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sehen). „Wäre die Ehe schon vermoge des Vertrags unauflösbar, ro wurde das Konzil von feiner diese Unauflösbars feit stårfenden und wegen dieser (nach dem Konzil auch: zur Vollendung der natürlichen liebe) geseßten Gnade etmas wissen, sondern es håtte in der Doftrin den priesterlichen Segen vorangeseßt." Wie die einzelnen Theile dieser Pes riode miteinander zusammenhangen, das hat Rezensent uns geachtet aller Anstrengung nicht einsehen können, und muß es also dem leser überlassen, den Versuch zu machen, ob er einen Zusammenhang hineinbringe. Aus den eingefügten Parenthesen wird übrigens dem leser flar geworden sein, daß es Herr Filfer mit der Auffassung und Deutung einer Stelle, woraus derselbe einen Beweis zu führen hat, nicht besonders strenge uud diplomatisch genau nimmt. Da wir nun unser Themau - so schließt F. den S. 8 - v durchs geführt haben, so wäre eigentlich der Zweck erreicht und die Frage gelost." (Herr Fitser muß in wissenschaftlicher Hins sicht sehr genügsam sein, wenn er sich mit einer Beweiss führung, wie die bisher beleuchtete ist, schon zufrieden geben fann; auch seinen lesern muß er eine nicht geringe wissens schaftliche Genügsamfeit zutrauen, wenn er sie mit dieser seiner Beweisführung befriedigt zu haben glaubt]. „Allein da die andere Theorie behauptet, die Unauflöslichfeit musse von dem Sakramente getrennt werden, so wollen wir nun auch nachweisen, daß zur Konstituirung der saframentlichen Ehe feine Einsegnung von Seite des Priesters wesentlich nothwendig war und daher nicht erfors derlich ist. Diese Periode ist wenigstens sehr fehlerhaft fonstruirt und mußte offenbar so gefaßt sein: ,, Allein da die andere Theorie, welche die Unauflóslichkeit der Ehe von deren Saframentlichkeit trennt, behauptet, daß zur Konstituis rung der raframentlichen Ehe die priesterliche Einsegnung wesentlich nothwendig rei, so wollen wir nun auch noch nachweisen, daß zu diesem Zwecke feine solche Einsegnung erforderlich sei. Wir båtten nun die Aufgabe, diese Nachweisung so wie auch alles, was filfer in der zweiten Abtheilung seiner Schrift, von S. 19 an, zur Widerlegung der Meinung des Canus vorbringt, zu beleuchten; welche Beleuchtung aber, wollten wir sie in dem erforderlichen Maaße geben, der Filfer'schen Schrift an Umfang wenigs stens gleichfommen und deswegen keine Aufnahme in dieser Zeitschr. finden würde. Wir wollen uns daher auf die Bes leuchtung Eines Punftes, freilich eines Hauptpunftes, in der in Frage stehenden Sache besdrånfen, und glauben dieses auch ganz füglich thun zu dürfen, da die Filfer'schen Ara gumentationen alle an Werth rich so ziemlich gleich bleiben, d. h. durchgängig nur in der Vorausseßung, daß die Ehe schon als Ehe ein Saframent sei, etwas für seine Sache

beweisen, also nur dann etwas beweisen, wenn vorausgesett • wird, was bewiesen werden soll.

Befanntlich pochen die Vertheidiger der Ansicht über den Minister des Ehesaframents, welcher auch Filser huls digt, hauptsächlich darauf, daß die andere, auch in dieser Zeitschr. vertheidigte Ansicht über den Minister dieses Sac kraments vor Canus in der Kirche ganz unbefannt gewesen und erst von diesem Ganus, zum allgemeinen Ers staunen und Aergerniß, aufgestellt worden sei. Die Zeitschrift für Philosophie und fath. Theologie hat in ihrein 23. u. 24. Hefte das Gegentheil zu beweisen gesucht, hat zu beweisen gesucht, daß lange vor Ganus die Ansicht, die priesterliche Einsegnung sei das signum sensibile des Ehesaframentes, und mithin der Priester der Minister dessels ben, viele Freunde und Vertheidiger gehabt habe. Filser bemüht sich nun, die dafür vorgebrachten Beweisgründe um ihre Beweisfraft zu bringen; wie ihm das gelungen, bars über moge sich der unbefangene Leser aus dem Folgenden ein Urtbeil bilden.

