ihn der Kaiser zum Poeten krönte. Als Mathematiker verdient auch dessen Schüler Georg Thannstädter rühmliche Erwähnung. Unter den Philologen und Poeten nennen wir Johann Camers (Joannes Ricutius Vellini von Camerino), dann Joachim von Watt (Vadianus) zugleich Doctor der Medicin, Benedict Chelidonius ?) Abt des Schottenstiftes, zugleich Geschichtsschreiber und Diplomat, Willibald Pirkhaimer, ebenfalls als Poet, Historiker und Staatsmann für Maxmilian I. wirkend (+ 1521); ferner den Franken Conrad Pickl 3) (latinisirt Protucius Celtis), der erste Deutsche, welcher schon durch Kaiser Friedrich IV. zu Nürnberg (1. Mai 1487) zum Dichter feierlich gekrönt wurde, Gründer und Vorstand der Donaugesellschaft, die sich bis nach Ungern verzweigte *). Er starb zu Wien als Lehrer der Dichtkunst 1508 und wurde in der Stephanskirche begraben) 5).

Eben daselbst ruht sein jüngerer Landsmann Johann Spiess hammer (Cuspinianus), nebst seiner Mutter, Gattin und Kindern. Auch dieser war gekrönter Dichter, Geschichtsschreiber und Diplomat, namentlich Vermittler der folgenreichen Heirath zwischen Maxmilians Enkeln Ferdinand und Maria, und den Kindern des jagellonischen Wladislaus, Ludwig und Anna.

Endlich erscheint der ritterliche Kaiser Max I. selbst als Schriftsteller, dessen

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‘) Pillwein: „Der berühmte Astronom und Mathematiker Johannes von Gmunden ist weder aus Ober

Österreich noch aus Unterösterreich gebürtig.” Linz 1836, 8 Seiten. Vergl. auch Koch: Wien und die

Wiener. Leipzig 1844. S. 65. ?) Seines allegorischen, lateinischen Sing spieles: „Virtutis cum voluptatibus disceptatio", welches im

Schottenkloster von den Schülern der Musikschule vor Kaiser Karl V. und dessen Schwester Maria, Gemalin König Ludwigs von Ungern und Böhmen mit grossem Beifalle aufgeführt, dann mit Holzschnitten und Musiknoten geschmückt und mit einer Widmung an den jungen Grafen Niclas Salm in Drack gelegt

ward, wurde bereits oben S. 185 erwähnt. 8) Das Hauptwerk über Conrad Celtis ist: B. Engelberti Klüpfelii: De vita et scriptis Conradi Celtis

Protucii praecipui renascentium in Germania literarum restauratoris, primique Germanorum poetae laureati opus posthumum. Breisgoviae 1827 II, P. Vergl. Endlicher's vortreffliche Recension in den Wiener Jahrbüchern derLiteratur, XLV. 141 etc., dann Horma yr's Archiv, J. 1825, S. 753, und Kaltenbäck's Mittheilungen über die gelehrte Donaugesellschaft in dessen: Zeitschrift 1836, besonderer Abdruck,

Wien 1837. 9) Verg). III. B., S. 109. $) Aus dieser Zeit erübrigen die ersten bekannten lateinischen Schulkomödien: „Eunuchus von Terenz,

Aulelaria von Plautus, der rasende Herkules"; das Gast mal des Tyestes von Seneca, auf der Universitäts-Aula dargestellt, liess Celtis im Jahre 1486 in Druck legen, worüber sich der Rector Magnificus Wilhelm Poelinger äusserle, dass weder er noch andere früher eine ähnliche Production gesehen haben. Eine zweite Universitäts-Komödie Konrad Celtis war: palooal, welches (1504) von 16 Schulern gespielt und in Augsburg gedruckt wurde. (Kaltenbäck's Zeitschrift 1835, Nr. 49.)

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bekannteste Werke: „der Weis' Kunig, Tewerdank und Freidank" sind und der in seiner Nähe den Kranz der genannten Gelehrten sammelte ').

