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Thairi, quae portiones a domino serenissimi Sardiniae regis in potestatem gubernii Genevensis transierunt, nec non circa portionem paroeciae Vertonese nuncupatae quae quidem portio ad territorium pertinet, quod à Gallica dominatione sejunctam in potestatem venit gubernii reipublicae Genevensis; has enim portiones omnes a Camberiensi, vel alia dioecesi, ad quam in praesens pertinent, auctoritate et tenore praedictis separamus, et Lausanensi addicimus, et unimus. Cum autem parochiales ecclesiae, in quibus exercetur, cura animarum Christifidelium in supradictis portionibus existentium partim constitutae sint in territorio serenissimi Sardiniae regis, partim vero intra limites regni Galliarium existant, eadem auctoritate praecipimus, atque mandamus, ut Christifideles ipsi ab iisdem parochis a quibus actu pendent interea regantur, usque dum Lausanensis episcopus, aut aliis paroeciis suae dioecesis si commode fieri possit, portiones illas adjungat, aut in iis unam vel plures parochiales ecclesias, prout necessitas et utilitas fidelium ipsorum postulat, valeat constituere; tandem fraternitati tuae ad praesens nostro et apostolicae Sedis apud Helvetios uuncio praesentium nostrarum literarum executionem comittimus cum facultate quamcumque dubietatem et controversiam in actu executionis fortasse orituras componendi et ad praemissorum omnium effectum subdelegandi aliam personam, seu personas in ecclesiastica dignitate constituta, et cum onere acta omnia in praesentium executionem expedienda transmittendi suo tempore ad congregationem rebus consistorialibus praepositam. Mandantes propterea omnibus, et singulis, ad quos spectat, ac in futurum spectabit, ut praedictis dispositionibus Nostris se subjiciant, illasque accurate exequi teneantur ac debeant.

Decernentes has praesentes literas firmas, validas et efficaces existere, et fore suosque plenarios, et integros effectus sortiri et obtinere, ac illis, ad quos spectat, et pro tempore quandocumque spectabit in omnibus et per omnia plenissime suffragari et ab eis respective inviolabiliter observari: sicque in praemissis per quoscumque judices ordinarios et delegatos etiam causarum palatii Nostri apostolici auditores judicari, et definiri debere, ac irritum, et inane si secus super his a quoquam quovis auctoritate scienter vel ignoranter contigerit attentari.

Non obstantibus apostolicis, ac in universalibus, provincialibusque, et synodalibus conciliis editis generalibus vel specialibus constitutionibus et ordinationibus, nec non utriusque ecclesiae, et dioecesis et juramento, confirmatione apostolica, vel quavis firmitate alia roboratis statutis et consuetutinibus, privilegiis quoque indultis

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et literis apostolicis superioribus et personibus sub quibuscumque tenoribus et formis ac cum quibusvis etiam derogatoriarum derogatoriis aliisque efficaioribus, efficacissimis, et insolitis clausulis irritantibusque et aliis decretis in genere vel in specie ac aliis in contrarium quomodolibet concessis, approbatis, et innovatis. Quibus omnibus et singulis illorum tenores praesentibus pro plene et sufficienter expressis ac de verbo ad verbum insertis habentes illis alias in suo robore permansuris ad praemissorum effectum bac vice dumtaxat specialiter et expresse derogamus caeterisque contrariis quibuscunque.

Datum Romae, apud sanctam Mariam Majorem sub annulo piscatoris, die vicessima Septembris millesimo octingentesimo decimo nono, pontificatus Nostri anno vicesimo.« II. Erklärung Mermillod's vor dem Staatsrath am 5. Sept. 1872.

