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Die Geschichte hat die Ereignisse mit ehernem Griffel auf ihren Tafeln verzeichnet; manche Enttäuschung hat stattgefunden, manche Wunde blutet noch, aber der Herd des Brandes ist noch nicht verlöscht. Den Verschwörer straft das Gesetz, wo es ihn erreicht, doch der Erfolg des Umtriebes muss mit anderen Waffen bekämpft werden, und zwar in zweifacher Richtung. Die starke stets bereite öffentliche Macht muss dem Ruhestörer die Aussicht auf das Gelingen seiner Pläne benehmen, und dem nach Ruhe und Ordnung sich sehnenden Bürger Vertrauen und Hoffnung auf die Dauer der Zustände einflössen. Der Gesammtheit des Volkes aber muss die Veberzeugung zugänglich rden, dass seine geistigen Güter: Sprache, Literatur, Wissenschaft und Kunst, ebenso wie die materiellen Güter des Erwerbes und Wohlstandes, bei gesicherter öffentlicher Ordnung unter den bestehenden, der heutigen Weltlage entsprechenden Verhältnissen (d. i. unter der Aegide einer Grossmacht) eine bessere Pflege und Aufmunterung finden, als in dem Strudel politischer Bewegung oder unter der OligarchenHerrschaft schwacher Republiken, und dass diese Güter nicht im Gegensatze, sondern im engsten Zusammenhang'e mit den Bestrebungen sämmtlicher monarchischer Regie

rungen stehen.

Verschwörung aus, so lässt sich doch hinwieder nicht in Abrede stellen, dass dieser Tendenz der Individualisirung, eben weil sie tief im Wesen des Volkscharakters begründet war, die herrlichsten Erscheinungen und Leistungen, wodurch Italien sich in Kunst und Wissenschaft, im Staats- und Kriegsleben an die Spitze der civilisirten Völker Europa's erhob, zu danken sind. Nach hergestellter Vereinigung der kleinen Gebiete zu grösseren Staaten, waren es im achtzehnten Jahrhunderte die religiösen Gegensätze zwischen der französisch-atheistischen in den höheren Ständen Eingang gewinnenden Richtung und dem tief begründeten an äusseren Formen hängenden Volksglauben der Massen, welche die Geister spalteten, bis die gährenden Bestrebungen des Umsturzes, von der französischen Revolution angefacht, in den dafür empfänglichen Gemüthern weit reichenden Eingang fanden. Doch waren diese Tendenzen, zuerst offen an den Tag tretend, später nach Wiederherstellung der Ordnung in dem vielverzweigten Sectenwesen sich verbergend, bis auf den Carbonarismus mehr bloss kosmopolitischer Natur, als nach der zweiten französischen Revolution die Secte des „jungen Italien's” das NationalitätsPrincip als Fahne erhob und zum Deckmantel ihrer subversiven Plane benützte. Obwohl der von dieser Secte gepredigte Grundsatz einer allgemeinen, die Grundlagen staatlichen und kirchlichen Verbandes offen bekämpfenden italienischen Republik mit den historischen Zuständen, sowie mit dem Geiste der Bevölkerungen geradezu unvereinbar ist (wie die an jenen Orten, wo die Revolution augenblicklich zur Herrschaft gelangte, stattgefundenen Ereignisse unzweideutig darthun), so gewannen ihre Verlockungen doch selbst über die Schichte der dem Umsturze geneigten Volksclassen hinaus ein williges Ohr. Denn sie appellirte an eine mächtige Volksleidenschaft, an die nationale (in mehr als einer Hinsicht vollkommen berechtigte) Eigenliebe, welche sie zu ihrem Vortheile ausbeutete, sowie andererseits politischer Ehrgeiz die wühlerische Tendenz begünstigte, um deren Erfolge für die eigenen Zwecke zu benützen. Die rege Phantasie des warmblütigen Südländers erhitzte sich an dem Gedanken, auf diesem Wege die geistigen Errungenschaften des Volkes zu wahren (als ob diese nicht eben zur Zeit der grössten Zersplitterung Italien's gewonnen worden wären), die erwägender Reflexion weniger zugäng. liche Jugend träumte von einem einheitlichen, mächtigen, weiten Spielraum für die eigene Herrschlust gewährenden Italien, und der zahlreiche Chor der Literaten, an die Mahnungen der grossen Geister der Nation (die aber fast alle, wie Dante, in politischen Parteikämpfen befangen waren, oder, wie Macchiavelli, der ausgeprägteste Charakter italienischer Eigenthümlichkeit, die scharfen Waffen ihres Verstandes gegen solches Treiben richteten) erinnernd, fachte die leichtauflodernde Flamme politischer Erregtheit an, und suchte namentlich aus dem Gegensatze des germanischen zu dem romanischen ethnographischen Principe Folgerungen zu ziehen, die, wenngleich aller Begründung bar, zu dem vorgesteckten Zwecke passten. Wohin aber die Aufregung nicht reichte, da begann die Einschüchterung, die moralische in den weitesten, die mit der Spitze des Dolches drohende in den einflussreichsten Kreisen, und nirgend anderswo griff diese so weit um sich, als hier, weil eben hier die Faction vor der Wahl keines Mittels zurückschreckte.

