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Mit diesen Arrêtés war zugleich eine Veränderung im Conseil vorgegangen und der vom Könige selbst gebildete bis herige Privatsekretär, L. van Gobbelschroy, trat áls Minister des Innern an die Spitze des Kultus und Unterrichts. Ein eigener Administrator für den letztern, in der Personides redli ehen, eifrigen, und kenntnissreichen van Ewyck, setzte die Be mühungen des unvergesslichen Kultministers Fall weiter fort, während Goubau und van Ghert das Civilisirungswerk im reinkirchlichen für und für wie ehemals leiteten. 质量

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Die Gesinnungen und Leidenschaften der überrömischen Faktion 'traten sofort unverhüllter an das Tageslicht; die Regierung lernte die Getreuen und die Heuchler besser als zuvor kennen. Der Bischoff von Namur und die Grossvikare von Gent und Lüttich traten, in Verbindung mit dem apostolischen Internuntius zu Münster, Monsignore Ciambertani, zusammen, und bestimmten den gutmüthigen aber schwachgeistigen und, wie es heisst, durch persönliche Kränkung aufgeregten Erzbi▴ schoff von Mecheln, Graf Mean, die ihm angetragene Kuratel über das philosophische Kollegium, deren anfänglich er sich nicht geweigert zu haben schien, förmlich abzulehnen, und er that es aus keinem andern Grunde, als weil sein Gewissen es ihm verbiete. Die Fanatiker bestürmten darauf auch den römischen Hof, mit welchem von Zeit zu Zeit über das Konkordat wie! der unterliandelt worden war, römischer sich zu zeigen, als er selbst vielleicht Lust haben mochte. Man verdächtigte die niederländische Regierung der Tendenz, Belgien zu protestantisiren. Die französischen Ultrajournale, die damalige Etoile und nachmalige Gazette de France, wütheten auf die frechste Weise und Erd und Himmel wurden in Bewegung gesetzt, um die „neuen Saaten des Unglaubens, der Ketzerei, der Indifferenz, der Neologie und der teutschen Philosophie“ zu zerstören *).

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Allein die Regierung ging ihren festen Weg, begleitet von den Segnungen aller Bessern im Lande und der Achtung von Europa. Der Besuch der Schulen des Auslandes, darunter einzig die der Jesuiten gemeint waren, blieb verboten; die Mis

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sionäre und Ignorantins wurden, nicht selten auf barsche und originelle Weise, und gleichsam auf dem Schube, über die Gränzen gebracht. Der Generalsekretär des öffentlichen Unterrichts, Herr Walther, erwarb sich dabei nicht geringe Verdienste und lud zugleich den Hass der betheiligten Familien in reichlichem Maasse auf sich. Es heisst, dass die Herren Kersten und Stas, Redakteure und Eigenthümer des Courier de la Meuse und Direktoren eines zahlreich besuchten Jesuiten-Instituts zu Lüttich, dem, Gouvernement grosse Summen augeboten, um den Fortbestand des einträglichen Gewerbes sich zu erhalten, aber ohne Erfolg. Von solch energischem und zeitgemässem Systeme ersah man bald die wohlthätigsten Früchte, besonders was das philosophische Kollegium betraf. Männer, wie Dumbeck, Seeber, Greuve, Winsinger, Becker, v. Reiffenberg, Moné u. A. streuten den besten Saamen aus, und er wäre auch reichlich aufgegangen, wenn nicht ungeschickte Füsse in der Folge ihn zertreten hätten.

Die Partheien, je nachdem Ueberzeugung oder Vortheil sie trieben, traten nunmehr in Schriften und Zeitblättern, auf Kanzeln und Lehrstühlen, im Conseil und in den Generalstaaten mit Macht wider einander auf und bestritten oder vertheidigten die neuen Maassregeln, welche dem Einen ein unberechenbarer Fortschritt zum Bessern, dem Andern aber ein willkühr licher Eingriff in die Rechte der Kirche und der Familien schienen. Der Kampf dauerte so, bis zum J. 1827 fort, in welchem die langverhandelte Konkordatsfrage endlich entschieden wurde.