Unter Ferdinand I. hatten die letzten Dichterkrönungen Statt. In Wien erhielten im Jahre 1588: Vitus Jacobaeus von Nürnberg, Johann Lauterbach aus der Oberlausitz, und Elias Corbinus von Joachimsthal den Lorbeerkranz und zwei Jahre später wurden abermals drei Dichter gekrönt: Peter Dorfner aus Hessen, Kaspar Cropius aus Pilsen und Jonas Herrmann aus Gölnitz. — Hieronymus Balbi, Bischof von Gurk, war als Dichter und Redner berühmt.

Ausser der Universität, an welcher die lateinische Sprache jene des Unterrichtes bildete, bestand die noch ältere Schule zu St. Stephan, an welcher der Stadtrath schon seit 1296 durch H. Albrecht I. das Recht erlangt hatte, den Schulmeister zu ernennen ?). Die Juristen hatten ein eigenes Collegium zu St. Ivo (in der Schulenstrasse), von der gleichnamigen Kapelle so benannt. — Auch bei den Schotten be

stand eine lateinische Schule sammt Convict für adelige Knaben, mit welcher eine Musikschule verbunden war (s. S. 176). Die Klöster hatten im ganzen Lande fast durchwegs ihre eigenen Schulen, aus welchen Chronisten und scholastisch gebildete Theologen und Schriftsteller hervorgingen 3).

S. 88.

Fortsetzung. c) (Vorwiegend lateinisches und romanisches Element der Literatur und Poesie in Wien.)

Die schöne Saat auf mehreren Gebieten der Wissenschaft, welche zur Zeit Kaiser Max I. durch den Sonnenschein kaiserlicher Gunst gepflegt wurde, litt durch die Stürme der Reformation, des dreissigjährigen Krieges und der Türkenkriege, bis ihr unter Joseph I. und Karl VI. wieder eine neue Morgenröthe dämmerte, und zur Zeit der grossen Maria Theresia und Joseph's II. der deutsche Genius in der Literatur sich wieder Bahn brach.

Die Universität bestand zwar fort, hatte aber weder ihren frühern wissenschaftlichen Einfluss, noch so berühmte Professoren und so zahlreiche Schüler *), und ging 1622 überdiess in die Leitung der Väter der Gesellschaft Jesu über.

Die k. k. Hofbibliothek, von Max I. gegründet, erhielt von Zeit zu Zeit eine Vermehrung "), so z. B. unter Ferdinand I. durch die Manuscripte, welche Busbeck

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1) March: De insigni favore Maximiliani I. Imp. in Poesin. Leipzig 1751, 4, 39. S. Lambecius Comment.

de Bibl. caes. Vindob. V. lib. II, p. 968 zählt 23 Werke des Kaisers Max I. auf, die dieser selbst verfasste. 2) Tilmez: Conspectus historiae Universitatis Vienn. I. 3. 3) Die zum Theile durch kritische Quellenforschungen ausgezeichneten Monographien der einzelnen Klöster

in Oesterreich unter der Enns liefern hierüber nähere Belege. Eine Zusammenstellung findet sich in Klein's Geschichte des Christenthums in Oesterreich und Steiermark, im Abschnitte über Schulen und Büchersammlungen in Klöstern und geistliche Schriftsteller des vierzehnten und fünfzehnten Jahrhunderts,

NI, 377_414. *) Unter Max 1. zählte sie über 7000, unter Ferdinand I. (1522) nur noch 2000 Schüler. 5) Mosel's: Geschichte der k. k. Hofbibliothek. Wien 1835, Balbi: Essai statistique sur les Bibliothèques

de Vienne. Vienne 1835.