Zu einer Unterredung mit Herrn Staatsrathspräsidenten Carteret und Herrn Staatsrath Cambessèdes als Delegirten des Staatsrathes berufen, ertheilte Msgr. Mermillod, der mit seinem Kanzler Dunoyer erschienen war, auf die schriftlich vorgelegte Frage: » Will Herr Mermillod, Pfarrer von Genf, sich von nun an den im Briefe des Staatsrathes vom 30. August enthaltenen Vorschriften fügen?« nachstehende Antwort:

» Msgr. Mermillod erkennt die Competenz des Staatsrathes in einer ausschliesslich kirchlichen Verwaltungsfrage nicht an. Die Vollmachten als Weih-Bischof und General-Vicar sind ihm vom

hl. Stuhl und dem Bischof gegeben worden. Seit 7 Jahren hat er die bischöflichen Functionen und die ihm anvertraute Jurisdiction im Namen des hierarchischen Chefs ausgeübt; diese doppelte Aufgabe hat er bis zum Monat Oct. 1871 erfüllt, ohne auf Hindernisse seitens der Civilbehörde zu stossen. Er kann daher seine geistlichen Functionen auch erst dann aufgeben, wenn sie ilım von der religiösen Behörde, die sie ihm anvertraut hat, wieder entzogen werden.

Niemals seit 1815, als die katholischen Gemeinden Genfs vom Bischof von Chambéry verwaltet wurden, niemals seit 1819, als kraft des vom Papst Pius VII. erlassenen Breve's die geistliche Verwaltung dem Bischof von Lausanne übergeben ward, wurden dic Generalvicare

von irgend einem Staatsrath genehmigt oder abgesetzt. Msgr. Mermillod hat sich daher betreffend den Brief des Staatsrathes vom 30. August an seine kirchlichen Obern gewendet. In Folge dessen hält er es weder mit seiner Ehre noch mit seinem Gewissen verträglich, den Befehlen und Drohungen des Staatsrathes,

die Functionen als Weih-Bischof und Generalvicar einzustellen,
Gehorsam zu leisten. Es ist dies für ihn eine Pflicht unverletzlicher
Treue zum Rechte der Kirche, welche mit der Autopferung für sein
Land wohl vereinbar ist.
Genf, am 5. September 1872.

Caspar Mermillod, Bischof von Hebron.

III. Decret des Staatsrathes von Genf vom 20. Sept. 1872, betreffend die Absetzung Mermillods als Pfarrer von Genf.

»]n Anbetracht, dass im Laufe des Jahres 1864 Herr Caspar Mermillod auf die Präsentation des Diözesanbischofes hin als Pfarrer von Genf anerkannt worden ist und er als solcher vor dem Staatsrathe den Eid geleistet hat, sich der bestehenden Ordnung zu unterziehen und Unterwürfigkeit unter die Gesetze und Gehorsam gegen die Obrigkeit predigen zu wollen: 1)

1) Was diese Erwägung besagen will, wird klar, wenn man ihren Wortlaut mit dem Eide selbst vergleicht, den die Genfer Pfarrer bei Vebernahme einer Pfarre schwören, und welcher nach der Convention vom Jahre 1820 in Ausführung des Breve's von 20. Sept. 1819 also lautet:

»Ich schwöre, nichts gegen die Sicherheit und die Ruhe des Staates zu thuen, meinen Pfarrkindern die Unterwürfigkeit gegen die Gesetze, den Gehorsam gegen die Behörden und die Eintracht mit allen ihren Mitbürgern zu predigen.

»Ich schwöre, der bestehenden Ordnung in eben so gewissenhafter Weise zu gehorsamen, als ich beständig in dem, was die Religion angeht, den Anordnungen der Kirche und meiner kirchlichen Obern gehorchen werde.«