Die Zeitschrift legt vorzügliches Gewicht auf eine Stelle in der Kaiser Karl V. zu Augsburg 1548 übergebes nen Formula reformationis, welche lautet: „Qui matrimonio iungi affectant, debent doceri, ut sciant, qua religione et fide nubatur in Christo, et clandestina illa , quae carnaliter incitante sola venere, praeter ecclesiae ritum contrahuntur, non esse religiosa et christianis digna matrimonia; et quam. vis illa , ubi contrahentes fuerint personae legitimae , sint rata veraque matrimonia ; non tamen ob id esse Deo grata , utpote gratia sacramentali destituta , donec vitium suum emendent, et ecclesiae legibus subdantur. Nec de. bet sacerdos huic sacramento alibi quam in ecclesia, quae est proprius sacramentorum locus, benedicere.“ Die Zeits fchrift bemerkt dazu (H. 23. S. 98): „Die geistlichen Stånde des h. Römischen Reiches , d. h. die gefürsteten Aebte, Bis schöfe, Erzbischöfe und die geistlichen Churfürsten dieses Reis thes billigen also im Jahre 1548, d. h. 15 Jahre vor der Erscheinung der loci theologici von Melchior Can u 8 *), die in jener Reformationsformel ausgesprochene Ansicht, daß die ohne priesterliche Einsegnung eingeganges nen &hen, wenn anders fein Hinderniß im Wege stehe, zwar gúltige und wahre, aber keine Gott wohl. gefållige, weil der fakramentalischen Gnade nicht theilhaftige Ghen seien. Kann die Erforders lichkeit der priesterlichen Einsegnung zum Saframente der Ehe stårker ausgedrückt werden ?“ Filfer ist aber anderer, ja gerade der entgegengesegten Meinung. Die Formula reformationis heißt es S. 27. S. 88 - vist ganz unses rer Meinung. Wir sind ebenfalls der Ansicht, daß die ges heimen Ehen Gott nicht angenehm find; aber sie werden Gott angenehm, mithin der Gnade theilhaftig, sobald die Kontrahenten ihren Fehler verbessern. Die Formel sagt nicht, daß fie feine Sakramente sind, sondern nur, daß sie wegen der schlimmen Absicht, in welcher fie eingegangen werden, eines Christen nicht würdig und deshalb Gott mißfällig sind. Man darf nur den Nachsaß : donec vitium emendent, bea trachten, so wird man sehen, daß die Formel nicht das sagt, was man sie sagen låßt. Zuvörderst müssen wir hier wies

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*) „Im Jahre 1559 wiederholen sie ihre Billigung, wie zu sehen bei Sari heim Concil. Germ. tom. 6. р

