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Deutsch-Altenburg) auf die keltischen Carnunter, Vindo bona') (Wien) auf die Vinden, Cetium“) auf die Citii, und auch die Ortsnamen Arelape (Pechlarn), Namare (Melk), Austura oder Astura :) (Osterburg), Cannabiacum) (Schönbühl), Trigisamum") (Traismauer), Comagena“) (Zeiselmauer), dann die tiefer im Lande gelegenen Claudivium (Clana), Gesodurum (Ober-Gösing), Gabanodurum“) (Gaming), ebenso die Donau (Danubius, Dun-awa), March (Mar-us, Mar-aha), Enns (Anasus), Erlaf (Arelapa, Arl-apa), der Göller, Oetscher (einst Oezan), der Mons Comagene, Tuln ) (Tullina), Pyra, Hoch-Pyra u. a. m. auf keltischen Ursprung hinzuweisen, da man analoge Orts- und Volksnamen in den Keltenländern findet, mehrere auch aus keltischen Wurzeln erklären kann, und die Auswanderer aller Nationen, vorzüglich aber die Kelten, die Erinnerung an ihre heimathlichen Orts- und Stammnamen in den Benennungen ihrer neuen Niederlassungen zu bewahren pflegten. Nur die Namen Lacus Felicis (Nieder-Wallsee), Pons Isis (Ips, mundartlich Ois) *), Elegium ad Muros

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1) Vindobona schreiben das It. Ant. p. 233, 266, die Tab. Peut. und Stein-Inschriften; Vendobona

Aur. Vict. de Caes. 16; Ojevo Bouva Agathem. II. 4. p. 3, 38; Vindomana die Not. Imp. und Vindomina Jornand. Goth. c. 50. Wahrscheinlich sind auch identisch mit Vindobona das bei Plin. III. 24, 27 in Noricum erwähnte Vianiomina, bei Ptol. II. 15, 3 'lovc63 Ov.. Vergl. einerseits die Ortsnamen Vindinum (le Mans), Vindomagus (Vigan) und Vienna (Vienne) in Gallien; Vindonissa (Windisch an der Aar) in Helvetien unweit dem alten Habsburg; Vindogladia (bei Pentridge), Vindomara (Dorf Echester), Vindobala (Walls-End) und Vindotara (Old-Winchester) in Britannien; dann den Stamm der Vindelici (am Lech); anderseits Juliobona in Gallien und Bonna (Bonn) am Rhein. Man hält dafür, dass vindo den Zusammenfluss der Gewässer, bona (vom keltischen bon oder bonn) so viel als Boden, Wohnstätte bedeutet. Eine andere Erklärung des Namens für Vindobona wäre: Wohnung oder Aufenthalt der Vindonen oder Vinden. Später war hier der Standort der legio X. gemina. Seit der Zerstörung Carnunt's wurde die Station der Donauflotte nach Vindobona übertragen. Daselbst starb auch

Marcus Aurelius (im Jahre 186 n. Chr.). 2) Cetium mit dem Beinamen Aelium (Aelia Cetiensis, Aelia Celiensium) war der östlichste Punct im

Noricum. Die in Klosterneuburg ausgegrabenen Militär-Diplome lassen keinen Zweifel über die Existenz einer römischen Niederlassung in dieser Gegend, beweisen aber nichts für die Lage von Cetium. Die auf Cetium bezüglichen Inschriften-Steine, s. Seidl im Archiv etc. B. IX. S. 99—102. Man leitet den Namen des cetischen Waldgebirges von Cet (Köt, Kot), der Wald, ab. Vergl. die Namen Göttweih, Kottes, Kätsch etc. Der Hauptsitz der Citii oder Citui war aber zwischen der Donau und Leitha, daher noch im

Mittelalter die Insel Schütt: Insula Cituorum genannt wird. 3) Das Itin. Ant. und die Not. Imp. schreiben Arlape, die peut. Tafel Arelate und Ptol. ’Apsdon (jetzt