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Die bisherigen Hauptunterhandlungen zu Rom selbst hatte der Graf von Reinhold, nachmals Gesandter zu Florenz und in späterer Zeit bei der schweizerischen Eidgenossenschaft, ein Mann von rechtlichem Karakter, liebenswürdigen Sitten und hohem Talente, geführt, jedoch ohne seinen Zweck zu erreichen. Glücklicher war der Graf Fiacre Vischer de Celles, ehemaliger Präfekt der Maasmündungen unter Napoleon, ein den Holländern verhasster und verhängnissvoller Name. Dieser Diplomat brachte das schwierige Geschäft bald in's Reine, jedoch auf eine Art, wobei das Interesse Rom's mehr als dasJenige der Niederlande, berücksichtigt schien. Es ist noch nicht

an der Zeit, die Details dieser merkwürdigen Negotiation völ lig publici juris zu machen. Aber jedes Individuum und jede Thatsache findet an der Geschichte einen genauen, strengen und unerbittlichen Richter. Bis dahin hat aber die öffentliche Meinung bereits provisorisch entschieden und den Faiseur du Con cordat noch nicht einmal ab instantia losgesprochen.

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Während der Staatsrath zu Brüssel über das vom Grafen eingeschickte und mit voreiliger Hast unterzeichnete Projekt des Konkordates noch in Berathschlagungen sich zerquälte, unter zeichnete der Monarch, surpris dans sa religion, wie es hiess, im Kabinete. Somit war die Hauptsache gelöst und der Knoten zerhauen, aber auf eine Weise, dass das Schwert sprang und die Splitter der Niederländischen Freiheit in's Auge fuhren.

Die Umschreibung der Gränzen des neuorganisirten Kirchthums war folgende: der Erzbischoff von Mecheln bleibt Primas der niederländisch-katholischen Kirche, und zugleich Diözesan - Bischoff von ganz Süd-Brabant und der Provinz Antwerpen. Die sieben Suffragankirchen sind: Lüttich, Namur, Doornik und Gand; sodann Brügge, Amsterdam und Herzogenbusch. Die Seminarien werden unter unmittelbarer und alleiniger Aufsicht der Bischöffe gelassen und die Theologen ausschliesslich darin unterrichtet. Besuch des philosophischen Kollegiums ist fortan fakultativ. Die Verkündung des abgeschlossenen Konkordates erfüllte Europa, welches bisher bewundernd dem kräftigen Widerstande des niederländischen Gouvernements gegen Rom's Anmaassungen gefolgt war, mit Staunen, die Freigesinnten im Lande, Liberale und Ministerielle, mit Trauer, die Apostolischen aber mit jubelnder Schadenfreude. Feste und Beleuchtungen aller Art verherrlichten den Sieg über den Zeitgeist. Doch ward dieser Jubel bald auf unangenehme Weise gestört und eine reiche Saat neuer Zerwürfnisse für mehrere Jahre wieder ausgestreut.

Hatten schon die übertriebenen Triumphäusserungen dem Monarchen und seinem Kabinete Besorgniss und Misstrauen in das eigene Werk eingeflösst, so that es in noch höherem Grade das Benehmen des heiligen Vaters. Pabst Leo XII., welcher das Ansehen sich gegeben, als hätte des belgischen Königs liebenswürdige Persönlichkeit ganz besonders zum Nachgeben, und

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zu günstigern - Bedingungen ihn gestimmt, verhehlte, in diesem Augenblicke der altrömischen gravitas morum und politischen Feinheit ganz uneingedenk, die Empfindungen des Herzens über ghicklich vollbrachte Täuschung eines sonst einsichtsvollen und hartnäckigen Gegners, so wenig, dass er sie in der berühmten Allocution im geheimen Konsistorium vom 17. September zu Rom förmlich zu erkennen gab, und durch die sophistische und hinterlistige Art, mit der er mehrere Punkte des Vertra ges, besonders aber denjenigen, der den Besuch des philosophischen Kollegiums betraf, auslegte, die Besorgnisse der Gegner des Konkordates völlig rechtfertigte.

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Der Inhalt dieser Allocution, welche schnell nach Belgien gebracht wurde, erregte Unwillen und Missvergnügen, und der Minister des Innern erliess unter dem 5. Oktober desselben Jahres die bekannte vertrauliche Rundnote *), worin der wahre

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P) Circulaire confidentielle, adressée du cabinet du ministère de l'intérieur aux gouverneurs des diverses provinces du royaume. •

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Bruxelles, 5 octobre 1827.

