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desselben hinzuzufügen. Wir wollen aber unsere Leser mit dem Leben Jesu von Sepp aus München, einem Augs flusse jener falschen Orthodorie, befannt machen. Das Budy ist, wie der Verfasser e8 gewiß glaubt, im Interesse des Christenthums geschrieben, aber es ist so skandalos, so piarum aurium offensivus, daß es Pflicht ist, jene Skandalosa dem Publikum vorzulegen, und vor solchem süßen Gifte zu warnen.

Das Leben Christi, von Dr. Joh. Rep. Sepp. Mit einer

Vorrede von Jos. v. Görres, Professor der Geschichte an der fóniglichen L.- M. - Universitåt in München. 7 Bånde. 8. . Herausgegeben im J. 1843 - 46. Res

gensburg, Verlag von G. J. Manz.

Unsere Absicht ist es nicht, eine Recension über das Werk zu schreiben; sie würde, sollte sie das Ganze umfassen und gründlich sein, ein eigenes Wert erfordern, dessen Umfang in die engen Schranken einer Zeitschrift nicht aufgenommen werden könnte. Wir wollen unsere leser nur mit dem Werfe Sepp's nåber befannt zu machen suchen, und zu dem Ende Einzelnes herausheben, was hinreichen mag, die Arbeit des Hrn. Sepp zu würdigen.

Hr. J. Görres spricht in gewohnter Weise in der Vors rebe, welche 112 Seiten einnimmt, über die primitiven Grundafte zur Feststellung des Verhåltnisses zu Gott und der Creatur." A18 folche primitive Grundafte u. f. w. bes zeichnet er 1. die Gottheit in der Trinitát, 2. die Schöpfung des Weltalls, 3. den Ursprung des Bösen, 4. den Sündenfall in den zusammengeseßten Naturen, 5. die Incarnation, 6. den Aft des göttlichen Geistes, die Gründung der Kirche.

Von dem leßten sagt Górres S. 92: Zwei Grunds afte wurden von Gott zur Feststellung seiner Verhåltnisse gegen die Creatur gewirkt: der Schöpfungsaft, in dem überhaupt ein solches Verhåltniß begründet wurde, und der Wiederherstellungsaft in Folge der Zerrůtrung, die mit der Sünde eingetreten. Der erste Aft, die Generis, wurde unter dem Zeidien des ersten hypostafirten Principe vollbracht, obgleid, die andern dabei mitgewirft; der zweite, der der Incarnation, fiel vorzugsweise in das Gebiet der zweiten Hypostase, wenn gleich die beiden andern mit hinzugetreten. Denn wie die Subsistenzen sich verhalten, so verhalten sich auch die Wirkungen; der Vater aber subsistirt in sich in eigener Selbstbestimmung, und gibt dem Sohne, der wieder eine Subsistenz in fich selber hat, daß er, Princip vom Principe, zugleich in ihm subsistirt; während der Geist ebenfalls in sich subsistirend, zwei andere Subsistenzen in den beiden ersten Principien hat. In allen Gesammtaften nach Außen wirfen also alle Principien zus sammen, obgleich jeder von der eigenen Subsistenz eines jeden ter drei seinen Ausgang nimmt; also daß die beiden crsten auch von beiden ersten Principien ausgegangen, und sich wie Aft und ergänzender Gegenaft verhalten. Da aber nun auch das dritte Princip eine Subsistenz, und mit ihr eine Selbstbestimmung hat, so wird noch ein dritter Grundaft, der der Palingenerie des Geschlechts, von ihm den Auss gang nehmen, indem dies Princip selbst vorzugsweise formgebend wird in eigener Selbstbestimmung ; insofern es aber seine Subsistenz in den beiden andern hat, wieder unter ihrer Einwirkung den Aft vollführt. Die Schöpfung hat daher die Folge dieser drei Afte übernommen; die Incarnation hat den ergänzenden Gegenaft hervorgerufen; jeßt legt der dritte Aft fich zwischen beide in die Mitte, den einen in den andern einführend, und also in der Complerion das Werk vollendend u. s. I.

Auf diese lange Vorrede des Görresa folgt eine 74 Seiten lange Einleitung von Sepp selber. Wir beben nur eine Stelle daraus hervor. S. 16 heißt es: „Er (der Heilaud) so wohl wie seine zur Gottesmutter vers flårte Gebårerin begeht seine Himmel 8 fahrt, nachdem Er noch zuvor die Mysterien des Brodes

und Weines auf Erden eingeseßt, die den bafchifchen nachgebildet sind." - Also ist das Christenthum eben fo gut eine Mythologie, wie das Hellenenthum, der orientalis sche Zabism und das Brachmanenthum ; oder mit einem Worte, wie der Altmeister der Schule es versteht: alle Religion ist Mythologie.

