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Haushalts, Abgabenwesens und der Schulden Deutsch-

lands und des übrigen Europa,

Vom

Frhrn, Friedr. von Reden,

b. R. Dr.

II. Band 1. Abtheilung

Oesterreich.

Darmstadt 1853.

Verlag der Hofbuchhandlung von G. Jonghaus.

27. Staatshaushalt- und Abgabenwesen

des

Österreichischen Kaiserstaats.

A. Im Allgemeinen.

Die weltgeschichtliche Bedeutung der Gebiete welche später einem mächtigen Reiche den Namen gegeben haben, beginnt erst nach dem Aussterben des Mannsstamms der Babenberger (1246) die einen Theil derselben besassen. Das Haus Habsburg, dessen grosser Ahnherr Rudolph im Jahre 1273 durch einmüthige Wahl, Kaiser Deutschlands wurde (1273 - 1291; die Aktenstücke über dieses höchst wichtige Ereigniss finden sich bei Pertz Monumenta Tom. IV. Seile 382 394); begründete Oesterreichs europäische Geltung. Schon 3 Jahre später batte Kaiser Rudolph die von einzelnen Fürsten, unter der Schaltenherrschaft der letzten Kaiser, widerrechtlich zugeeigneten Reichsgüter zurückerobert. Am 27. October 1282 belehnte er, im Einverständniss mit den Reichsfürsten, seine Söhne Albrecht und Rudolph mit einem Theile derselben, nämlich mit Oesterreich, Steiermark, Krain, der windischen Mark u. s. w. Und als die Landstände vorstellten, dass sie nicht zweien Herrn dienen könnten, wurde Albrecht

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Redens Finanz-Statistik II.

das einzige Oberhaupt dieser Lande. Auch in Schwaben und Burgund wurden ansehnliche Güter erworben.

Diese Handlung ist die Grundlage der österreichischen Hausmacht geworden. Rudolph war einer der ausgezeichnetsten Regenten und zugleich ein durchaus edler Mann; seit einem Jahrhundert hatte kein deutscher Kaiser mit solchem Ansehen und Einfluss regiert. Kaiser Albrecht ihm ähnlich im Bestreben die Gebiete des Hauses zu mehren, mit dem Geschick aber ohne das Glück des Vaters, slarb eines gewallsamen Todes am 1. May 1308. Weil er Scepter und Schwert gleich kräftig führte, wird er namentlich den Schweizern gegenüber) gewöhnlich als Tyrann geschildert; die Wahrheit ist, dass er zu den begabtesten Fürsten seines Stammes gehört. Sein ältester Sohn Friedrich der Schöne, ein ächter treuer deutscher Mann, starb 1330, nachdem er eine Reihe von Jahren um den Besitz der deutschen Kaiserkrone gestritten hatte, welche dann grossentheils in Folge der unglücklichen Missgriffe Albrechts, für ein Jahrhundert aus dem Besitze des Hauses Habsburg kam.

In diesem Zeitraume wurden freilich Kärnthen (1336), Tirol (1363), Feldkirch (1365), der Breisgau (1367), Pludenz (1376), die Landvoigteien in Schwaben (1379), Triest (1382) u. s. w. erworben, auch mancher sonstiger Zuwachs vorbereitet; allein die wichtigen Besitzungen in der Schweiz gingen fast sämmtlich verloren. Der Einfluss dieses Regentenhauses stieg gleichfalls nicht, weil – entgegen dem österreichischen Landrecht (aus der letzten Hälfte des 13. Jahrh.), ungeachtet der Verfügungen Rudolph's und im Widerspruch mit der Hausordnung vom 25. Septbr. 1355; - Landtheilungen (zuerst 1379 unter Albrecht III. und Leopold III.) die Macht zersplittert hatten und innere Fehden erzeugten.

Im Jahre 1437 wurde Albrecht von Habsburg, welchen schon Böhmen und Ungarn zum König erwählt hatten, zum Kaiser Deutschlands ernannt. Mit ihm beginnt eine fast 300jährige Reihe von deutschen Kaisern aus dem Hause Habsburg; auch später, nach kurzer Unterbrechung (1740 — 1745), blieb die deutsche Kaiserkrone bei diesem Hause bis zum Untergange des deutschen Reichs. Manch freudiges und manch trauriges Ereigniss für Oesterreich fällt in diesen Zeitraum, hier jedoch können nur wenige Andeutungen darüber gegeben werden.

Ein Glanzpunkt als Mann, aber schwach als Fürst, war Kaiser Maximilian (1493–1519); dem übrigens sowohl das Reich (Reichs-Kammergericht zu Frankfurt; Reichshofrath in Wien; Ordnung und Sicherheit) als die österreichischen Erblande (Landes - Verwaltungs - Einrichtungen einzig in ihrer Art, die vielfach als Muster gedient haben), sehr viel verdanken. Er erwarb die Grafschaft Görz und die österreichischen Niederlande.

Maximilians Enkel Karl V., deutscher Kaiser von 1519 bis 1556, war der mächtigste Fürst der Erde. Er gab seinem Bruder Ferdinand I. (Verträge vom 28. April 1521, 30. Januar und 7. Februar 1522) die deutschen Stammlande und so bildeten sich die österreichische und die spanische Linie des Hauses Habsburg. Dies ist das wichtigste Ereigniss des Mittelalters für die politische Gestaltung Europa's. Ferdinand (deutscher Kaiser von 1556 bis 1564), war 1527 durch freie Wahl der Stände, König in Böhmen und Ungarn, demnächst auch in Siebenbürgen geworden; aber die Mitgift der letzteren Länder war ein 200jähriger Kampf gegen die Türken. Man kann die Dienste, welche das Haus Oesterreich der europäischen Zivilisation dadurch geleistet hat, dass es die Gräuel einer neuen Völkerwanderung verhinderte, nicht hoch genug anschlagen.

Ferdinand hat die österreichische Linie des Hauses Habsburg, welche er stiftete, zu einem der mächtigsten Fürstenhäuser Europa's gemacht. Allein auch er beging den zu jener Zeit schon unverzeihlichen Fehler, seine Staaten zu theilen. Ohne diese Theilungen würde die österreichische Hausmacht wahrscheinlich schon damals zu einem Einheitsstaate ihre verschiedenen Länder ausgebildet haben; eine Aufgabe, deren Lösung zum grossen Nachtheil für das Reich um 300 Jahre hinausgeschoben ist. Dass aber ungeachtet dieser Zersplitterungen, die Gebietstheile Oesterreichs später wieder in eine Hand gelangten, muss als eine besondere Fügung des Geschicks betrachtet werden. Dann haben die Erstgeburtsord

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