J'ai pensé qu'il ne serait pas inutile d'accompagner l'envoi que je vous fais ci-joint d'un exemplaire de la convention conclue entre le Roi et Sa Sainteté, le 18 juin dernier, de quelques communications confidentielles sur l'ensemble de la négociation, dont cette convention est le principal résultat.

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Vous en ferez l'usage, que vous croirez convenable d'après les circonstances.

La convention fixe, dans son 3 article, le mode de nomination des évêques. Toutefois l'intervention royale dans cette nomination ne se bornera pas à la part que cet article détermine; il est convenu qu'un bref spécial du Saint-Père aux chapitres leur enjoindra de de, mander d'abord à S. M. quelle est la personne, qu'Elle désirerait voir passer au siége vacant, afin que les chapitres puissent avoir les égards dûs pour les désirs du Roi. De cette manière, l'influence du Roi sur les nominations des évêques a paru satisfaisante,bet le Roi a bien voulu reconnaître cette concession du Saint-Père par une modification aux principes adoptés pour l'instruction des jeunes gens, qui se destinent au ministère des autels. S. M. a daigné consentir à ce que la fréquentation du collége philosophique, d'obligatoire qu'elle avait été jusqu'à présent, deviendrait simplement facultative. Non pas que par-là S. M. ait prétendu renoncer à la pensée principale qui a présidé à la création

Sinn des Konkordates auseinander gesetzt, die Deutung des Pabstes berichtigt und das Recht der Regierung in den betref

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du collège philosophique; loin de là. Elle est plus que jamais convaincue de l'utilité, ou pour mieux dire de la nécessité de connaissances fortes et approfondies dans les diverses branches des sciences humaines, pour les jeunes gens, qui se vouent au saint ministère: et plus que jamais aussi Elle est convaincue du devoir qui repose sur Elle, de veiller à cette partie importante de l'instruction publique; mais Elle a pensé surtout que de nouveaux chefs ecclésiastiques, mieux pénétrés des véritables besoins des jeunes élèves, s'entendraient facilement avec son gouvernement pour régler, de commun accord, le mode et la direction de leur instruction.

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C'est principalement sous ce point de vue qu'Elle attachait tant de prix à une coopération réelle à la nomination des évêques. Dans T'allocution du Saint-Père au consistoire secret du 17 Septembre, que les journaux ont rapportée, et que vous y aurez sans doute remarquée, le pape parle de la concession à l'égard du collége philosophique, mais il ajoute que l'enseignement des jeunes élèves sera désormais entièrement indépendant entre les mains des évêques. Cette dernière assertion est moins exacte et a besoin d'explication. La bulle du 16' des calendes de septembre règle l'enseignement dans les séminaires, et tend à le placer en effet entièrement et exclusivement dans les mains des évêques; mais cette bulle n'est admise par S. M. qu'avec les réserves, que les lois de l'Etat exigent. L'exécution de cette bulle sera donc aussi subordonnée aux principes que ces lois ont consacrés, restera en harmonie avec eux, et ne pourra de quelque manière que ce soit leur porter atteinte. Rien donc à cet égard n'est changé à l'ordre, de cho-, ses existant. L'allocution au surplus est un acte en dehors de la convention: c'est le fait d'une seule des parties contractantes, qui ne peut être d'aucun effet pour l'autre.

De ce que le Roi a placé son espoir de la tranquillité future en ces matières, dans la coopération franche et loyale d'évêques sages et éclairés, suit nécessairement que l'exécution de la convention sera retardée jusqu'à la nomination aux siéges épiscopaux actuellement va→ cants; c'est aussi de quoi l'on est tombé d'accord. Je ne crois pas surabondant de vous informer que, dans l'intervalle de temps qui s'écoulera d'ici là, toutes les dispositions existantes relatives à l'enseigne ment dans les séminaires et au collége philosophique sont maintenues, et que vous aurez à tenir la main à leur exécution de la même manière que vous l'avez fait jusqu'à présent...

J'ajouterai encore, avant de terminer cette lettre, une observation qui n'est pas sans importance, et dont vous pourrez dans l'occasion faire usage, pour faire sentir que ce collége philosophique, en

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