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denn worin anders besteht die Sakramentlichkeit der Ghe als eben darin, daß Gott die in der rechten Weise und Verfassung rich verebelichenden Personen in ein solches Verhältniß zu fich aufnimmt, daß er von nun an den fests stehenden Willen hat, denselben alle zur heilsamen Erfüllung ihrer ehelichen Pflichten erforderliche aktuelle Gnaden zu ertheilen. Filfer meint jedoch, es habe sich mit der Ehe, vor dem Ronzil von Trient, in dieser Hinsicht etwa verhals ten, wie mit der Laufe, die, in verkehrter Gesinnung und Gemüthøstimmung empfangen, zwar als Sakrament gültig empfangen sei, ihre Gnadenwirkung aber erst bei der Befehs rung des Herzens zu äußern anfange; er meint nåmlich, die geheime Ehe sei zwar zu jener Zeit ein eigentliches (praktisches) Saframent gewesen, welches aber seine Gnas denwirkung erst da zu åußern angefangen, wo die Kontrahenten ihren Fehler verbesserten und sich von dem Pries fter firchlich einsegnen ließen *). Wir möchten aber doch sehen, wie F. diese seine singulare Meinung bes weisen wollte. Aus der Reformationsformel selbst würde er den Beweis wenigstens nicht führen können: denn daß die klandestinen Ehen darin matrimonia rata genannt werden, beweist nichts für seine Sache, wie wir oben gesehen haben; und dann weiß Filler nicht mehr, was er an mehreren Stellen seiner Schrift, besonders aber zu Anfang des S. 15, gesagt hat, wo er nåmlich, ganz in Widerspruch mit seiner singulären Meinung und dieselbe gånzo lich ausschließend, mit dürren Worten behauptet: Vor dem Konzil von Trient war es Praris der Kirche, geheime Ehen, wenn sie bei der Kirche als Ehen ange. zeigt wurden, nicht mehr einzusegnen; und dessen:

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sterliche Einsegnung dagegen efficienter seu formaliter wie die

ältern Theologen zu sagen pflegten.
*) Warum hält sich Filfer blog an das „donec vitium emendent“

und schlüpft über das „ecclesiae legibus subdantur etc.“
binweg?

ungeachtet wurden sie denjenigen Ehen får gleich erachtet, welche im Angesichte der Kirche eingegangen worden sind.“ Oder soll blog die Re formations formel jener fingulåren Meinung gehuldigt haben? Wohlan! wir wollen uns gefangen geben, sobald man uns das beweist, aber wohl gemerkt, mit andern Grüns den, als womit F. es zu beweisen gesucht hat; bis dahin wird man es uns nicht verübeln fönnen, wenn wir bei uns serer oben ausgesprochenen Ansicht verbleiben, bei der Ans ficht nämlich, die Reformationsformel betrachte die Emendatio vitii so wie die Benedictio sacerdotalis als nothwens dige Bedingungen (jene als conditio dispositiva, diese als conditio efficiens sive formalis), um die geheime Ehe der saframentalischen Gnade theilhaftig zu machen und sie also zum Saframente zu erheben. Was übrigens Filfer in jes nem S. 15 zum Beweise seiner dort ausgesprochenen Behaups tung vorbringt, ist nichts weniger als entscheidend ; der Pseudoevarist ist sogar geradezu gegen ihn. Denn wenn der Preudoevarist c. 30. q. 5. c. 1. sagt: Eine legis time Ehe finde nur dann statt, wenn die Braut von den Eltern ausgestattet und zu seiner Zeit priesterlich, wie es sitte ist, mit Gebeten und Oblationen von dem Priester eingesegnet werde; in anderer Weise eingegangene Verbindungen seien keine legitime Ghen, sondern vielmehr ehebrecherische Verbindungen; dann jedoci beiseßt: „Nisi voluntas propria suffragaverit et vota succurrerint legitima“; - was will er hiermit anders sagen als, folche Verbindungen werden zu rechtmåßigen Ehen, wenn die dem (göttlichen und menschlichen) Gefeße gemäßen vota, wozu nad dem vorigen auch die priesterliche Einseg. nung gehört, binzukommen. Uebrigens spricht weder Prew do evarist an dieser Stelle, noch Alerander III, an der von F. angezogenen Stelle c. 2. X. (4.3.) von der safras mentalischen Ehe, sondern von der Ehe schlechthin,

Außer der bisher besprochenen Reformationsformel gels ten dieser Zeitschrift (H. 23. S. 94-97 und H. 24. S. 16) Zeitsdr. F. Philos. u. fathol. Theol. N. F. VIII. Deft.

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unter andern auch das Concilium Coloniense vom J. 1536, sammt dem auf Befehl dieses Konzilo verfaßten Enchiridion, sowie das von dem Dominikaner Albertus Castellanus im Jahre 1494 herausgegebene Sacerdotale Romanum als vorzügliche Beweisbofumente, daß fchon lange vor ca. nus dessen Ansicht von dem Minister des Ehesatraments in der Kirche bekannt gewesen sei. Es läßt fich erwarten, daß Filfer darin nicht nur keine solche Beweisdokumente, sons Dern sogar Beweisdofumente für das Gegentheil erblickt. Hören wir ihn selbst. Die Synode von Köln redet *) nicht von einer absoluten Nothwendigfeit des Segens zum Safras mente, sondern nur (von einer) Schidlichkeit, sicut decet, d. h. wie eine vollfommene Ehe eingegangen werden soll. Die precatio tritt ja erst zum Saframente hinzu und zwar wegen des Sakraments, nicht aber umgekehrt. Zudem will die Synode nur zeigen, daß es unmöglich sei, die sakraments liche Gnade zu empfangen, wenn man im Zustande der Sünde, was bei geheimen Ehen vorauszuseßen ist, ein Sas frament empfängt, d. h. nur diejenigen Ghen werden außer dem Saframente auch noch der Gnade theilhaftig, welche den Vorschriften der Kirche gemäß eingegangen werden. Die Synode ist bei genauer Betrachtung auf unserer Seite." Aber was wollte Hr. Filser erwidern, wenn man ihm bes merkte, unter sacramentum sei zunächst ein theoretisches Saframent gemeint, welches aber durch die hinzufommende priesterliche Einsegnung zum praftifchen erhoben werde? Oder was wollte er antworten, wenn wir in der Weise, wie er zuweilen verfährt, hier 311 Werke gingen und ihm bemerften, das Konzil habe nicht den rechten Ausdruck ges braucht? Doch, wer vermag und den besten Aufschluß über den Sinn jener Stelle des Concilii Coloniensis zu geben? Ein Skribent des 19. Jahrhunderts, oder ein Skribent des 16. Jahrhunders, der zugleich auf dem Konzil gegenwärtig und gleichsam die Seele desselben war? Nun erklärt aber