Pechlarn) am Einflusse der Erlaf in die Donau. Daselbst war der Standort einer Donauflotte und einer dalmatischen Reiter-Abtheilung. Vergl. Arelate, Namare, Asturien in den Kelten-Ländern Gallien und Hispanien. Die Not. Imp. schreibt: Austura, die vita S. Severini : Astura. Dass Namare an der Stelle Melk's gestanden, beweiset Keiblinger, Geschichte des Benedictinerstiftes Melk, B. I. S. 10-16. In Traismauer lagerte längere Zeit die Ala I. Augusta Ituraeorum und Thracum, s. Seidl

im Archiv z. K. etc., B. IX. S. 97, 98. 4) Vergl. Canaliacum oder Canalicum in Ligurien, Canoma in Hispanien etc. 5) Vergl. Augusta Tricastinorum, den Hauptort der Tricastiner (zwischen Drome und Isère), dann den

Stamm der Tricasses (auch Tricasii, Trigisani) in Gallien. 6) Vergl. den Lacus Comacenus (Comer See) und den Ort Comum (Como) in Gallia Cisalpina. 7) Kavõibulov (Clana ?), lygóðouvov, l'apavoãoupoy (Ptol. II. 14, 3.). Analog sind Clodiana in Illyricum,

Mons Claudius (an dessen Vorderseite die gallischen Scordisker, im Rücken die Taurisker wohnten),

dann Gesonia, Gesobrivica und Ganodurum in Gallien. 8) Analog sind Tullonium und Tullica in Hispanien, Tullum oder Tulla (Toul) in Gallien, der gallische

Volksstamın der Tulingi, welche zwischen den Rauraci und Helvetii am Rheine wohnten, der Mons

Tullum (Terglou) etc. 9) Der Name des Flusses „Is" ist übrigens ein rein keltischer.

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(Aggsbach und Mauer bei Seitenstätten), Aquae (Baden)'), Aequinoctio (Fischamend), Ala nova (Kaiser-Ebersdorf) haben rein romanischen Klang, sowie auch im Dörfchen Venusberg (bei Traismauer) ein Nachklang an den Cultus der Römer liegen könnte ?).

Mit den römischen Colonien, worin römische Bürger und Krieger mit römnischem Bürgerrechte lebten, verbreitete sich bald römische Sprache, Sitte und Religion im Ufer-Noricum; die Verleihung des Municipalrechtes an einzelne Gemeinden jener Einheimischen (Provinciales), welche das Schwert des Siegers für friedliche Pflege der Aecker und für die gewohnten Beschäftigungen der Alpenwirthschaft, des Bergbaues u. dgl. verschont hatte, bahnte die Verbreitung römischen Geistes auch unter ihnen ano). Von einer durch Kriegs-, Handels- und Staatsdienste, sowie durch Familienbande eingegangenen Gemeinschaft der Römer und der norischen Provincialen oder Eingebornen geben die Inschriften und Namen mancher römischen Denksteine Kunde. Ein Strassennetz, welches die eroberten Alpenländer durchzog, stand in Verbindung mit der Strasse längs der von Castellen wohlbewachten Donau (supercilia Istri), und Ausgangspuncte dieser Strassenverbindung waren Arelape, Vindobona und Carnuntum im unteren Ufer-Noricum und Ober-Pannonien.

Dass nicht nur römische Militär- und Civil-Institutionen bei den Norikern Eingang fanden, sondern auch die bereits mit persischen und anderen orientalischen Mythen vermischte und mit mystischen Culten in Verbindung gesetzte griechischrömische Götterlehre, welcher sich der keltische Polytheismus leicht anschmiegte, an den Ufern der Donau ihre Opferstätten fand, beweisen die Altäre, Votiv- und DenkSteine. Sowie am adriatischen Meere zu Aquileja der norische Sonnengott Belenus *) besonders verehrt wurde, so bezeugt das in Carnuntum gefundene Mithras-Denkmal die Verehrung eines ähnlichen persischen Sonnengottes. Jupiter, Juno, Venus, Apollo, Mercur und die übrigen vorzüglichsten Gottheiten der Römer werden auf

