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walten und selbst in den Residenzen der verschiedenen christlichen Mächte Geschäftsträger zu unterhalten. Alle, Souveränen zukommenden Ehrenbezeigungen wird er fortgeniessen; zu seinem Unterhalte empfängt er zwei Millionen jährlicher Einkünste. All dies jedoch blos dann, wenn er verspricht, nichts im Reiche vorzunehmen, was den vier Artikeln von 1682 widerstreitet.

Die abgeordneten Bischöffe müssen am 1. Junius auf der Rückreise sich befinden.

Wenn vorstehende zwei Uebereinkünste zu Stande gekommen, ist der Kaiser geneigt, über alle noch ferneren Punkte mit dem Pabste sich zu verstehn, als da sind: Die Errichtung von Bisthümern zu Herzogenbusch, Amsterdam, Rotterdam, Hamburg, Bremen, Montauban u. 8. W.; Beschützung der Religiosen in Palästina, durch den französischen Hof; Wiedererbauung des heiligen Grabes; der Missionen; der Archive des heil. Stuhles u. 8. W.

Die Abgeordneten sollten die Bulle vom 10. Juni 1809 und die gemachten Versuche, im Reiche Unruhen zu erregen, niemals aus den Augen verlieren. Sie halten, dem Pabste alle Hoffnung des Wiedergewinns weltlicher Herrschaft abzuschneiden, ihn auf die Zusammenberufung des Konzils und die möglichen Beschlüsse desselben im Geiste früherer Zeiten aufmerksam zu machen.

Der Pabst, zuerst in grosser Unruhe über Charakter und Zweck dieser Gesandtschaft, empfing sie günstiger, als man erwarten konnte; er zeigte sich weder dem besprochenen Konzilium, noch einer 'Versöhnung ungeneigt; nur machte er, binsichtlich der Beschlüsse des erstern über Einsetzung von Bischoffen und Punkte der allgemeinen Kirchenzucht, das Recht seiner Mitwirkung geltend; und bedauerte, in Bezug auf letztere, dass die gehörigen Mittel und Wege zum Erlass von Bullen in gültiger Form, besonders in Abgange eines Konseils, ihm abgeschnitten seyen. Er verhiess jedoch auf den Fall seiner Befreiung das Beste hierin. Am zehnten Tage endlich nach An. kunft der bischöfflichen Bothschaft, erliess er eine Note, wel. che versöhnenden Geistes und eine Einleitung zu endlichem Vergleiche, aber blos in seinem Kabinette verfasst und von

ihm gutgeheissen, keineswegs aber mit seiner Unterschrift ver

sehen war *).

Man zog aus dieser Note nichts destoweniger folgende Schlüsse: 1) Die Note enthalte alles, was das Konzil verlange; 2) der Pabst, habe dem Konzile das Recht, in der allgerneinen Kirchenzucht Veränderungen vorzunehmen, keineswegs bestritten; 3) der Pabst habe eingewilligt, den ersten Artikel der vier Sätze des Klerus vom Jahre 1682 zu unterzeichnen und mache hinsichtlich der übrigen nur Schwierigkeiten von solcher Art, welche leicht zu heben seyen; 4) er bestehe auf der Bannbulle nicht, als wolle er sie rechtlich geltend machen, sondern suche blos seine Ehre auf gute Weise heraus zu retten; 5) er habe auf alle Hoffnung der Rückkehr nach Rom verzichtet und behaupte blos noch das Recht der Ernennung von suburbican Bischöffen.

*) Sa sainteté, prenant en considération les besoins et le voeu des églises de France et d'Italie, qui lui ont été présentés par l'archevêque de Tours, et par les évêques de Trèves, de Nantes et de Faënza, et voulant donner à ces églises une nouvelle preuve de son affection paternelle, a déclaré aux archevêques et évêques susdits :

1.. Qu'elle accorderait l'institution canonique aux sujets' nommés par sa majesté impériale et royale, dans la forme convenue à l'époque des concordats de France et du royaume d'Italie;

2. Sa sainteté se prêtera à étendre les mêmes dispositions aux églises de la Toscane, de Parme et de Plaisance, par un nouveau concordat;