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Ausserhalb der vier genannten Gruppen steht Dalmatien, welches seinen Culturbestrebungen nach zu Italien, seinem Volksstamme nach zu den südslavischen Ländern, seinen historisch-staatsrechtlichen Erinnerungen nach (Ragusa und Cattaro ausgenommen) zu den ungrischen Ländern gehört. Wichtig ist die ihm eigenthümliche Lage als ein schmaler Küstenstreifen sammt einer lang gedehnten Inselgruppe am und im adriatischen Meere, dessen kühnste Seefahrer gleich den alten Narentinern und den späteren Uskoken die Dalmater sind. In ethnographischer Beziehung hat Dalmatien nur Bedeutung im Verbande mit den dahinterliegenden vom gleichen Stamme bewohnten türkischen Provinzen von Bosnien und der Herzegowina; während das Landvolk mit den Bewohnern jener Provinzen auf nahezu gleicher Stufe stand, erblühte in Ragusa das slavische Athen, und brachte, durch die natürliche Anlage des Volksstammes und treffliche Unterrichtsanstalten begünstigt, in seinem winzigen Umfange eine Reihe von Staatsmännern, Dichtern und Gelehrten hervor, die einem grossen Staate zur Zierde gereicht haben würden.

Aus solchem musivisch zusammengesetzten Bestandtheilen hatte sich Alt-Oesterreich gebildet, — Bewohner der verschiedensten Volksstämme auf der ganzen Stufenleiter europäischer Cultur, vom untersten Grade bis zur höchsten geistigsten Ausbildung, stehend, ebenso staatsrechtliche Einrichtungen jeglicher Art, von der unbedingtesten staatsbürgerlichen Gleichheit und freier municipaler Bewegung bis zu dem Gegensatze einer herrschenden und einer dienenden Volksclasse aufweisend, das Gebiet ausgedehnt von der italienischen mit Sonnengluth erfüllten Ebene bis zu den Hochgipfeln der Alpen, und von dem herzynischen Tafellande bis zu den Steppen des russischen Tieflandes, mit üppigster Fruchtbarkeit und gesteigertster Cultur ausgestattet, oder auch die kahlen Felsabhänge der blossen Einwirkung der Elemente Preis gegeben, die Mannigfaltigkeit eines Welttheiles in sich fassend.

Inmitten dieser Mannigfaltigkeit der Zustände gab es vornehmlich drei feste Stützen des Reichsverbandes und seines einheitlichen Bestandes: die nahe an ein Jahrtausend zählende Dynastie, welcher die Bewohner jedes Stammes ihre Anhänglichkeit zollten, das aus den verschiedensten Nationalitäten entsprossene, und dennoch zu einem festen Ganzen geschlossene, von dem trefflichsten Geiste beseelte Heer und die zur Vertheidigung und Abwehr äusserst günstige Lag e des Reiches. Von den mächtigen Wällen der Hauptgebirge Europa's rund umschirmt, bildet das Innere des Reiches gleichsam ein grosses befestigtes Lager, welches durch die Alpen auf Oberitalien, durch die Sudeten auf Deutschland, durch die Karpathen auf die russisch-polnische Ebene, durch die Donau und deren Nebenflüsse auf die Küstenländer des schwarzen Meeres und die grosse illyrische Halbinsel zu wirken vermag, während nur wenige Zugänge, und von diesen ein einziger offener, jener der grossen mährischen Querfurche, von Aussen her in das Innere führen.

