Sayfadaki görseller
PDF
ePub

Benediktuspfenning; Humperts Gedanken über die wichtigsten Religions wahrheiten u, s. w. Diese Bücher, voll der abgeschmacktesten Legenden, der krassesten Dog. malik, des stupidesten Aberglaubens und marktschreierischer Anpreissung der römischen Kirche wurden mit beiden Händen unter die Menge ausgetheilt. Gleichen Zweck batten die fortgesetzten Missionen, die, mit ihrem ewigen Geschrei über Sünde, Busse, Bekehrung und Ketzer, Bigotismus und Religions. bass nährten 166), und förmliche Mirakel verrichteten; Befor. derung des Wundergla u bens durch Wunderkuren, Wunderdoktoren, Wirksamkeit der Gnadenbilder und Teuselsbanner; Anpreissung und Anbefehlung des Wallfahrens nicht nur zu den privilegirten Gnadenorten in der Schweiz, sondern auch nach Rom, besonders in den Jahren 1824, 1825 und 1826, wo die Geistlichkeit überall Kollekten sammelte, damit ein Haufen Gesindel, seine eignen und, um einen vertragsmässigen Lohn, fremde Sünden über die Alpen schleppen möchte.

Aus denselben Offizinen in Solothurn, Luzern und Freiburg gingen fortdauernd auch für die höhern Stände die geeignelen Präservative gegen den Zeitgeist aus: die mystisch. religiösen und historisch - fantastischen Schriften der Herrn Gügler; Widmer, Kaufmann, Blum u. s. w. Es waren in dieser Lit, teratur im Grunde dieselben Ingredienzen, wie in den Volksschriften; nur war der Aberglaube etwas raffinirter, mit Hohenlohischer Tinktur und Mesmerianischen Verzuckungen versetzt, aber eben darum das Gist noch verderblicher und die Wirkungen dieser siechen, kränkelnden Mystik auf die gänzliche Abspannung der Naturkraft des Geistes 'und die Verfinsterung der Vernunft noch sicherer. Und so wie die Volks

166) Zur Erhohlung für unsere Leser folgende Nachricht über die Unkosten einer Mission der Jesuiten in einem Dorfe des Kantons Freiburg (aus dem Schweizerboten 1827.): für ein eichen Kreuz 24 Schw. Frank. 8 Batzen; Beichtstühleverschönerung 8 Fr. 4 Btz.; die Missionarien hin und her zu führen 10 Fr.; Kanonenpulver für die Salven 22 Fr. 1 Btz.; Wein für die Soldaten 7 Fr. 2 Btz. ; Ehrenwein für die heil. Väter (Gewächs von 1815 u. 19. die Bouteille zu 8, 15 u. 28 Btz.) 32 Bouteillen zu 51 Fr.; die heiligen Väter scheinen grossen Darst gehabt zu haben. Wie sehr das Wallfahren und der Wunderglaube im Innern der Schweiz in neuern Zeiten zugenommen hat, können sich Ausländer kaam vorstellen.

schristen ihren praktischen, gleichsam angewandten Theil in den Wallfahrten, Missionen, Wunderkuren eines Nikol. Wolf fanden (siehe das ihm ausgefertigte Patent durch den G. V. Güldlin ober Seite 579.); so lief jene Litteratur, zwar zum Theil auch in das eben bezeichnete niedere Gebiet der gemeinen Mirakel, zum Theil aber in die höhere Sphäre der vornehmen Wunderthäter, Hohenloh (von dem Herr Salzmann bedauerte, dass ihm die Polizei verboten habe, Wunder zu thun) und seiner Adepten in Luzern aus.

Unausgesetzte grosse Sorgfalt wurde auf den nöthigen Vorrath passender Schulschriften für Landschulen, bürgerschulen, Gymnasien u. 8. w. verwandt. Mit welchen Argusblicken man gegen das Einschleichen ketzerischer Schriften wachte, haben eine Menge Beispiele zur Genüge gezeigt. An neuen Lehrbüchern für den Unterricht in Gymnasien war das St. Michaelkollegium der Jesuiten in Freiburg besonders fruchtbar. Diese wurden als ungemein zweckmässig überall empfohlen 167). Erwähnung verdient noch in dieser Hinsicht die , zum Behuf des Gymnasialunterrichts, von Henne in Austrage des kathol, Administrationsraths von St. Gallen, kürzlich herausgegebene Schweizergeschichte – ein Buch, das wegen der grobeu Ignoranz'und des blindesten Pfaffengeistes des passenden Musengespanns des Verf. nur eine historische Kapuzinerpredigt genannt werden kann.

