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Dr. Friedrich H. Vering,
Professor der Rechte an der Univerzität su Heidelberg.

Vier und zwanzigster Band.
(Neuer Folge achtzehnter Band.)

Mainz,
Verlag von Franz Kirchheim.

1870.

Printed in Germany

Auu - 5 1925

Mainz, Druck von Franz Sausen,

Vom

Vaticanischen Concil.

1. Die Messiasfrage und das Vaticanische Concil.

Unter diesem Titel erschien von den Brüdern Joseph und Augustinus Lehmann, Priestern der Diöcese Lyon, welche von Geburt dem Judenthum angehörten, beim Verleger des Archivs (Mainz 1870., XVI. und 123 S. 8.) in deutscher Uebersetzung aus dem Französischen eine Schrift, deren Zweck es ist, die religiöse Scheidung zu entfernen, welche, seitdem im Jahre 1791 zuerst in Frankreich die Juden emancipirt wurden und damit der sociale Widerstand gebrochen wurde, meistens nur allein noch die Juden von den Christen trennt. Vorangedruckt ist das Breve vom 6. Februar 1870, womit der heilige Vater Pius IX. die Bestrebungen der Gebrüder Lehmann belobte, sowie die Eingabe vom 1. November 1869 derselben an die Väter des Concils (beide Aktenstücke lateinisch und deutsch), damit das Concil dem Volke der Hebråer mit einer väterlichen Einladung entgegenkomme. Diese Petition hatte den Erfolg, dass 506 Väter des Concils einen Antrag bei dem Concil einreichten, eine öffentliche Einladung an die Israeliten zum Eintritt in die Kirche zu erlassen. Nach Sammlung dieser vielen Unterschriften wurde den Gebrüdern Lehmann die Ehre zu Theil, das Postulatum Sr. Heiligkeit vorzulegen. Pius IX. segnete dieselben und sagte: »Meine Kinder, ich nehme Euer Postulatum an, und will es selbst dem Secretär des Concils übergeben. Ja es schickt sich, ja es ist gut, an die Israeliten einige Worte der Ermahnung und Ermuthigung zu richten. Euere Nation hat in den heiligen Schriften sichere Verheissungen der Rückkehr. Wenn die Weinlese auch nicht ganz stattfinden kann, möge uns der Himmel doch einige Trauben gewähren.<

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II. Constitutio dogmatica de Fide Catholica, edita in Sessione tertia sacrosancti oecumenici Concilii Vaticani (d. 24. April

1870).

Wir erwähnten bereits im Archiv XXIII, S. 482., dass bei der ersten Abstimmung über die dogmatische Constitution de fide catholica am 12. April 1870 515 Bischöfe mit placet schlechthin, 85 mit einem placet juxta modum abstimmten, d. h. die letzteren so, dass sie zustimmten, wenn noch die von ihnen beantragte Aenderung der Stelle vorgenommen würde. In der Sitzung am weissen Sonntag erfolgte dann die einstimmige Annahme der Constitutio de Ade in der folgenden Fassung, und der heilige Vater publicirte sie sofort als kirchliches Dogma und Gesetz mit den Worten: „Decreta modo lecta placuerunt omnibus Patribus nemine dissentiente, Nosque sacro approbante Concilio illa ita decernimus, statuimus atque sancimus ut lecta sunt.“ (Vgl. den Bericht des Münchener Past.-BI. 1870, Nr. 18.).

