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Der unfehlbare Lehrprimat des Apostolischen Stuhles.

Uebernatürlicher Charakter der Kirche. Die Auctorität das Princip der Einheit in der Kirche. Das kirchliche Lehramt ein Werkzeug Christi. Die lehrende und lernende Kirche. Tiefster Grund des unfehlbaren Lehramtes. Inspiration und Unfehlbarkeit. Papst unfehlbarer Lehrer der Kirche.

und Primat in seinem Wechselverhältniß.

Der Der unfehlbare Episcopat Bedeutung der persön lichen Unfehlbarkeit'. Definitio,ex Cathedra'. Der Schriftbeweis. Die heiligen Väter. Die Handlungsweise der Concilien und Päpste. Die Bischöfe wahre Glaubensrichter. Papst und Concil. Das Concil nicht absolut, aber relativ nothwendig. Die Honoriusfrage. Die Unfehlbarkeit des Primats aus dem Wesen der Kirche. — Neuheit des Dogma's' von der Unfehlbarkeit des Lehrprimats. Der Canon des Vincentius von Lerin. Die Lehre von der Infallibilität und Fallibilität des Papstes nicht gleichberechtigte theologische Meinungen. Bedeutung der Definition der Unfehlbarkeit. Bemerkungen.

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Neunzehnter Vortrag.

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Die Kirche ist das Reich Christi auf Erden; darum ist ihr Grund, ihr Ziel, ihre Existenz und ihr ganzer Charakter ein übernatürlicher, verschieden von jenem irdischer Reiche, und kann mit diesen, ihrer Verfassung, Regierungsform u. s. f. nur sehr unvollkommen verglichen werden. Darum wirken auf jedem Punkte ihres Daseins und ihrer Thätigkeit unsichtbare und göttliche Kräfte in sie herein, denn Christi Geist erhält und durchdringt sie; einmal seiner Kirche bräutlich vermählt, verläßt er sie nicht mehr.

So ist denn auch die kirchliche Gewalt, vor Allem in Hettinger, Christenthum. II. 3. 4. Aufl.

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ihrem obersten Träger, dem Römischen Papst, nur ein Werkzeug in Christi Hand, der unsichtbar gegenwärtig durch sie die Kirche leitet, schüßt, belehrt und so vor dem Untergange, der Obmacht der Pforten der Hölle' bewahrt. Wohl ist auch die heilige Menschheit Christi an sich nur ein endliches, creatürliches Wesen; aber durch die hypostatische Vereinigung mit der Gottheit ward sie das Organ, durch welches alle Gnadenwirkungen über die Kirche und Welt, in und außer den Sacramenten, ausgehen; denn in ihr ist die Fülle aller Gnaden. So sind, wenn wir Niederes mit Höherem vergleichen dürfen, Papst, Bischöfe und Priester schwache, dem Irrthume und der Sünde anheimgegebene Menschen; aber durch die gnädige Vereinigung Christi mit seiner Kirche, in der er fortwährend wohnt, hat er diesen, ausfließend aus seiner eigenen Gnadenfülle als Haupt der Kirche, so hohe Amtsgnaden und Gewalten verliehen, daß auf ihr Wort die Sünde flieht, die Himmel sich öffnen, und der Sohn des Menschen selbst, wie ehedem in Mariä Arme, in ihre Hände niedersteigt.

Dem aber, dem er in seiner Kirche eine ganz besondere Aufgabe gegeben, und eine vor Allen ausgezeichnete Stellung angewiesen, den er, der unsichtbare Hirt, zum Hirten der Hirten, Haupt der Häupter gesezt hat, zum Vater und Lehrer der ganzen Christenheit, sollte er diesem wegen der Erhabenheit seines Amtes nicht in ganz besonderer Weise Gnaden verliehen haben, wie er sie den Priestern und Bischöfen zum Zwecke ihrer Amtsführung gegeben hat? So ist es. Dem, dem er befohlen, die Gesammtheerde zu weiden, hat er die

1 Thom. Aquin. De ver. Qu. XXIX. Art. 5 ad 3. Qu. IV. 4: Interior influxus gratiae non est ab aliquo nisi a solo Christo, cujus humanitas ex hoc, quod est divinitati conjuncta, habet virtutem justificandi. Art. 5: Ipse est principium omnis gratiae secundum humanitatem, sicut Deus est principium omnis esse.

diesem Auftrage entsprechende nothwendige Gnade zugleich gegeben. Der Primatialgewalt entspricht die Primatialgnade. Diese erscheint aber in ganz besonderer Weise in dem unfehlbaren Lehrprimat.

