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Vorwort.

Es ist mir vielfach der Wunsch ausgedrückt worden, dass ich diejenigen Dokumente und officiellen oder officiösen Schriften, welche auf die Vaticanische Versammlung des Jahres 1870 bezüglich, noch nicht allgemein zugänglich geworden sind, in einer Sammlung vereinigen und dieselbe veröffentlichen möge. In der That war es mir während meines Aufenthalts in Rom gelungen, mehrere Schriftstücke dieser Art mir zu verschaffen, und seit meiner Rückkehr ist mir noch Einiges von Bedeutung von guter Hand mitgetheilt worden. Es ist demnach ein wichtiger Beitrag zur Kirchengeschichte unserer Tage, welchen ich läufig die erste Abtheilung dem Publicum hiemit übergebe.

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Die erste Abtheilung enthält: I. Die vom Bischof Ketteler von Mainz in Rom vertheilte Schrift mit dem Titel: Quaestio. Sie ist zu interessant für die Beurtheilung der Stellung dieses Mannes auf dem Concile, als dass sie der Vergessenheit anheingegeben werden dürfte. Jeder, der sie näher ansieht, wird meinem Urtheile beipflichten, dass sie eine ausführliche Begründung der seiner Zeit im «Janus» aufgestellten Behauptungen ist. Der Verfasser derselben ist mir nicht bekannt geworden. Anfänglich hiess es — uud man berief

sich auf des Bischofs eigene Worte – dass Hr. von Ketteler zugleich mit einem hervorragenden deutschen Theologen dieselbe verfasst habe; später wollte aber der Hr. Bischof von Mainz nur die Veranlassung und Einführung derselben nach Rom auf sich nehmen. Nach allen Anzeichen zu schliessen, ist die Schrift auf Anordnung des Bischofs in Rom verfasst und in der Schweiz gedruckt worden.

II. La liberté du Concile et l'infaillibilité, von der Hand eines der ersten kirchlichen Würdenträger Frankreichs. Nur in 50 Exemplaren abgezogen und unter die Cardinäle vertheilt, wurde sie in weiteren Kreisen nicht bekannt. Da sie aber wie kaum eine andere bisher erschienene Schrift den Gang der Verhandlungen des Concils schildert, namentlich manche theils abgeleugnete theils entstellte Vorgänge und Ereignisse durch das Zeugniss eines Vaters des Concils selbst constatirt, konnte ich kaum anstehen, sie in meine Sammlung aufzunehmen. Ueber die Frage, in wiefern man der Vaticanischen Versammlung Freiheit der Berathung und Oecumenicität beilegen könne, gewährt diese Schrift die klarsten Aufschlüsse.

III. Concio Petri Ricardi Kenrick archiepiscopi S. Ludovici ... in Concilio Vaticano habenda at non habita. Diese Schrift ist die Rede, welche Erzb. Kenrick für das Vatikanische Concil vorbereitet hatte, aber wegen gewaltsamen Schlusses der Diskussion am 3. Juni 1870 nicht mehr halten konnte. Er legt darin insbesondere das unumstössliche Zeugniss ab, dass weder in seiner früheren Heimat, Irland, noch in seiner neuen, Nordamerika, die Lehre von der päpstlichen Infallibilität geglaubt worden sei oder werde. An der Hand der Geschichte weist er nach, wann und auf welche Weise der Versuch gemacht wurde, dieselbe auch in diesen Läudern zur Geltung zu bringen. Oftmals wurde während der Dauer des Concils von dem Eide der britischen Bischöfe gesprochen, kraft dessen sie zur Erlangung der Katholiken-Emancipation der Staatsregierung gegenüber die päpstliche Infallibilität als nicht zum katholischen Glauben gehörig abschworen. Kenrick theilt nun in seiner Schrift die authentischen Aktenstücke mit. Ebenso interessant dürfte auch sein, was er über die Vorgänge auf dem II. Provincialconcile von Baltimore 1866 sagt und aktenmässig belegt. Uebrigens ist die Schrift nicht blos theologisch beachtenswerth, sondern auch hinsichtlich der inneren Geschichte des Concils sehr bedeutsam.

IV. Folgen eine Reihe von Eingaben oder Protesten der Minoritätsbischöfe, welche bisher entweder noch gar nicht, oder nicht im Urtexte, oder nicht vollständig, oder ohne Unterschriften bekannt geworden sind. Die Unterschriften mit vollem Namen und Sitz wurden zur Ersparung des Raumes nur einmal angeführt.