In der erwähnten Erwägung des Staatsrathes ist, wie man sieht, der Eid nur in so fern erwähnt, als er sich auf den Gehorsam gegen die Staatsgesetze und die Behörden bezieht; von dem Gehorsam gegen die kirchlichen Obern und die Gesetze der Kirche ist darin keine Rede. Und doch ist der beiderseitige Gehorsam auf das engste in der Eidesformel verbunden. Indem also der Staat den von Msgr. Mermillod geleisteten Eid entgegennahm, verpflichtete er sich, ihm stets die Freiheit zu lassen, »beständig den Anordnungen der Kirche und seiner kirchlichen Obern zu gehorchen. Wenn nun der Staatsrath mit dem ersten Theile der Eidesformel seine Massnahmen gegen Msgr. Mermillod motivirt, so involvirt dies eine Anklage von solchem Ernste, dasz ohne die Erbringung eines positiven Beweises für dieselbe jedes Gericht darin eine Beschimpfung der schwersten Art gegen die Person des Angeschuldigten finden wird. Und wo ist der Beweis des Staatsrathes ?

Die einzige Anklage, die er gegen den. Bischof vorbringt, ist gerade die Treue in dem von ihm beschworenen Gehorsam gegen die Kirche. Der Staatsrath bat nicht ein Mal den Muth, geradezu den Bischof als einen Meineidigen gegen die Staatsgesetze hinzustellen; er insinuirt einem wehrlosen Manne, der nicht ein Mal über die Mittel zur Geltendmachung In Betracht, dass derselbe im gleichen Jahre vom hl. Stuhl, ohne staatliche Autorisation und auch ausserhalb jeder Initiative des Diocesanbischofes, den Titel und die Würde eines Bischofs von Hebron und Weihbischofs von Genf erhalten hat;

In Anbetracht, dass dem Staatsrath niemals eine Mittheilung des Textes des betreffenden päpstlichen Beschlusses zugegangen ist; dass in Folge dessen und durch die Thatsache, dass Herr Mermillod auch den Titel eines Generalvi cars trug, der Staatsrath über die neue Stellung, die für diesen Geistlichen geschaffen wurde, in Irrthum geführt worden ist; und dass in der That Herr Mermillod in seinen Augen bloss der Mandatar des einzigen Chefs der Diocese; des Msgr. Marilley, war, welcher denselben für einen Spezialfall und unter seiner eigenen Verantwortlichkeit unter gleichen Verhältnissen, wie jeden andern schweizerischen oder fremden Bischof, allerdings delegiren konnte;

seiner angegriffenen Ehre verfügt, straflos einen Eidbruch. Ist das Genfer Kirchenpolitik ? Mehr noch. Welches ist die » bestehende Ordnung«, welcher die Genfer Pfarrer eidlichen Gehorsam schwören? Die bestehende Ordnung ist, wie wir ausgeführt haben, die, dass der katholische Cultus im Kanton Genf jene volle Freiheit und Unabhängigkeit geniesst, welche ihm durch die Verträge von 1815 und 1816, durch das Breve von 1819, durch dessen Annahme und Veröffentlichung, durch das gemeine Recht und durch die Genfer Verfassung garantirt sind.

Die Eidesformel datirt vom Jahre 1820. Der Staatsrath gab dem damaligen Bischofe von Lausanne, Msgr. Yenni, die officielle Erklärung ab, dass »durch die Eidesformel nicht verlangt würde, was den Principien des katholischen Glaubens und den Anordnungen der Kirche entgegen wäre.« Letzterer theilte diese officielle Erklärung des Staatsrathes dem päpstlichen Stuhle mit unter der Anfrage, ob unter diesen Bedingungen der Klerus des Genfer Kantons den verlangten Eid schwören dürfe.

Der Papst antwortete dem Bischofe: »Ehrwürdiger Bruder, obwohl Wir Dir nicht verhehlen dürfen, dass gewisse Ausdrücke der Uns vorgelegten Eidesformel Uns einige Schwierigkeiten boten, so sind Wir doch durch die Erklärung, welche der Staatsrath auf Dein Ersuchen abgegeben hat und von welcher Du eine Abschrift Deinem Briefe vom 20. Sept. 1820 beigefügt hast, beruhigt worden. Desshalb gestatten Wir dem Klerus die Leistung des Eides gemäss der vorgelegten Formel, vorausgesetzt, dass die oben erwähnte Erklärung notorisch und öffentlich gemacht werde.«

Diese Erklärung des Staatsrathes ist notorisch und öffentlich gemacht worden, und alle Pfarrer, auch Msgr. Mermillod, haben auf diese Erklärung hin den Eid geleistet.