3. Sa sainteté consent qu'il soit inséré dans les concordats une clause, par laquelle elle s'engage à faire expédier des bulles d'institution aux évêques nommés par sa majesté, dans un temps déterminé que sa sainteté estime ne pouvoir pas être moindre de six mois ; et dans le cas où elle différerait plus de six mois pour d'autres raisons que l'indignité personnelle des sujets, elle investit du pouvoir de donner en son nom les bulles, après les six mois expirés, le métropolitain de l'église vacante, et à son défaut le plus ancien évêque de la province ecclésiastique ;

4. Sa Sainteté ne se détermine à ces concessions que dans l'espérance que lui ont fait concevoir les entretiens qu'elle a eus avec les évêques députés, qu'elles prépareraient les voies à des arrangemens qui rétablissent l'ordre et la paix de l'église , et qui rendent au saint - siége la liberté, l'indépendance et la dignité qui lui conviennent.

Savone, le 19 mai 1811.

Das Konzilium ward in der That für den g. Junius einberufen *). Die Interessen der Katholiken aller der Länder, über welche Napoleon herrschte oder herrscherischen Einfluss übte, d. l, Frankreich, Italien und Teutschland sollten darauf berück. sichtigt werden.

Der Fürst Primas, Karl v. Dalberg und die Titular- oder Suffragan - Bischöffe von Teutschland wurden mit dazu eingeladen. Die Zahl aller gegenwärtigen Prälaten betrug hundert. Der Kardinal Füsch, Napoleon's Verwandter, ein höchst intrikanter, dem Jesuitismus nachimals so selir ergebener, Mann, führte den Vorsitz. Die Kultminister von Frankreich und Italien sassen als Bevollmächtigte des Kaisers und Köni

ges bei.

connu.

*) Wir geben hier aus de Pradt das Formular der Einberu- . fungsschreiben:

M. l'archevêque de M. l'évêque de

Les églises les plus illustres et les plus populeuses de l'empire sont vacantes. Une des parties contractantes du concordat l'a mé

La conduite que l'on' a tenue en Allemagne depuis dix ans' a presque détruit l'épiscopat dans cette partie de la chrétienté; il n'y a aujourd'hui que huit évêques, grand nombre de diocèses sont gouvernés par des vicaires apostoliques.

On a troublé les chapitres dans le droit qu'ils ont de pourvoir, pendant la vacance des siéges à l'administration des diocéses, et l'on a ourdi des manoeuvres ténébreuses, tendantes à exciter le désordre et la sédition parmi nos sujets ; les chapitres ont rejeté des brefs contraires à leurs droits et aux saints canons.

Cependant les années s'écoulent, de nouveaux siéges viennent à vaquer tous les jours; s'il n'y était pourvu promptement, l'épiscopat s'éteindrait en France et en Italie comme en Allemagne [Das heisst soviel als: die Leute waren nach und nach vernünftiger geworden.]

Voulant prévenir un état de choses si contraire au bien de la religion, aux principes de l'église gallicane et aux intérêts de l'Etat, nous avons résolu de réunir au 9 juin prochain dans l'église de Notre-Dame de Paris, tous les évêques de France et d'Italie en concile national.

Nous desirons donc qu'aussitôt que vous aurez reçu la présente, vous ayez à vous mettre en route afin d'être arrivé en notre bonne ville de Paris, dans la première semaine de juin. Cette lettre n'étant à autre fin, ...

Die Regelung der kanonischen Einsetzung bildete den vorzüglichsten und beinahe ausschliesslichen Gegenstand der Berathung, und die Hauptfrage drehte sich darum, vor zu sorgen, dass künftig keine andern Hindernisse, als rein kanonische, diese Einsetzung verzögern können sollten. Die Frage lag in der Natur der Dinge gegründet, und Napoleon verfocht zugleich die Sache aller Regierungen. Er hatte sich jedoch sehr in seiner Ansicht von der festen Anhänglichkeit des Klerus an seine Sache geirrt; der Klerus, zwischen Pabst und Kaiser in die unangenehme Wahl gestellt, neigte bald mehr zu dem erstern sich hin, dessen Drangsale zu dem Esprit de Corps der Kaste auch noch persönliche Hochachtung erweckt hatten. Ueberdies in die geheimern Unterhandlungen und nähern Vorgänge uneingeweiht, urtleilte er nur nach den vorliegenden, öffentlichen Akten, und seine Einfalt selbst war es, welche ihn desto mehr erbitterte und verwickelle. Er fürchtete Fallstricke und Gedankenhinterhalte, und die Vorurtheile von Napoleon's philosophischem Atheismus und geringer Liebe für die Religion bestärkten ilin noch in Furcht und Argwohn. Verschiedene andere Umstände, entsprungen aus Unkenntniss der Weltlage, ihrer eigenen Stellung, der Persönlichkeit des Kai. sers und aus dem Glauben an drohende Gefahren und Verfolgungen, kamen noch hinzu und verwickelten die Sache.