V. Ordo et modus in celebratione sacri et oecumenici Concilii Tridentini observatus. Aus zwei Gründen glaubte ich die Geschäftsordnung des Concils von Trient aufnehmen zu sollen. Einmal, weil während des Vaticanischen Concils das Verbot bestand, Einsicht von derselben zu nehmen, und deren Bekanntwerdung als ein grosses Verbrechen betrachtet wurde. Dann vorzüglich deswegen, damit sich der Leser den Unterschied zwischen ihr und der des Vaticanischen Concils deutlich machen könne. Auf den ersten Blick überzeugt man sich, dass zu Trient Dinge, welche auf dem Vaticanischen Concil sich ereigneten, geradezu als die Freiheit und Oecumenicität des Concils in Frage stellend betrachtet wurden. Namentlich fällt der Umstand auf, dass eine sehr wichtige Klasse von Theilnehmern an den conciliarischen Verhandlungen zu Trient, die Theologen, auf dem Vaticanischen Concile ganz und gar fehlten oder nur durch sogenannte päpstliche Theologen ersetzt waren. Ebenso ist es wichtig, dass nach der Geschäftsordnung von Trient nur zwischen den Katholiken und Häretikern controverse Artikel zur Berathung des Concils gelangen sollten. Der Text ist dem Codex latinus 813 der k. Hof- und Staatsbibliothek in München entnommen.

VI. Ein Schreiben des Card. Schwarzenberg an Card. Antonelli und dieses an jenen. S. Eminenz, der Hr. Card. Schwarzenberg, hatte die Berufung von Theologen einer Schule oder Richtung zu den Vorbereitungs-Commissionen des Concils nicht ohne Beängstigung beobachtet. Er fühlte sich im Interesse der kath. Sache gedrängt, S. Eminenz, H. Card. Antonelli, darauf aufmerksam zu machen und ihm Männer, wie Hefele, Kuhn und Döllinger, zu nennen; für die praktischen Fragen sollten aber nicht Professoren, sondern in der kirchlichen Praxis bewanderte Männer beigezogen werden. Für die Geschichte des Concils wird es aber denkwürdig bleiben, wie im Schreiben des Card. Antonelli Döllinger abgelehnt wird. – Daran reihen sich des Card. Schwarzenberg Desideria Patribus Concilii oecumenici proponenda, welche ausser der Verwahrung gegen die Definition der päpstlichen Infallibilität und der leiblichen Himmelfahrt Mariens dadurch ein besonderes Interesse gewinnen, , dass sie offen die von ihm wahrgenommenen Schäden in der Kirche besprechen und Mittel dagegen vorschlagen.

Leider lagen diese Fragen nicht im Plane des Concils !

VII. Dissertatio. Diese Schrift wurde von einem französischen Geistlichen an die Väter des Concils eingesandt und beschäftigt sich mit einer sehr delikaten Frage der Moral. Sie kam allerdings auf dem Concile nicht zur Verhandlung, bietet aber einen so tiefen Einblick in die moralischen Zustände des französischen Volkes, dass ich sie schon um deswillen aufnehmen zu sollen glaubte. Der Versuch, der Kirche durch den Papst nebst dem Concil eine den französischen Geistlichen bequeme Alteration der christlichen Moral aufzudringen, ist um so merkwürdiger, als er aus dem Schoosse desjenigen Klerus stammt, welcher die Vaterschaft der neuen Glaubensdekrete in Verbindung mit den Jesuiten sich vorzugsweise zuschreiben darf.

Die zweite Abtheilung, welche sich bereits im Drucke befindet, wird der ersten baldigst nachfolgen.

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München, den 14. März 1871.

Der Herausgeber.

I n h alt.

Pag.

1

129

185

247

.

I. Quaestio
II. La liberté du Concile et ï'infaillibilité
III Concio Petri Kenrick archiepiscopi S. Ludovici
IV. Eingaben der Minoritäts-Bischöfe.

A. Vorstellung der österreichisch-deutschen Bischöfe de modo

agendi
B. Vorstellung der österreichisch-deutschen Bischöfe, die Infalli-

bilität betreffend
C. Vorstellung der französ. Bischöfe, die Infallibilität betr.
D. Vorstellung der amerikan. Bischöfe, die Infallibilität betr..
E. Vorstellung der Orientalischen Bischöfe, die Infallibilität betr.
F. Vorstellung der italien. Bischöfe, die Infallibilität betr.
G. Vorstellung gegen die revidirte Geschäftsordnung

H. Protest von 55 Bischöfen, die Sitzung vom 18. Juli betr.
V. Ordo et modus in celebratione sacri et oec. Concilii Tridentini observatus
VI. A. Card. Schwarzenberg an Card. Antonelli, die Auswahl der Theologen

zu den Vorbereitungs-Commissionen betr. B. Card. Antonelli an Card. Schwarzenberg in gleichem Betreff C. Card. Schwarzenbergs Desideria Patribus Concilii oecumenici pro

ponenda VII. Dissertatio

250 252 254 255 256 258 262

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