*) Man sehe diese Stelle in dieser Zeitschr. 23. Seft S. 94.

der berühmte Johannes Gropper (denn das ist dieser Skribent) in dem auf Befehl dieses Ronzils verfaßten Enchiridion die Priester des N. B. unumwunden und mit dúrren Worten für die recht må ßigen Ausspender des Saframent 8 der Ghe. Videmus, et in vetere lege quosdam fuisse, qui Dei vice coniuges coniungerent; quanto magis ergo putandum est, in nova lege sacerdotes, qui legatione pro Deo fungantur, legitimos huius sacramenti ministros esse.“ Aber Filser weiß sich auch Gropper vom Halse zu schaffen. Gropper spreche nur bedingungss weise: quanto magis putandum est (?) und in einer andern Stelle dunkel; er gebrauche ohne Zweifel hier nicht den rechten Ausdruck; sein Enchiridion stehe im Inder, zwar nur donec emendetur : „So lange also feine Reinigung dieses Buches vorgenommen ist, kann man schließen, daß auch diese Stelle prosfribirt sei. Mithin taugt Gropper nicht zum Beweisen. Wir meinen, wer in solcher Weise Gegengründe abfertige, dem fónne unmöglich die Wahrheit sehr heilig fein, dem fänne zunächst nur daran liegen, seine vorgefaßte Meinung um jeden Preis durchzuseßen. Also (um nur über das Peşte etwas zu sagen) weil das Enchiridion im Inder steht, fann man schließen, daß auch diese Stelle prosfribirt sei? also taugt Gropper nicht zum Beweise ? Aber zu wels chem Beweise taugt er nicht ? Laugt er etwa nicht zum Beweise, daß vor dem Konzil von Trient die Meis nung von dem Priest er als dem Minister des Ebefatrament 8 nicht unbekannt und ohne Vers theidiger gewesen sei; was doch alle Freunde dieser Meinung zunächst nur daraus beweisen wollen? Wir meis nen, sein Enchiridion möge auch immer im Inder stehen, und zwar eben wegen jener Stelle im Inder stehen; zu dem Beweise tauge er auf jeden Fall. Aber mit welchem Rechte glaubt denn Filser schließen zu können, daß Gropper's Enchiridion unter andern auch wegen jener Stelle im Inder stehe? Dhne Zweifel aus feinem andern Grunde, als weil diese Stelle eben Herrn Filser unbequem und

seiner Ansicht der Sache entgegen ist. Aus dies fem Grunde wird aber wohl fchwerlich ein unbefanges ner Theolog jenen Schluß ziehen wollen. Piebermann

B., der doch zu der von F. vertheidigten Ansicht über den Minister des Ehefatraments binneigt, wird den Schluß nicht ziehen wollen, indem derselbe tom. 5. pag. 351 (edit. 4.) sagt: „Habés ergo circa hanc quaestionem (scil, de ministro sacramenti matrimonii) duas sententias, quarum utraque, cum nihil sit ab Ecclesia definitum, libere propugnari potest (konnte das geschehen, wenn das Enchiridion unter andern eben wegen seiner Lehre vom Minister des Ehefatras inentes im Inder stånde ?), et revera propugnalur a viris religiosissimis et magna doctrinae laude conspicuis“; und es dann für ein großes Unrecht erklärt, wenn die Theolo: gen einander deswegen mit Zensuren belegen *). Und übers haupt ist es wohl nody feinem un befangenen Theologen eingefallen, daraus, daß das Enchiridion im Inder steht, der Schluß zu ziebert, daß auch jene über den Minister des Chesatraments sprechende Stelle prosfribirt sei...

Das Sacerdotale Romanum des Albertus Castel: l'anus schreibt vor, die Brautleute zu fragen, ob sie mits einander bis zum vierten Grade einsdließlich verwandt oder verschwågert seien, und fährt dann fort: „Quibus sigillatim respondentibus, quod non, sacerdos pronuntiat oerba quae sunt forma huius sacramenti cum consensu utriusque ; de quo consensu specialiter eos moneat; qui si desit, nihil omnino agitar; et dicat sponso: Domine Petre vel N. placet vobis accipere dominam Catharinam vel N. in vestram legitimam sponsam, per verba de praesenti, sicut praecipit sancta Romana el apostolica ecclesia ? Quo dicente, pla

*) In ähnlicher Weise äußert sich Benedikt XIV. lib. 8. de syn

od. dioeces. c. 15. J. 9. Dagegen sollen i eft junge von Rom zurüctehrende Theologen, wenn wir uns recht erinnern, es faft für einen ubfall voin Glaubens prinzip ertlären, wenn man noch der Meinung des S anus huldige!

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