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aus Constantinopel mitbrachte und durch Werke und Prachtmanuscripte aus der Corvinus-Bibliothek, unter Kaiser Leopold I. durch die herzoglichen Handschriften und Bücher von Ambras; doch erst unter Karl VI. wurde der ganze kaiserliche PrivatBücherschatz damit vereinigt, und die in dem neuen Gebäude aufgestellte Bibliothek belief sich schon damals über 100.000 Stücke. Von den Vorstehern der Bibliothek sind am bekanntesten der Polihistor Wolfgang Laz (1558-1565); Peter Lambeck, zu Hamburg 1626 geboren, 1663–1680 Vorstand der Hofbibliothek, als welcher er seine „Comentarii de Augustissima bibliotheca Caesarea Vindobonensi” in 8 Bänden verfasste '); der Niederländer Hugo Blotius unter Maximilian II., auf dessen Rath die Bibliothek durch grosse Ankäufe, besonders aus der Bibliothek des Sambucus vermehrt wurde; dann Pius Nicolaus Garelli unter Karl dem VI.

Unter den ausser der Universität wirksamen Literaten nennen wir Ferdinand's I. Historiographen Ursinus Velius und Rudolph’s II. Historiographen Brutus; auch der Niederländer Anger Gislain Busbeck unter Ferdinand I., eben so sehr als Diplomat wie auch als vielseitiger Schriftsteller berühmt, in der Philosophie, Jurisprudenz und Kriegskunde bewandert, veröffentlichte er auch Beschreibungen über seine denkwürdigen Reisen. Von seinen Sammlungen werthvoller Manuscripte, Münzen und Antiken ging Mehreres an die Hofbibliothek und das Antikenkabinet über. Auch aus den Manuscripten des, in orientalischen Sprachen bewanderten Hieronymus Beck von Leopoldsdorf, Ferdinand's und Maximilian's Hofkammerrathes, wurde nach dessen Tode das Kostbarste von Kaiser Matthias für die Hofbibliothek angekauft ?). Johann Sambucus (geb. 1531 zu Zsambek [Sambuk] in Ungern) schrieb eine ungrische Geschichte, stand als kaiserlicher Rath, Historiograph und Arzt am Hofe der Kaiser Max II. und Rudolph II. in grossem Ansehen, und schloss in Wien seine Laufbahn (13. Juli 1584). Ferner nennen wir noch den volksthümlichen Hofprediger Abraham a Sancta Clara (Ulrich Megerle, 1642 in Schwaben geboren, 1662 Barfüsser Augustiner zu Maria Brunn in Oesterreich), welchen Leopold I. an seinen Hof berief, wo er vierzig Jahre lang sein Predigeramt verwaltete († 1. December 1709). — Marcus Hansiz (1683 in Kärnthen geboren) trat in den Jesuitenorden, machte sich durch seine Germania Sacra (1727—1757) rühmlichst bekannt und starb zu Wien am 5. September 1766. Ausser Wien waren auch die Klöster Musensitze. Der berühmte Abt Gottfried Bessel in Göttweih und sein Nachfolger Magnus Klein, die beiden Brüder Hieronymus und Bernhard Pez, dann Martin Kropf, Philipp Hueber und Anselm Schramb in Melk, Marquard Herrgott, Rusten Heer und Martin Gerbert von St. Blasien, die Verfasser der Monumenta Augustae domus Austriae, Link in Zwetl, R. Duellius in St. Pölten, Chrisost. Hanthaler in Lilienfeld; später Senkenberg, Kauz, Lambacher, Schrötter, Schmidt, die Piaristen Rauch und Gruber, die Jesuiten Anton Steyerer, Sigmund Calles und Anton Socher, der Exjesuit

21.

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*) Erste Auflage: Wien 1665—1669, neue Auflage von A. F. Kollar, 1766—1782.
*) Von Tyho de Brahe und den übrigen Literaten zur Zeit Rudolph's II. wird bei Böhmen gehandelt, da sich
dieser Kaiser in Prag aufhielt. Ueber die Wirksamkeit Keppler's siehe: Erzherzogthum Oesterreich o. d. E.

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