) Die dort aufgefundenen Reste der Römer-Zeit hat Seidl in N. III. seiner Beiträge zu einer Chronik

der archäologischen Funde (Archiv z. K. österr. G. B. IX. S. 91 ff.) zusammengestellt. Dass auch die Meidlinger Heilquellen schon den Römern bekannt waren, zeigt Sacken in den Wiener Blättern für Literatur

und Kunst, 1853 Nr. 2. 2) Römisch-archäologische Funde zeigen übrigens, dass auch an vielen von den Quellen nicht benannten

Orten im heutigen Oesterreich römische Wohnstätten waren. So bringt Seidl's Chronik der archäologischen Funde (Archiv etc. B. III, VI, IX, XIII, XV) derlei Notizen über Döbling, St. Pölten, Meidling, Wr. Neustadt, Schwadorf, Bruck, Mautern, Pasdorf, Gumpoldskirchen, Himberg, Vösendorf, Lanzendorf. Veber die römischen Gräber bei Bruck' berichtet speciell Sacken in den Sitzungs-Berichten der kais. Akademie B. VII. S. 156—160, und vermuthet daselbst eine kleine rönische Niederlassung an der

Strasse von Scarabantia nach Carnuntum. 3) Dio Cassius lib. XIV. 536. Strabo lib. IV. 142, VIII. 202. Eine grosse Anzahl von Norikern wurde

unter die Legionen vertheilt, sie bildeten sogar einen Theil der Praetorian er. Dio Cass. LXXIV. c. 2. Vergl. Herodian II. 107. Tacitus (Ann. 15) redet von einer: „Legio invicta Tauriscoruin", so wie

von Anderen überhaupt: „Legiones celticae" erwähnt werden. 4) Tertullian Apolog. c. 24: „unicuique etiam provinciae et civitati suus est Deus . ....ut Noricis

Belenus." Steinschriften bei Aquileja, Klagenfurt etc. sind geweiht: Apollini Beleno und Beleno Augusto (Gruter p. 36, Eichhorn Beiträge I. 56.). Vergl. Muchar altkeltisches Noricum S. 24.

Votivsteinen genannt, und den Diis manibus, Laribus u. dgl. sind allenthalben Denkmale gesetzt worden').

Unter den kleineren germanischen Völkerschaften im Norden der Donau nennt Ptolomäus ?) die Terakaten (Te-Rakatae, d. i. Rakaten an der Thaya) und die Rakaten (am Kamp) in der Nachbarschaft der Baemen. Man glaubt, dass von diesem Stamme der Rakatae (in oberdeutscher Aussprache Rakassae) die böhmische Benennung Rakúsi oder Rakúšané für Oesterreicher und Rakúsy für Oesterreich entstanden seio).

Eine erhebende Erscheinung in den Zeiten der Auflösung der Römerherrschaft war der heil. Severin, welcher tröstend, warnend und belehrend, von Provincialen, Römern und Barbaren geachtet, segenreich in Noricum und Pannonien, besonders aber in Faviana “) und dessen Umgebung, wirkte. Seine Biographie gewährt eine anschauliche Schilderung der Zustände der verschiedenen Bewohner dieser Gegenden. Spuren einer geographischen Unterscheidung des norischen Landes ob und unter der Enns findet man bei dem Biographen des heil. Severin in der zweiten Hälfte des fünften Jahrhunderts, da von ihm die oberen und unteren Burgen Ufer-Noricu m's (castella Norici ripensis superiora et inferiora) unterschieden werden“).

Merkwürdig bleibt der norisch-pannonische Boden Oesterreich's in dieser Zeit für die europäische Völkerstellung; denn hier waren der tapfere Odoaker und der grosse Theodorich heimisch, und von hier zog ersterer zur Zerstörung des römischen Weltreiches und letzterer zum Aufbaue einer neuen Staatengestaltung nach Italien.