Den Ereignissen des Jahres 1848 war eine seit 1830 immer mehr anwachsende Bewegung der Geister vorausgegangen. Ein langwährender Friedensstand befestiget alle öffentlichen und bürgerlichen Verhältnisse, und gewährt dem beweglichen Elemente der Bevölkerung weder Befriedigung noch hinreichende Beschäftigung. In ehrlichster

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Absicht, oder auch zum Vorwande, wird die Aufmerksamkeit auf die allenthalben mehr oder weniger vorhandenen Mängel und Schäden gerichtet, das volle Maass derselben ausgebeutet, und das dadurch erregte Missbehagen und die Unzufriedenheit gegen die Träger des bestehenden Systems gerichtet. Anfänglich war die Bewegung durch einen klaren oder unbewussten Drang nach politischer Freiheit bezeichnet, welcher seine Befriedigung in der Geltendmachung constitutioneller Formen innerhalb des bestehenden Staatsverbandes suchte. Allmählich aber erhielt dieselbe eine neue Wendung. Es begann der Nationalitätenkampf. Man stellte die Nationalität, als die geistige, von der Natur gegebene Gemeinschaft über den historisch oder, wie man glaubte, künstlich gewordenen Staat, suchte die eigene Nationalität, wo sie in mehrere Staaten zersplittert war, zu einem grossen Ganzen zu vereinigen, oder, wo sie in einem und demselben Staate neben anderen bestand, zur ausschliessenden Geltung und Herrschaft zu bringen. Dass diese Richtung darauf abzielte, den Bestand fast aller Staaten zu untergraben, war ebenso klar, als sie, wenn siegreich, nothwendig zur Republik führen musste. Diese Bestrebungen fanden ihre Förderer nicht bloss in den geheimen Secten und der verborgenen Intrigue; sie wurde als ein von der Wissenschaft und staatsmännischer Erfahrung gewonnener Standpunct bezeichnet, und bald verhüllt, bald offen, durch Schrift und Druck, in den Schulen, auf dem Marktplatze, in gelehrten Vereinen und in den Kammern vertheidigt. Die Jugend begeisterte sich bei dem Gedanken der allein herrschenden Nationalität, die Aelteren hofften eine Aenderung und mit dieser eine Besserung der sie nicht befriedigenden Zustände. In Oesterreich hatten auch die constitutionellen Bestrebungen hier und da unter den feudaler Einrichtung ihren Ursprung verdankenden Landständen Anklang und Nachahmung gefunden. Diese (zunächst auf die Erweiterung der eigenen Privilegien gerichteten) Versuche waren jedoch meist bei der Masse des Volkes ohne Rückwirkung geblieben; kein Staat war aber so sehr bedroht, von dem Nationalitätenfieber gerüttelt zu werden, als Oesterreich, welches aus so vielen, der Zahl nach einander das Gleichgewicht haltenden Volksstämmen zusammengesetzt ist. Aber nur die reife Frucht schüttelt der Sturm vom Baume, der starke Stamm wird erschüttert, doch nicht gebrochen; so musste es sich fügen, dass der Nationalitätenkampf zwar den Bestand des Staates nicht zertrümmern konnte, dass ihm aber die bestandene Feudaleinrichtung zum Opfer fiel. Gleich die ersten Bewegungen nach dem Ausbruche der dritten französischen Revolution wurden von dem Beginne national gefärbter revolutionärer Regungen begleitet, das Erscheinen des sardinischen Heeres an der Gränze und dessen Einfall ohne Kriegserklärung rief die lombardische und venezianische Erhebung hervor; in Galizien war der polnisch-nationale Aufstand der Edelleute schon zwei Jahre früher versucht, aber von der Masse des Volkes nicht nur nicht unterstützt, sondern sogar unterdrückt worden, in Ungern bereitete sich die letzte Phase der völligen Isolirung des Landes von der Dynastie und dem Gesammtstaate unter magyarisch-demokratischer Herrschaft vor; selbst in Böhmen musste der čechische Aufruhr zu Prag mit Gewalt der Waffen niedergehalten werden, während das immer getreue Tirol die Landesschützen zur Vertheidigung seiner Gränze gegen Italien aufbot, und die Kroaten unter ihrem muthigen Banus Jellačić ihre Na