Alle Gegensätze zwischen Katholiken und den von ihnen getrennten Confessionen haben, wie früher bemerkt wurde, ihren obersten Ausgangspunkt und ihre tiefste Wurzel in der Lehre von der Kirche und deren Auctorität. Kein Christenthum ohne Kirche, aber auch keine Kirche ohne Auctorität; diese ist das energische Princip der Einheit, ohne sie Anarchie statt Ordnung, Spaltung statt Vereinigung. Diese Einheit in der Kirche ist aber eine doppelte, die Einheit im Glauben und die Einigung in der Liebe durch die kirchliche Gemeinschaft. Im Glauben vor Allem; denn er ist das Lebenselement der Kirche; für die Einheit im Glauben hat Christus gebetet 2, sie ist die Aufgabe des gesammten Erlösungswerkes Christi, das Siegel der Göttlichkeit seiner Kirche.

Darum kann die Gesammtkirche nicht in den Irrthum fallen, und die Einheit im Glauben verlieren 3; die Kirche aber empfängt ihren Glauben durch das kirchliche Lehramt; dieses kann daher nicht irren, wenn es an Christi Statt und von seinem Beistande geleitet die Wahrheiten der Offenbarung den Gläubigen vorlegt, in dem der Einzelne die unfehlbare Regel und Norm seines Glaubens empfängt. Denn ,man kommt nur dadurch, sagt Augustinus 5, zur wahren Religion, daß man glaubt, überhaupt nur durch eine ent scheidende, mit der höchsten Gewalt bekleidete Auctorität'.

1 Ambros. Offic. III. 3: Congregatio, quae in unum connexum corpus atque compactum unitate fidei atque caritatis assurgit.

2 Joh. 17, 20.

3 Infallibilitas passiva, mediate et quoad finem.

• Infallibilitas activa, immediate et quoad subjectum.

5 De utilit. credendi. c. 9.

So geht, wie einst von Christi Mund über die Schaaren, die ihm folgten, aus dem Munde des kirchlichen Amtes die Lehre des Glaubens aus; während dieses die Worte der Wahrheit verkündet, gießt der Geist die Gnade des Glaubens in die Herzen ein 1.

So wird der Glaube grundgelegt, so wächst er heran und entfaltet sich, immer zunächst und in Allem das Werk Christi in den Seelen, aber mittelst des kirchlichen Lehramtes als seines sichtbaren Organes und Werkzeuges. So haben die Gläubigen dem Wesen nach immer denselben Glauben; aber weil die Kirche den Bedürfnissen der Jahrhunderte entgegen= kommt, den Gläubigen auf ihre Fragen die Antwort verkündet, den vielfach wechselnden Formen des Irrthums wehrt, die Häresieen zurückweist, die Fülle des Glaubensgutes immer klarer, eingehender, allseitiger entwickelt und darlegt, schreiten sie fort in der Erkenntniß Christi und seiner Lehre, in neuen Formen, Folgerungen und Anwendungen das uralte Glaubensgut besigend. Und so, weil Alle, die Glieder der Kirche sind, dem kirchlichen Lehramte vertrauend sich hingeben, wie einst die Jünger dem Worte des Herrn, darum ist derselbe Glaube in Allen, immer und überall; denn er ist aufgebaut auf einen festen, von des Herrn Hand selbst gelegten Grund, und darum auf ihn selbst, der ihn hütet und seinen Beistand ihm verleiht bis an's Ende. So werden die Bischöfe, in Einheit mit dem Papste, indem sie in oder außer dem Concil ihr von Gott gegebenes Lehramt ausüben, die von ihm gesezten Zeugen der katholischen Wahrheit, die von jeher ent weder ausdrücklich oder keimartig, d. i. nur in ihren Prämissen in der Hinterlage des Glaubens enthalten war; darum . sind sie Richter in Glaubensfragen, um zu entscheiden über

11 Joh. 2, 20-27. Vgl. 1, 1-5. Augustin. in I. Joan. Tract. III. 13: Magisteria forinsecus, adjutoria quaedam sunt et admonitiones; cathedram in coelo habet, qui corda docet.

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