1) Mehr über die Verhältnisse Noricum's siehe in Muchar’s altkeltischem und römischem Noricum I. und

II. Band. Vergl. über römische Inschriften-Steine, nebst Gruter, die Ergänzungen in Hormayr's Geschichte Wien's, und dessen Archiv, J. 1816, 1822, 1824, 1827, 1832, dann in den Wiener Jahrbüchern der Literatur, B. 46–48., Tschischka's Kunstgeographie und J. G. Seidl's Chronik der archäologischen Funde in der österreichischen Monarchie (v. 1840—45) in den österreichischen Blättern 1840, Nr. 18—20,

und im Archiv zur Kunde österreichischer Geschichtsquellen, ll. cc. 2) Και συνεχείς αύτοϊς (τοϊς Βαιμοϊς) παρά τον ποταμόν οι Τερακάται και οι προς τους καμποΐς Ράκαται. 3) Šafařik: Slavische Alterthümer, B. II. der deutschen Uebertragung, S. 382, 413. 4) Ausser der Vita S. Severini erwähnt den Ort Faviana oder Favianis nur noch die Notitia dignitatum

Imperii (neu edirt von Eduard Böcking, Bonnae, 1839-49), cap. XXXIII. Mit Wien identificiren dasselbe zuerst, wahrscheinlich durch die Inschriften-Steine der cohors Fabiana irre geleitet, Otto von Freisingen (in dessen Gest. Frid. c. 32) und Heinrich Jasomirgott (in drei Urkunden von 1158, 1159 und 1161 : in Civitate nostra Favianis, quae alio nomine Wienna dicitur etc.). Vergleiche Calles Annal. Austr. I. 1. II. p. 92, Hormayr Gesch. Wien's, B. I. Heft II. S. 38 etc., welche Faviana als identisch mit Vindobona an die Stelle Wien's setzen, mit Fr. Blumberger's Bedenken gegen die gewöhnliche Ansicht von Wien's Identität mit dem alten Faviana (Archiv der kaiserl. Akad., J. 1849, III. B. S. 353 etc.) und Glück's Erläuterungen in den Sitzungs-Berichten B. XVII, 76–78. Die Angabe der Entfernung Faviana's von Batava, seine wiederholt vorkommende Bezeichnung als eine Ortschaft im Noricum ripense, sein Erscheinen neben Vindobona in der Notitia dignitatum, sein Untergang im V. Jahrhunderte gegenüber dem Fortbestande Vindobona's in der gothischen Zeit verleihen diesem Bedenken ein entschiedenes

Uebergewicht; ich würde Faviana bei Mautern und Göttweih suchen. 5) Eugipp, der Biograph des heil. Severin, nennt im Lande unter der Enns: Astura (Osterburg) als einen

von den Barbaren zerstörten, Comagene aber als einen von Rügen besetzten Ort, wo sie den ersten Uebergang über die Donau versucht hatten, Faviana als Sitz des Rügen königs, dann ad vineas, das nahe Burgum etc. Severin's Zelle in Sievering, sein Kloster in Heiligenstadt zu suchen, fiel erst dem XVI. Jahrhunderte ein.

S. 57.

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Völkerwanderungszeit. (Das jetzige Oesterreich als Rugiland, bald darauf Awaren und Slaven.)