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tionalität und die Dynastie gegen den magyarischen Uebergriff wehrhaft vertheidigten. In Wien aber kam ein Reichstag zusammen, in welchem Ungern und Italien nicht vertreten waren, und welcher, die Farbe seines Ursprunges nicht verläugnend, zunächst durch die Reibung der Parteien in seinem Inneren, und seine aufregende Wirkung nach Aussen, namentlich durch Begünstigung der separatistischen Nationalitätstendenzen, bemerkbar wurde. Seine Nähe musste die Wirksamkeit der Regierung lähmen, und die Bande des Gehorsams und der Ordnung in den benachbarten Provinzen lockern.

Während allenthalben an den Grundsäulen der Staatsordnung gerüttelt wurde, gab es einen Hort für die Vertheidigung des Thrones und die Erhaltung der Monarchie. Im fernen Südwesten des Reiches wehrte der ruhmesreiche Feldherr Graf Radetzky mit der von ihm geschulten Armee den Einfall des äusseren mit der Revolution verbündeten Feindes ab, und schlug denselben mit seinem tapferen, durch Heldenmuth die Zahl ersetzenden Heere siegreich in die Flucht. Dieses von dem gleichen Geiste der Treue und der Ausdauer beseelte Heer war aus allen Nationalitäten des Kaiserreiches zusammengesetzt, und merkwürdig fügte es sich, dass die einzelnen nationalen Bestandtheile desselben bei den zahlreichen Kämpfen dieses Feldzuges Gelegenheit fanden, sich einzeln durch Tapferkeit hervorzuthun; so die Tiroler und österreichischen Jäger, die Wiener Freiwilligen, die Regimenter aus Steiermark, Kärnthen und Krain, die der Verlockung zum 'Treubruche standhaft ihr Ohr verschliessenden ungrischen (meist magyarischen) Regimenter (die ungrischen Grenadiere bildeten die Leibgarde Radetzky's), die zahlreichen Gränzer, und der Kern des Heeres, die böhmischen, mährischen und galizischen Truppenkörper. Der Geist ihres Führers beseelte sie Alle, und nirgends waren wohl noch die Bande brüderlicher aufopferungsfähiger Cameradschaft enger geschlungen, als in Radetzky's Lager'). Wie ein elektrischer Funke leuchtete und zündete der von Radetzky's Siegen ausgehende Hoffnungsstrahl in den Herzen aller Vaterlandsfreunde, erhob die Zaghaften und schaarte die Muthigen zusammen. Der Waffengefährte Radetzky's, der edle Fürst Windischgrätz, hatte schon früher zuerst den bewaffneten Aufruhr energisch unterdrückt; ihm ward die Aufgabe zu Theil, nach dem October-Aufstande dem Monarchen seine Residenz wieder zu gewinnen, und die Revolution in Ungern zu bekämpfen; das unter seiner Führung rasch gesammelte Heer blieb an Tapferkeit und Ausdauer nicht hinter den Waffenbrüdern in Italien zurück.

Nachdem durch die beldenmüthige Armee der bewaffnete Widerstand zu Boden geworfen und dadurch das Feld für die Consolidirung der öffentlichen Verhältnisse gewonnen war, bereitete sich der grosse Act vor, mit welchem das alte Regierungssystem abschliessen und eine gänzliche Umgestaltung, der Neubau des Staatsgebäudes, beginnen sollte. Zum ersten Male war, nach Beilegung des Wiener Aufstandes, ein vollständiges Ministerium unter dem Minister-Präsidenten Fürsten Schwarzenberg an die Spitze der Geschäfte getreten, welches sich der grossen

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1) Niemand fühlte wohl diese geistige Vereinigung der Repräsentanten aller Volksstämme zu dem höchsten

Zwecke inniger, und sprach es treffender aus, als Grillparzer, der begeisterte Sänger, als er Radetzky zurief: „In Deinem Lager ist Oesterreich“.