"Von dieser mythologischen Erflärung gilt, was von der natürlichen. Die Natur weissagt, was historisch sich bewahrheiten sollte ; und so muß auch die Vergangens heit Zeugniß geben von dent, was bleibend ist. Das Christenthum hat nicht jene Meinungen des Heident h um 8 zum Vorbild genommen, aber fie gehen ihm voran und deuten auf dasselbe bin. Jener alte Zagreus hat als das freatúrs liche Vorbild de 8 christlichen fogos gegolten. Denn dem Christenthum war es vorher klar, daß sein Gott nicht erst in der Incarnation der Menschs heit gegenw årtig gewesen, sondern in den frühesten Zeis ten ihr angehörte, und in der Trinitát jene Perfón, lichkeit bildet, die am meisten der Natur zugekehrt erscheint. So ist Er am primitivsten mit der Menschheit zusammengewefen; wie an der Weltschöpfung, so hat Er an der Uroffenbarung Theil genommen. Die Geschichte hat mit diesem erstgeoffenbarten Worte ihren Anfang genommen; aber wie die Göttersprache durch die menschliche Aufregung zerrifien worden, so wurde bildlich der fogos allerdings auch zerrissen, gleich dem alten Bas greus. Das Blut, in das sofort die Völker zerronnen, hat sich nun wieder reinigen und einigen múffen; doch Jahrs bunderte und Jahrtausende haben dazu gehört, bis der fogos fich wieder (!!) in die Mensch beit incarnir en und Gott ung nabe treten fonnte. Er hat nicht, wie Dionysos, selbst aus dem Becher des oro giastischen Sinnenrausches und der Vergessenheit getrunken, noch in dem Spiegel der Magier fich beschaut, um zu den Sterblichen herabzusinken, sondern freiwillig fich zur Zeitschr. f. Philof. u. Pathol. Theo N. F. VIII. 38 Beft.

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Menschheit herabgelassen, und an ihrem Wesen Theil ges nommen. Die Ereignisse, oder das, was das Alterthum in seiner mythologischen Anschauung von Dionysos ausgesagt, sind auf ihn vorbedeutenda u. 1. w.

„So sehen wir (S. 17), wie das Christenthum zur Nas tur und zur Welt der Mythologie oder zum Geisterreiche · sich stellt. Christus ist die Erfüllung und das Ghristenthum der Inhalt aller Natur und Mys thologie oder der vorbildlichen Religionen u. f. w. Was aber (S. 18) die angebliche Nachbildung von heidnischen Cultus mysterien betrifft, so dient hierauf zur Antwort: die gesammte Vergangenheit in ihrer innersten Natur ist nur eine Vorerscheis. nung der Zukunft; darum gibt es fa um eine im Christent bume ausgesprochene Wahrheit, die nicht relativ schon in der vorchristlichen Zeit, also auch im Heidenthum sich gefunden. Und to bat das Christenthum einerseits die Natur des fe bens, andererseits die des Geisterreich es in die Realität einfúb rend erst zur wahren Geschichte gebracht.

Diese aus der Einleitung Sepp's genommenen Stellen mögen genügen, unsere Leser über den neuen Stand. punkt, welchen Sepp sich gewählt, um die heutigen my: thischen Erflår er der evangelischen Geschichte, insbesons dere Strauß u. A., zu widerlegen. Sepp geht von der Ueberzeugung aus, daß die evangelische Geschichte, wenn sie wirklich Geschichte sein sol, in den Mythen der alten Ból. fer vorgebildet fich wieder finden muß; deswegen stellt er bei seiner apologetischen Erklärung der evangelischen Ges schichte im zweiten und dritten Bande seines Werfes die Handlungen und Begebenheiten des Heilandes fortwährend mit den Mythen der beidnischen Bölfer zusammen, und glaubt durch Auffindung der Aehnlichkeit derselben mit dem, was die Evangelien von Christus berichten, die historische und innere Wahrheit der Evangelien gegen die mythischen

Befámpfer der Evangelien unumstößlich beweisen zu können. Zum Belege dafür wollen wir mehrere derartige apologetis sche Erklärungen der einzelnen neutestamentlichen Berichte (påter folgen lassen. Daß es aber bei diesem neuen Vers theidigungsversuche der evangelischen Geschichte dem Herrn Sepp nicht ganz heimlich ist, gibt er deutlich zu erkennen S. 723 des III. Bandes, wo er sagt: „Wir finden wirklich in dom so oft erwähnten cabbalistischen Buche Sobar, das so zu sagen die ganze vorchristliche Metapbysik und Theos sophie, die mit den leşten Schicksalen der Nation auf eins mal vernichtet schien, die ältesten jüdischen Traditionen und rabbinischen Spekulationen in einer ewig denkwürdigen Samms lung bewahrt, welche im Ganzen der Welt noch unaufges schlossen, wenn, wie es denn doch in unsern Tagen endlich geschehen muß, einer gerüsteten Kraft die Dolmetschung ges lingen wird, zwar vielleicht einer neuen mystischen Sekte in der Christenheit ihr Entstehen geben, aber auch der todtgebornen rationalistisch - philologischen Schrifterklärung sicher den Hals brechen muß, folgende merkwürdige Stelle aus einem noch åttern Werfe ausgezos genu. . w.

Dem gelehrten Herrn bangt es doch wohl ein wenig darüber, wenn er quasi prophetisch aussagt, daß seine Bes handlung der evanglischen Geschichte vielleicht einer neuen mystischen Selte in der Christenheit ibr Entstehen geben mochte.

Daß Sepp jedoch eine redliche Absicht bei dieser seis ner neuen Behandlung der evangelischen Gesdyichte bewahrt, gibt er am Schlusse seines Werfes, welchen er in Form eines Gebets gefaßt hat, unzweideutig zu erkennen, wo er Seite 320. VII. Band sagt: „Gib mir die Gnade der Er. ,,leuchtung, Alles zu verbessern, wo ich im Suchen dieser ,,Wahrheiten in Deinem Dienste vielleicht gefehlt.... Du wweißt, daß ich nichts aus verkehrter Absicht geschrieben, sondern daß ich in Allem Deinem lichte zu folgen bereit vbin, und über alles verlange, des Friedens theilhaftig zu

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