Pius Episcopus Servus servorum Dei sacro approbante Concilio ad

perpetuam rei memoriam. Dei Filius et generis humani Redemptor Dominus Noster Jesus Christus, ad Patrem coelestem rediturus, cum Ecclesia sua in terris militante, omnibus diebus usque ad consummationem saeculi futurum se esse promisit. Quare dilectae sponsae praesto esse, adsistere docenti , operanti benedicere, periclitanti opem ferre nullo unquam tempore destitit. Haec vero salutaris ejus providentia, cum ex aliis beneficiis innumeris continenter apparuit, tum iis manifestissime comperta est fructibus, qui orbi christiano e Conciliis oecumenicis ac nominatim e Tridentino , iniquis licet temporibus celebrato, amplissimi provenerunt. Hinc enim sanctissima religionis dogmata pressius definita uberiusque exposita, errores damnati atque cohibiti; hinc ecclesiastica disciplina restituta firmiusque sancita, promotum in Clero scientiae et pietatis studium, parata adolescentibus ad sacram militiam educandis collegia , christiani denique populi mores et accuratiore fidelium eruditione et frequentiore sacramentorum usu instaurati. Hinc praeterea arctior membrorum cum visibili Capite communio, universoque corpori Christi mystico additus vigor; hinc religiosae multiplicatae familiae , aliaque christianae pietatis instituta; hinc ille etiam assiduus et usque ad sanguinis effusionem constans ardor in Christi regno late per orbem propagando.

Verumtamen haec aliaque insignia emolumenta, quae per ultimam maxime oecumenicam Synodum divina clementia Ecclesiae largita est, dum grato, quo par est, animo recolimus; acerbum compescere haud possumus dolorem ob mala gravissima, inde potissimum

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II. Die in der III. öffentlichen Sitzung verkündete do
Constitution über den katholischen Glauben.

sche

Pius, Bischof, Knecht der Knechte Gottes.

Mit Zustimmung des heiligen Concils. Zum immerwährenden G

dächtniss.

Als der Sohn Gottes und Erlöser des Menschengeschlechtes, unser Herr Jesus Christus im Begriff stand, zu seinem himmlischen Vater heimzukehren, hat er die Verheissung gegeben, dass er mit seiner auf Erden streitenden Kirche sein werde alle Tage bis an Ende der Welt. Darum hat er zu keiner Zeit aufgehört, der geliebten Braut zur Seite zu sein, ihr beizustehen, in ihrem Lehramte sie zu segnen, in ihrem Wirken ihr Hülfe zu bringen, wenn ihr Gefahr droht. Diese seine heilbringende Fürsorge aber, welche schon aus anderen unzähligen Wohlthaten ununterbrochen hervorleuchtet, ist insbesondere in der augenscheinlichsten Weise kund geworden an jenen Früchten, welche der Christenheit aus den allgemeinen Concilien, und namentlich aus jenem von Trient, wenn es auch in ungünstigen Zeiten abgehalten wurde, in reichstem Maasse erwachsen sind. Diesen allgemeinen Concilien verdanken wir die genauere Erklärung und fruchtbarere Entwickelung der heiligsten Glaubenslehren, sowie die Verurtheilung und Eindämmung der Irrthümer; die Wiederherstellung der Kirchenzucht und deren festere Ordnung, die Beförderung des Eifers für Wissenschaft und Frömmigkeit im Klerus, die Errichtung von Anstalten für die Erziehung der Jünglinge zum geistlichen Stande, die Erneuerung endlich des Lebens des christlichen Volkes sowohl durch den sorgfältigeren Religionsunterricht als durch den häufigeren Gebrauch der Sacramente. Ihnen verdanken wir überdies die engere Vereinigung der Glieder mit dem sichtbaren Haupte und die regere Lebensthätigkeit des ganzen mystischen Leibes Jesu Christi; die Vermehrung der klösterlichen Genossenschaften, und anderer Anstalten der christlichen Frömmigkeit; so wie nicht minder den unermüdlichen Drang, und die glühende bis in den Martyrertod beharrliche Begeisterung , das Reich Christi weithin über den Erdkreis zu verbreiten.

Indem wir aber auf diese und andere bedeutsame Erfolge, welche die göttliche Gnade der Kirche hauptsächlich durch die letzte öcumenische Synode zugewendet hat, mit der gebührenden Dankbarkeit zurückblicken, können wir den herben Schmerz nicht unterdrücken über die so traurigen Vebel, welche gerade dadurch ent

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