Als bald nachher der römische Donau-Limes (limes Danubii) von Odoaker aufgegeben und ein grosser Theil der römischen Bewohner nach Italien gebracht wurde (488), drängten und folgten sich im raschen Wechsel Heruler, Schiren, Turkilinger, Ostgothen, Rügen, Langobarden, Sueven und andere germanische Stämme bis zur Ankunft der Awaren und Slaven im sechsten Jahrhunderte. Von den Rügen, welche anfangs das nördliche Donauland inne hatten, bald aber sich auch im Süden der Donau verbreiteten, wo ihr König Feletheus Faviana inne hatte, wurde der nördliche und westliche Theil des jetzigen Oesterreich's unter der Enns einige Zeit (488-526) Rugiland genannt, bis dieser Name, welcher schon durch die Herrschaft Theodorich's des Ostgothen über das gesammte Süd-Donauland eine Schmälerung erlitten, seit der langobardischen Herrschaft in Pannonien (526—568) wieder erlosch ‘). Die Bewobner von Lauriacum (Lorch bei Enns) und anderen zerstörten römischen Orten fanden Aufnahme in den von dem Rügenkönig besessenen Gebietstheilen.

Doch bald kamen noch neue Fluthen über das bedrängte Ufer-Noricum.

Nach dem Abzuge der Langobarden aus Pannonien im Jahre 568 wurde ganz Ufer-Noricum bis zur Enns und Rugiland im Norden der Donau von Slaven in Besitz genommen. Bald darauf gründeten die Awaren ihre Herrschaft über jene Slaven und setzten sich im Donau-Thale und den ebenen Theilen des jetzigen Oesterreich unter der Enns fest, daher dasselbe vorzüglich Hunnia oder Avaria genannt wurde. Die Slaven scheinen von Mittel-Noricum (Karantanien) aus an der Mur, der Enns und ihren Nebenflüssen bis in die Alpenpässe vorgedrungen zu sein und sich in den Thälern der süd-österreichischen und steiermärkischen Alpen bis zu deren Pässen ausgebreitet, wohl auch sporadisch an der Erlaf, Ips, Url, Bielach, Traisen, Piesting u. s. w. angesiedelt zu haben, besonders seit Sam o (623–630)

, durch Vereinigung der böhmischen und karantanischen Slaven die Macht der Awaren für einige Zeit schwächte.

Urkundliche Spuren vom achten bis zum zwölften Jahrhunderte und slavische Ortsnamen in den angedeuteten Bezirken Nieder-Oesterreich's scheinen auf obige Ausbreitung hinzuweisen, obgleich manche slavische Ansiedlungen auch noch später, insbesonders zur Zeit der Karolinger und Babenberger, geschehen sein mögen ?).

In einer Schenkungs-Urkunde Ludwig's des Deutschen an das Hochstift Regensburg vom Jahre 832 wird in der Ostmark (in orientali parte) ein Berg genannt, der bei den Wenden (apud Wenades) Colmezza (Chlmec oder Cholómica) 3) heisst.

(

1) Vergl. über das Gesagte II. B. SS. 9–12.
2) Vorzüglich scheinen die (nördlich der Alpenpässe im Flachlande) vereinzelt angesiedelten Slaven erst der

Karolinger-Periode anzugehören.
3) Keiblinger (Geschichte von Melk, B. I. S. 65) hält den Berg für die an der Poststrasse von Melk

nach Kemmelbach gelegene Anhöhe oberhalb des Dorfes Erlaf, auf welcher das Dörfchen Kolm (Kolben) liegt. Aeltere Auslegungen halten ihn für den Kolmitzberg bei Ardaker.

Eine Urkunde vom Jahre 837 nennt die Gegend an der Ips Slavinien (in Sclavinia .... juxta Ipusa flumen), und noch 979 erscheint daselbst ein Bach Zucha ^) (die in die Ips fliessende Zuchaha) und ein Berg Ruznic (in montem, qui dicitur Slavonice Ruznie).

An der Perschling (ad Persnicham in Sclaviniae locis 851, Slavi circa Bersinicha 853) werden Slaven, sowie an der Traisen und (888) auch zu Eporesburch freie und unfreie Slaven urkundlich genannt *).

Zur Ergänzung dieser urkundlichen Spuren weisen wir auf Namen von Flüssen und Ortschaften hin, welche unbezweifelt slavischen Ursprunges sind ®).