Aufgabe der Herstellung der Autorität und der Wiedervereinigung der zerrissenen Fäden der Verwaltung unterzog. Kaum war die neue Ordnung der Dinge hierdurch eingeleitet, als am 2. December 1848 Seine Majestät der Kaiser Ferdinand I. die Krone freiwillig niederlegte, und nachdem auch der legitime Nachfolger, Se. kais. Hoheit Erzherzog Franz Karl, auf die Nachfolge zu Gunsten höchstdessen erstgebornen Sohnes Verzicht geleistet, bestieg der jugendliche Monarch Franz Joseph I. den Kaisertbron von Oesterreich '). Mit Beendigung der Regierung des schwergeprüsten Kaisers Ferdinand fiel die Epoche derselben sammt allen ihr angehörigen Ereignissen der Geschichte anheim, und mit ihr schloss sich die Vergangenheit für Oesterreich ab.

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S. 98.

b. Reformen. In trüber, gewitterschwangerer Zeit begann die Regierung des jungen ritterlichen Monarchen. Der Aufruhr war zwar in den deutschen und italienischen Provinzen des Reiches niedergehalten, aber es zitterte die Gährung in den noch nicht beschwichtigten Gemüthern nach, und in Ungern war der Insurrectionskrieg, nachdem die kaiserliche Proclamation vom 3. October verhallt war, eben erst im Ausbruche begriffen. Noch discutirte der Reichstag zu Kremsier über das Princip der Volks-Souverainetät (die in Oesterreich sich zur zehnfachen Völker-Souverainetät hätte gestalten müssen); die Handhaben der Regierungsgewalt waren gebrochen oder abgenützt, die neuen noch nicht gefunden oder nicht bewährt. Da ging über Oesterreich's Horizont das glänzende Glück verheissende Gestirn auf, welchem die hoffnungsreichen Blicke aller Augen, der Jubel aller Herzen sich zuwendeten, als dem Retter aus der Noth der bangen Zeit; die Grundlage des Bestandes des Staates, der hellsprudelnde Quell der Neugestaltung desselben waren gefunden. Alle Ueberzeugungen der Vaterlandsfreunde stimmten in dem Ausspruche überein: Oesterreich könne nur bestehen durch die Reichseinheit, der Ausdruck der Reichseinheit sei der jugendliche Kaiser Franz Joseph I. Die Gewähr dieses Ausspruches war in den hohen Eigenschaften des Monarchen gefunden. Seine Jugend hatte ihn ausser aller Berührung mit den vergangenen Zuständen gelassen, sein kühner Muth hatte sich im Feuer der Schlacht bewährt, die Besonnenheit im Rathe und die Festigkeit in der Ausführung des Beschlossenen zeugte von einem den Jahren vorausgeeilten gereiften Charakter, die mit jugendlicher Anmuth gepaarte, einem geheimen Zauber gleich wirkende, Würde vollendeten das Gepräge der erhabenen Persönlichkeit, welche die gütige Vorsehung zum Leit- und Schlusspuncte der Neugestaltung Oesterreich's auserkoren hatte. Wenn es Oesterreich gelang, seine inneren Wirren zu beendigen, die widerstrebenden Kräfte in concentrische Bahnen zu leiten, die Reichseinheit fest zu begründen, auf der Bahn der Civilisation einen früher kaum geahnten Fortschritt zu machen, die Quellen des Wohlstandes zu öffnen, wenn es, stark im Innern, geachteter als jemals nach Aussen, seinen vorderen Platz in der Reihe der Grossmächte, seinen altberechtigten Einfluss auf Deutschland wieder errungen und sich in dem folgenreichen orientalischen Kampfe der Gegenwart zum Schiedsrichter Europa's

1) Kaiserliches Patent vom 2. December 1848.

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