Msgr. Mermillod erklärte in einer Unterredung mit Hrn. Carteret im September, als ihm der Präsident des Staatsrathes zuerst die Zumuthung nahe legte, entweder den bischöflichen Functionen zu entsagen, oder sich auf die strengsten Massregeln des Staatsrathes gefasst zu machen, in keiner Weise den Anordnungen des Staatsrathes entgegenhandeln zu wollen, nur möge der Staatsrath warten, bis er sich an seine Oberen gewendet und Antwort erhalten habe. Aber der Staatsrath wartete nicht, sondern decretirte gewaltsame Massregeln gegen einen Unterthanen und Bürger, welcher sich einfach weigerte, ohne Verzug eidlich verbürgte Verpflichtungen aufzugeben. Man vergl. dazu die Erklärung des Bischofes gegen die Decrete des Staatsrathes vom 28. Sept. (Vgl. unten Nr. VII.)

In Betracht, dass aus offiziellen Actenstücken und aus Thatsachen, die zur Kenntniss des Staatsraths gelangt sind, sich ergibt, dass die genannten Beschlüsse des hl. Stuhles, welche von Msgr. Marilley weder gewünscht, noch begünstigt worden sind, in Wirklichkeit die Bestimmungen, durch welche die offizielle Lage der katholischen Kirche in unserem Kanton geregelt wird, unter Anderem das Breve vom 20. September 1819 und den Beschluss des Staatsrathes vom 1. November gleichen Jahres schwer beeinträchtigen; dass nach dem Wortlaut des angeführten Breve 'und Beschlusses, die katholischen Pfarreien des Kantons Genf für alle Zeiten mit der Diöcese Lausanne vereiniget und der Jurisdiction des Bischofes von Lausanne unterworfen sind; dass trotz dieser Dispositionen der hl. Stubị in eigentlicher Zerstückelung der Diöcese der Katholiken des Kantons der Autorität des Msgr. Marilley entzogen hat, um sie der Jurisdiction des Herrn Mermillod zu unterwerfen, der fortwährend die Fülle der bischöflichen Autorität ausübt;

In Betracht, dass der Staatsrath Herrn Mermillod mitgetheilt hat, er gestehe ihm keine bischöfliche Competenz auf Genfer Territorium zu und dass er von demselben die Antwort erhielt, er besitze seine Gewalt vom hl. Stuhl und werde trotz des Verbotes des Staatsrathes fortfahren, dieselbe auszuüben;

In Betracht, dass eine solche Haltung von Seite eines öffentlichen Beamten, der seine Functionen nur kraft des Willens und der Bewilligung des Staates ausübt und vom Staate seine Besoldung erhält, nicht geduldet werden kann;

beschliesst der Staatsrath:

1) Herr Caspar Mermillod wird nicht ferner als Pfarrer der katholischen Gemeinde Genf anerkannt. In Folge dessen wird vom Datum dieses Erlasses an die der Pfarrei Genf zugewiesene Besoldung zurückgehalten 1) und bleibt zurückgehalten, bis in der Pfarrei der regelmässige Stand der Dinge hergestellt ist.

(1) Dieser Pfarrgehalt beträgt, wie oben S. 87. schon bemerkt, 10,000 Fres, und es werden damit 16 Priester unterhalten und in vier Kirchen 47,000 Seelen pastorirt. Von den 10,000 Frcs. fallen also auf den hochw. Bischof Mermillod nur 625 Frcs. Aber, fragen wir mit der Köln. Vlksztg. 1872 Nr. Archiv für Kirchenrecht. XXIX.

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