Am rechten Donau-Ufer finden sich a) im Kreise ober dem Wiener-Walde folgende slavische Namen von Flüssen: Veistra“), Erlaf'), Bielach 6), Sirning ), Perschling 8), Tuln °), und folgende slavische Ortsnamen : Opponitz 10) bei Waidhofen, Kolmitzberg 11), Gaming !?), Pechlarn 13), Melk 14), Tratigist 15), Türnitz 16), Tuln "); b) im Kreise unter dem Wiener-Walde folgende Flüsse mit slavischen Namen: Alsbach 18), Liesing 19), Triesting 20), Feistritz ?) und nachstehende slavi

l sche Ortsnamen: Gablitz ?), Gleinz 23) und Laa ?) bei Wien, Rodaun 25), Mödling 28),

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1) Sucha oder Dürrenbach. 2) Die Mehrzahl dieser Urkunden ist übrigens nach Kopp's Paläographie bezüglich der Zeit unächt, allein

der Inhalt dürfte hinsichtlich der geographischen Angaben nicht zu verwerfen sein. 3) Die nachstehenden Fluss- und Ortsnamen sind aus dem Aufsatze: „Ueber die Slaven in Nieder-Oester

reich" im Časopis Českého Museum, Jahrgang 1844, S. 536 u. s. f. entnommen, mit beigefügten Erklä

rungen von dem Verfasser dieses Aufsatzes, Prof. A. Šembera. 4) Böhmisch und slovenisch Bystrá, d. h. Reissbach. 5) Orlová, d. i. der Adlerfluss, vergl. Orlice und Erlitz in Böhmen. 6) In Urkunden des zwölften Jahrh. Piela, d. i. Béla, Weissbach. ;) In Urkunden Sirnicha, d. i. Žirnica, von zir, žirný; vergl. in Böhmen Žirec, Žirovnice. 8) In Urkunden des zehnten Jahrhunderts Persnicha. Ohne Zweifel Breznica, von březa, Birke. 9) In Urkunden Tullina und Tollana, d. i. Dolina, von dol, Thal, ganz der Lage entsprechend. Vergl. Do

lenice, Tullnitz hei Znaim in Mähren. Siehe aber auch S. 91. Anm. 8. 10) In Urkunden des zwölften Jahrhunderts Sopotnica, ein auch in Böhmen vorkommender Ortsname. 11) Chlumec, Chlmec Berg. 12) Im dreizehnten Jahrhunderte : Gamnich, unbezweifelt: Jamnic jemnice, Grube. 13) Bechlany; vergl. Bechlin in Böhmen. 14) In Urkunden des zwölften und dreizehnten Jahrhunderts : Medelicha, Medlicum, monasterium Medlicense,

daher Medlice. Zu vergleichen die Ortsnamen Medlice, Medle und Medlov in Mähren, abgeleitet von den

Personennamen Medla. 15) Alt: Radigist Radhošt, von dem Personennamen Radhost. Vergl. Radhošt in Mähren und Böhmen. 16) Ternice Trnice, von trn, Dorn. 17) Dolina oder Dolány, von dol, Thal. Vergl. oben die Note 9. 18) Ohne Zweifel Olsa, Olsava, d. h. Erlenbach. Kömmt in allen slavischen Ländern häufig vor. 19) In Urkunden Lieznicha, d. i. Leštnica = Haselbach. 20) In Urkunden Tristnicha, d. h. Trstnica, von tršt, Schilfrohr. 21) Bystrica, Reissenbach. 22) Vergleiche Kaplice in Böhmen. 23) Glince oder Hlince von glina, hlina, Lehm oder Thon. Man vergl. Hlince im Prager und Leitmeritzer

Kreise in Böhmen, und Glinca, Gleinitz oder Gleinz in Krain. 24) Böhm: Lava Steg. Vergl. Laa Lava bei Feldsberg an der mährischen Gränze. 25) In Urkunden Radún, zu vergl. Radúň bei Troppau und Radujeň und Radunice in Böhmen. 26) In alten Urkunden Medilicha = Medlice.

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