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der wie oben einen großen Mangel an diplomatischer Ges nauigkeit in der Angabe des Sinnes jener Stelle rügen. Die Reformationsformel sagt nicht, wie sie Filfer sagen låßt: Die flandestinen Ehen seien wegen der schlimmen Absicht, in welcher sie eingegangen werden, eines Christen nicht würdig und deshalb Gott mißfållig"; sondern sie sagt: „Die flandestinen Ehen, welche Fleischlich, aus blos Bem Antriebe sinnlicher lust, nicht nach dem Ritus der Kirche Christi, fontrahirt werden, seien feine relis giore und der Christen würdige Ehen; und obgleich unauflösliche und wahre, seien sie doch dess wegen nod feiné Gott wohlgefållige, weil der fafra mentalischen Gnade nicht the il baftige Ehen. Offenbar eine ganz andere Ausdruckeweise, als Hr. Filfer unterschiebt. Und betrachten wir diese ganz andere Ausdrucksweise nå her, so zeigt sich, daß dieselbe für die Ers mittelung des in Frage stehenden Gegenstandes von der größten Wichtigkeit ist, aber wahrlich nicht zu Gunsten des Herrn Filser. Die Reformationsformel sagt, die flans destinen Ehen, welche fleischlich, aus bloßem Antriebe sinnlicher Lust, nicht nach dem Ritus der Kirche Christi fons trahirt werden, seien feine religiose und der Christen würdige Ehen. Warum feine religiöse und der Christen würdige Ehen? Offenbar weil sie aus blos Bem Antriebe sinnlicher fust und nicht nach dem Ritus der tirche Chrifti kontrahirt werden. Waruin låßt Filser dieses Leßte aus ? Warum gibt er blos die schlimme Absicht, in welcher folche Ehen eingegangen werden, warum gibt er nicht zugleich auch die Verabså us mung des firchlichen Ritus als Grund davon an, daß dieselben keine religiose (was Filser auslåßt oder, um und seiner Sprache gegen Andere auch gegen ihn zu bes dienen: worüber er hinweg sch I ůpft) und der Chris sten würdige Ehen seien? Wir meinen aber, Ehen, die, weil nicht in der rechten Absicht und ohne Beobachtung des firchlichen Ritus eingegangen, feine religiose

(also wohl blog bürgerliche) und der Christen wů r dige Ehen waren, solche Ehen fónnen unmöglich als fas framentalische Ehen betrachtet werden, es sei denn, daß nöthigende Gründe diese Betrachtungsweise rechtfertigten. Solche Gründe sind aber in jener Stelle der Reformationss formel nicht zu entdecken. Denn sie sagt weiter : Und obs wohl jene Ehen, falls fein Hinderniß auf Seiten der fona trahirenden Personen im Wege stehe, rata veraque matrimonia , d. h. unauflösliche und wahre Ehen seien, so seien sie doch darum (ob id) noch keine Gott anges nehme (Filfer gibt diesem Såßchen eine ganz andere Stellung), weil von der saframentalischen Gnade entblößte Ehen, bis sie (die solche Ehen geschlossen) ihren Fehler verbessern und sich den Gesetzen der Kirche fúgen." Wenn die klandestinen Ehen zwar wahre und unauflöbliche, darum aber noch keine Gott angeneh me, weil immer noch von der sa. kramentalischen Gnade entblößte Ehen sind, bis die fontrahir enden Personen ihren Fehler vers bessern und sich den Gefeßen der Kirche fügen, d. h. (wie aus dem Folgenden *) erhellet) sich von dem Priester in der Kirche einsegnen lassen; dann find ja offenbar jene Shen vor der priesterlichen Einsego nung noch feine sacramenta practica, sondern sie werden solche erst durch die priesterliche Einreg nung **):

*) „Nec debet sacerdos sacramento huic alibi, quam in eccle

sia (quae est proprius sacramentorum locus) benedicere.“ Uus der Phrase sacramento huic benedicere folgt nicht, daß die Ehe schon vor der priesterlichen Benediktion ein praktisch es Sa: trament sei. Denn offenbar denkt die Forinel auch an ein bene, dicere ceteris sacramentis in ecclesia ; ohne aber daruin die Benedictio sacerdotalis als nicht wesentlich nothwendig zur Bes

wirkung dieser Sakrainente zu betrachten. **) Die Emendatio vitii , wovon die Reforinationsformel spricht, be:

wirkt, wenn anders darunter die rittliche Bekehrung zu ver: stehen ist, die Gatramentlichkeit der Ehe blog dispositive, die prie

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