Mit gleicher Emsigkeit sorgte man für heilsame Lektüre des Klerus. Diesen halte man bei der ganzen litterarischen Tbätigkeit dieser Partei vorzüglich im Auge, insbesondere bei den polemischen Schriften, worüber sogleich noch einige Worte. Einzelne Schriften auszuzeichnen, ist daher unnöthig; indessen sind insonderheit die litter. Journale zu bemerken, die man mit grossem Eifer in Zirkulation setzte 168); den nachtheiligen Wirkungen zu begegnen, die etwa die früher genannte Schrift

167) Sie erschienen in der Pillerschen Offizio in Freiburg, meist unter dem Titel: positiones. So wurden positiones philosophicae, theologicae, hermeneuticae, historicae und eine Menge anderer positiones zu Tage gefördert.

168) Solche Journale sind der Zionswächter, die Zeichen der Zeit, der Religionsfreund, die Feldersche Litteraturzeitung u. a.

die letzte ibrer Art von einem Geistlichen in der Schweiz Versuch einer pragmat. Geschichte der staatsrechtlichen Kirchenverhältnisse in der Schweiz" möchte hervorgebracht haben, schrieb Hr. Blum einen „Versuch einer Geschichte der Kirche Jesu in der Schweiz“ und dienten andere sogleich zu nennende polemische Schriften. - Mit welchem Späherblick man ausserdem wachte, dass keine ketzerischen Bücher (z. B. die Wessenbergischen sich in die Bücherschränke der Pfarrherrn einschleichen möchten, wie man in dieser Absicht öffentliche und geheime Censuren anordnete, in Hirtenbriefen und apostolischen Sendschreiben vor den Irrlehren der teutsch-katholischen Kir-. che warnte und auf die wahren Quellen des Heils hinwies, ist oben erzählt worden. Wir bemerken nur noch, dass man selbst förmliche, höchst empfindliche Strafen über Geistliche verhängte, bei welchen solche geächtete Bücher gefunden wurden, wie z. B. in St. Gallen geschah, als man die Stunden der Andacht hier und da entdeckte.

Gewisse Centralideen kommen in der verschiedenartigsten Form in allen Schristen dieser Partei vor, als die Lehre von der römischen, als der alleinseligmachenden Kirche, von der Verdammung aller ihrer Gegner - Katholiken und Protestanten mitunter ein feuriges Lob der Inquisition und Religionskriege; von der Verwerflichkeit der Vernunft, Freiheit und Philosophie, als Quelle des Heidenthums, u. s. w., endlich auch die politischen Ideen Hallers. Diese Kardinalpunkte ihres Systems verfochten sie aber fortdauernd durch eine Reihe eigner polemischer Schriften; ja ihre Polemik wurde seit der Bildung des katholischen Klubbs mit erhöhtem Eiser betrieben. Am fruchtbarsten waren in diesem Gebiete der Jesuit Van den Wyenberg, Haller und der Chorherr Geiger, allein auch die andern Choragen dieser Zunft rasteten nicht. Unter den vielen Erzeugnissen dieser Art wollen wir nur einige hervorheben. Die Zeitschrift Zeichen der Zeit (herausgegeben von Haller, Gügler, und Segesser) hat, wie schon früher bemerkt, ausdrücklich zum Zweck, das hierarchisch politische Allmendensystem zu vertheidigen. Um ihren Geist zu würdigen, genügt es zu wissen, dass in einem Aufsatze Haller die Zehnten und Grundzinse als von Gott eingesetzt in Schutz nimmt und desshalb ihren

[ocr errors]

Loskauf ruchlos nennt; in einem andern Geiger „, von dem Rationalismus, als dem Princip des alten und neuen Heidenthums" handelt.

Neben dem Zuger Wochenblatte wurden noch zwei andere Tagblätter, der schweizer. Korrespondent von Wyenberg und der Vierwaldstätterbote, von der Luzerner Innung herausgegeben, errichtet. Ihr Charakter ist durchaus polemisch; sie haben einen politischen und hierarchischen Theil, in beiden werden die neusten Zeitereignisse und litterarischen Erscheinungen vor das geistliche Hochgericht gestellt und dann, entweder mit dem Brandmal der Verdampniss oder mit dem Siegel des Himmels gestempelt, zum Nutz und Frommen der gläubigen Seelen und zur Abwehr gegen das Gift der Zeit öffentlich bekannt gemacht. Diesen Eulenstimmen hat man ein grösseres Publikum, als alle liberale Zeitblätter der Schweiz geniessen, zu verschaffen gewusst.