Am 11. Brachmond ging die feierliche Eröffnung vor sich. Bald zeigten sich die grossen Verschiedenheiten der Nationalität in Charakter und Denkweise der versammelten Prälaten. Die französischen Bischöffe äusserten weit mehr ultramontanische Grundsätze, als Italiener und Teutsche, und beide letzten waren, wie de Pradt richtig bemerkt hat, mehr Gallikaner als erstere selbst. Verstimmung und Gährung offenbarten sich, nach langwierigen Reden und Erörterungen, von allen Seiten, und die Forderungen des Kaisers fanden beinahe sämmtlich ungünstige Aufnahme.' Die Kommission der Bischöffe hatte vorgeschlagen: das Konzilium für kompetent zu erklären bei Entscheidung der Art und Weise der Einsetzung durch den Me. tropoliten, in vorkommendem, nothwendigen Falle. der Sitzung vom 9ten auf den 10ten Julius änderte sich ihre Gesinnung, mit Mehrheit einer einzigen Stimme. Man fand in der

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fraglichen Note Sr. Heiligkeit die erforderlichen Formalitäten nicht, und diese entscheiden bei der römischen Priesterschaft natürlicherweise alles in Sachen der Kirche und der Religion, zu allen Zeiten und in allen Ländern. Ebenso fand man auch den Zusatz, hinsichtlich der durch Metropolitane vorzunehmenden Einsetzung, nicht wörtlich in den Zugeständnissen des Pabstes ausgedrückt.

Der Bischoff von Tournay war Berichterstatter. In den Grundsätzen eines fanatischen Theologen der Löwener Fakul. tät, des Abbé Duvivier *), und in dem Hasse belgischer Hartnäckigkeit wider alle Forderungen des Jahrhunderts 'auferzogen, wirkte er nicht wenig durch die Art der Abfassung auf die Gegenwärtigen. Ein teutscher Don Quixote, Baron von Drost, Coadjutor von Münster, redete keck von der Gefangenschaft des Pabstes. Andere mehr brachen in lange und heftige Erörterungen wider die vier gallikanischen Sätze aus. Der Erzbischoff von Bordeaux führle Beschlüsse des berüchtigten Konzi. liums von Trident an, welche dem Pabste zur Verhängung des Bannes über kirchenfeindliche Souveräne verlieh'n. Das Komödienspiel setzte noch lange mit ungewöhnlichem Feuer sich fort, bis die Rührung den höchsten Grad erreichte und auf den Vorschlag des letzgenannten Prälaten, die Versammlung in Masse nach St. Cloud ging, um vom Kaiser die Befreiung des Pabstes zu erflehn. Da fiel von des getäuschten Napoleon's Augen die Binde; er erkannte, in welch' gefährliches Spiel er sich eingelassen. Das Konzilium war natürlich schon vor diesem Schritte aufgelöst.

Napoleon verwünschte sein Konkordat, welches er als die Hauptquelle des Uebels ansah, und welches ihm seine Italiener verdorben; er äusserte sich gegen de Pradt, vor Savary, in bittern Worten über seine Missgriffe; er liess drei Prälaten, welche er, auf Kardinal Füsch’s Bezeichnung, für die Urheber des

*) Dieser Mensch gehörte zu den Urhebern der lächerlichen und unsinnigen Revolution in Brabant, des tollsten Produktes aristokratisch-pfäffischer Anmaassung in der Geschichte; und man schildert ihn als einen der Hauptverführer des damaligen Erzbischoff's von Mecheln.

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