In Schriften dieser Art hat man in den letzten Zeiten, als die Konkordatsunterhandlungen gepflogen wurden, unter andern - denn die übrigen Richtungen der Polemik dieser Partei übergehen wir hier, weil sie früher sattsam charakterisirt worden sind

vorzüglich die Rechte des Staats in Kirchengachen zu untergraben gesucht. Im Jahre 1827 gab der Chor. herr Geiger einen Traktat über die Kirchengüter heraus, woria er dem Staate alle Rechte in Absicht auf die Kirchengüter ab, sprach. Zugleich wurde diese Materie in allen jenen Tagsblät. tern behandelt. Als darauf eine gediegene Gegenschrift: „Auch etwas über die Kirchengüter etc.“ von einem Rechtsgelehrten erschien 169), wurde der Verfasser derselben in einer eignen Schmähschrift „Noten zu einem neujuristischen Text über die Kirchengüter; von Geiger 1828" 80 wie in dem Vierwaldstätter Boten als Revolutionair, Robespierre und Ungeheuer bezeichnet. Im Jahre 1825 halle" ein Staatsmann in der Schrift: „Der Ud. ligenschwiler Handel, ein Bruchstück aus Luzerns Geschichte" die Gerichtsbarkeit des Staats über den Klerus vindizirt; sogleich wurde das ganze Wörterbuch von Schimpfnamen über den Urheber dieser Schrift ausgegossen, ausserdem aber noch

169) Siehe: allgem. Kirchenzeitung 1828, Nr. 95 fg8.

ein Herós des Ultramontanismus, der seine römischen Studien in der Schweiz gemacht hatte, Görres, aufgefordert, die Personalimmunität des Klerus zu vertheidigen, was er in der mystischorakelmässigen Sehrist that: „Die Kirchenfreiheit im Kampfe mit der Staatsgewalt in der kathol. Schweiz 1826.“ Vorzüge lich ist der eigenthümliche Charakter dieser Polemik, wodurch die ultramontanische Partei so viel Einfluss auf das Volk und zum Theil auch auf die Staatsbehörden erlangt hat, wohl zu bemerken; anstatt die Sache zu untersuchen, greifen sie die Gesinnung aller derer an, welche der Anmassung des Klerus entgegentreten und werfen ihnen Atheismus, Illuminatismus, Blasphemie und Empörung gegen die Obrigkeit vor.

Ausdrücklich müssen wir zuletzt noch des unausgesetzten eifrigen Bemühens dieser Partei, Religionshass und Intoleranz zu nähren, gedenken. Denn auch dieser Zeitraum ist reich an eckelhaften Beispielen dieser Art. Es ist klar, dass dieser feind. seelige Geist von ibrem ganzen System nothwendig gefordert werde; er bildet den psychischen Kordon, die geistige Scheidewand, durch welche allein in dem Lebensverkehr mit den Protestanten eine Gewähr gegen die geistigen Einwirkungen von dieser Seite geleistet wird. Der wahre, mit der neuern Kultur im Einklang stehende Katholizismus schämt sich des alten Kampfes gegen Häresie; er hat ihn auch nicht nöthig: für das römisch - papistische System ist er eine Lebensidee.

Nicht als eine seit Jahrhunderten bestehende, von der Staats· gewalt anerkannte Konfession betrachten jene, welche die blu

tige Fahne der Villmerger Religionsschlacht wieder erhoben haben, den Protestantisinus; wie eine verworfene Sekte betrach. ten sie diese Konfession, mit dem fanatischen Eifer eines Pucci, Philonardo, Borromäus, Buonhuomo im sechzehnten Jabrhunderte! Natürlich tritt dieser Geist überall da am stärksten hervor, wo die nächsten Berührungen statt finden. Daher die Weigerung des Klerus paritätische Ehen zu genelimigen, was noch neuerlich im Frickthal geschehen ist, und das Unbeil, das er überall in solehen Fainilien stiftet; Jaher die Skandale, welche in Freiburg und Wallis (z. B. in Truttinann, 1827) die Verbannung verstorbener Reformirten von den Kirchhöfen, ja wiederhohltes Ausgraben und Herumschleppen der Leichen ver

« ÖncekiDevam »